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Limbach
Bildungsarbeit

Zwei Preise für Limbacher Kindergarten

Im Kindergarten Limbach ist man glücklich über zwei Auszeichnungen. Die Kleinen werden hier ganz nahe an Natur und Kultur groß.
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Die Kindergartenkinder aus Limbach sammelten Holz und Füllstoffe für ein Fachwerkhaus. Alles kommt aus der Natur und geht wieder in die Natur über, erkannte sie. Draußen im Wald kann man mit den richtigen Ideen schon den ganz Kleinen Nachhaltigkeit klar machen. Das wurde jetzt ausgezeichnet im Nachhaltigkeitszentrum in Handthal. Foto: Kindergarten Limbach
Die Kindergartenkinder aus Limbach sammelten Holz und Füllstoffe für ein Fachwerkhaus. Alles kommt aus der Natur und geht wieder in die Natur über, erkannte sie. Draußen im Wald kann man mit den richtigen Ideen schon den ganz Kleinen Nachhaltigkeit klar machen. Das wurde jetzt ausgezeichnet im Nachhaltigkeitszentrum in Handthal. Foto: Kindergarten Limbach
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Gleich zwei hochrangige Preise in einer Woche nahm der Kindergarten Limbach entgegen. Am Donnerstag holten sich die Verantwortlichen im Landwirtschaftsministerium in München bei Minister Helmut Brunner eine Urkunde und ein Qualitätssiegel ab, das die gesunde Verköstigung würdigt. Und gestern erhielt eine Gruppe aus St. Maria Limbach den "Nachhaltigkeitspreis für Kindergartenkinder" im Steiger waldzentrum in Handthal überreicht. Der Lohn für die intensive Beschäftigung der Kinder mit der umgebenden Natur.

Das "Netzwerk Seigerwald" hatte den Preis für Kinder und Jugendliche ins Leben gerufen und stellte unter das Motto "Kunst-LandArt". Ziel dieser Aktion war es, das verantwortungsbewusste, nachhaltige Denken und Handeln schon im Kindesalter zu verankern und das Regionalbewusstsein zu schärfen.

Kreativität gefragt

Die Kinder- und Jugendgruppen konnten sich
dabei ihr Projekt selbst heraussuchen - Hauptsache es hatte es mit Nachhaltigkeit zu tun. Dabei ging es nicht ausschließlich um Bilder oder Skulpturen, man konnte auch Filme drehen, Comics zeichnen "oder etwas herstellen, das noch niemand außer euch kennt".

Natürlich musste dabei der Begriff der "Nachhaltigkeit" für die Kinder erarbeitet werden, der ja aus der Forstwirtschaft stamm, schon 300 Jahre alt und heute aber noch immer aktuell sei. Der Steigerwald als eine besonders schöne Region mit großen Wäldern und einer enormen Artenvielfalt bot sich dabei geradezu an und die Nachhaltigkeit spiele natürlich eine große Rolle, wenn man diese Natur erhalten wolle.

Unter der Leitung der zwei Erzieherinnen Sonja Wissmüller und Jenny Weth gingen die Kindergartengruppe das Projekt an und stellte sich bei Wanderungen in den Wald erst einmal die Frage, "was da in der Natur wächst, wird auch wieder in den Kreislauf zurückgegeben". Dabei kam man plötzlich auf ein Fachwerkhaus zu sprechen, das man sich besah und bei dem man feststellte, dass hier solche Naturmaterialien verwendet wurden.

Ein Plan für ganz kleine Kinder

Natürlich brauchte man dazu einen Plan und den zeichneten dann die Kinder in Form einer Fachwerkwand mit Fenster, Türen und zeigten sich schon dabei als kleine Architekten. Dann ging es hinaus in den Wald, um die Materialien für dieses Kunstwerk zu sammeln, angefangen von kleinen bis hin zu großen Ästen, ja fast Stämmen. Natürlich bot beim Sägen so mancher Opa oder Papa seine Hilfe an und auch frei von Verletzungen zu bleiben.

Große Fantasie entwickelten die Kinder dann beim Ausfüllen der Fachwerkfelder mit Naturmaterialien, bis dann das "Wald-Art"-Projekt vollendet wurde. Natürlich wurde dies auch alles auf Film aufgenommen und sogar der Bezug des Hauses wurde am Schluss noch dabei symbolisiert. Das "Steigerwald-Lied" versah dem Ganzen noch einen besonderen musikalischen Akzent und damit ging es in die Bewertung der Jury, die am gestrigen Tag ihr Ergebnis bekannt gab.

Von den 3 Hauptpreisen entfiel der 3. Preis an die Kindergartengruppe aus Limbach, während den 1. Preis eine Realschule erhielt, gegen die es die Kleinen natürlich mit ihrem Projekt schwer hatten. Den größten Beifall unter den Anwesenden erhielten jedoch die Limbacher Buben und Mädchen. Während die ersten beiden Plätze Geldpreise waren, wurde als 3. Preis ein "Erlebnistag im Steigerwaldzentrum mit Eintritt zum Baumwipfelpfad" versprochen.

Für den anwesenden 2. Bürgermeister der Stadt Eltmann, Hans-Georg Häfner, unterstreicht dieser Preis zwar die Auszeichnung der hervorragenden Arbeit aus dem Kindergarten Limbach. Aber er hätte schon etwas mehr Fingerspitzengefühl von den Verantwortlichen erwartet, mit welchen Preisen man den Buben und Mädchen auch eine Freude machen wollte. "Kindern mit 4 Jahren einen Gutschein für ein Zentrum zu schenken verbunden mit dem Eintritt zu einem Baumwipfelpfad, den es noch gar nicht gibt, ist schon merkwürdig. Da wäre es viel besser gewesen, sie hätten ihnen ein Holzpferd geschenkt, das sie in ihren Kindergarten stellen könnten. Im übrigen dürfen Kinder mit 4 Jahren doch alleine wegen der Unfallgefahr nicht allein in einen solchen Pfad gehen und wenn dieser fertig ist, sind sie vielleicht längst dem Kindergarten entwachsen".

Wenn das Essen passt, dann passt alles ...

Fabio findet: "Also, da sitzen wir wie in einem Restaurant", und Ariana: "Da fehlt nur noch die Speisekarte". Johann ist begeistert: "Also die Jutta kocht wie die Mama. Ich freu mich, wenn wir im neuen Kindergarten sind und dann immer warm essen." Lean ergänzt "gemeinsames Essen ist schön, weil man da mit Freunden zusammensitzt, und die Jutta kocht."
Mit der Eröffnung des neuen Baus geht der Kindergarten St. Maria in dem Eltmanner Stadtteil Limbach einen besonderen Weg - es gibt individuelles und qualitätvolles Essen, denn es wird selbst gekocht. "Das eigene Essen mit einer eigenen Köchin" bezeichnet Kindergartenleiterin Ellen Steinhäuser beim "Probeessen" nun als das "Tüpfelchen auf dem i".

Caterer oder Tiefkühltruhe

Im Landkreis Haßberge bietet mehr als die Hälfte der Einrichtungen Mittagessen an. Der Großteil wird von Caterern beliefert; ein kleiner Teil nutzt Tiefkühlangebote. Die Alternative ist Kochen vor Ort. Dazu benötigt der Träger aber auch eine Küche - und eine Köchin.

Kindergarten, Trägerverein und Eltern hatten sich im Blick auf den Neubau in Limbach viele Gedanken gemacht. Nach einem ersten Probeessen "wollten die Eltern keinen Caterer mehr. Sie wollten ganz einfach, dass frisch im Kindergarten gekocht wird und es auch für die Kinder nach Essen riecht," berichtet Steinhäuser. Die Verantwortlichen stellten sich der Herausforderung, Kochmöglichkeiten zu planen, und das auch wirtschaftlich. Hilfe kam aus Landwirtschaftsamt Würzburg.

Denn Limbach hatte sich als einer von fünf Kindergärten in Unterfranken für ein "Coaching-Projekt zur Optimierung des Essensangebotes" beworben. Fachangestellte Gwendolin Wagner gab da Hilfestellung, um das Mittagessen gesünder, schmackhafter und attraktiv zu gestalten. Und in Jutta Gundelach, die hier schon als Kinderpflegerin gearbeitet hat, fanden die Limbacher die ideale Besetzung für die Küche. Ein großes Glück. Schon früher hat Gundelach mit den Kindern "pädagogisch" gekocht. Bevor in den nächsten Wochen der neue Kindergarten in Besitz genommen wird, gab es nun für die Buben und Mädchen mit Erzieherinnen und Projektleiterinnen ein "Probeessen".

Gwendolin Wagner hebt dabei die Bedeutung des warmen Essen für die Kinder hervor. Und sie unterstreicht: Buben und Mädchen bekommen einen Einblick in die Vorbereitung und die Tischkultur. Es gehe nämlich auch um die Vermittlung von Regeln, wie man sich am Tisch verhalte. Katharina Tschischka von der Kindergartenfachaufsicht des Landratsamtes Haßberge ergänzt, dass beim Mittagessen auch Essenskultur wichtig sei, die leider zunehmend verloren gehe.

Als die Kinder den Speiseraum betreten, verrät Ellen Steinhäuser: "Jutta Gundelach hat fleißig gearbeitet und euch etwas ganz Leckeres gekocht. Das ist ganz wichtig für unsere Ernährung, und ich hoffe, es schmeckt euch."

Erwartungsvoll setzen sich die Kinder an die mit Blumen und Servietten schön gedeckten Tische und zeigen den Gästen, dass sie sich viel mit dem Essen und Verhalten am Tisch beschäftigt haben. "Nicht mit dem Besteck auf den Tisch hauen und nicht schmatzen und mit vollem Mund sprechen", das weiß Fabio. "Auch nicht mit dem Besteck herumspielen oder mit den Fingern im Essen spielen", ergänzen Julius und Fabian. Und Max: "Auch das Messer nicht ablecken".

Dann wird es noch stiller. Es folgen ein kleines Gebet und ein ein paar Gedanken über das Essen. Fast alle stimmen ein: "Lieber kleiner Schmetterling, fliege nicht so schnell. Sag dem lieben Gott da oben, dass wir ihn fürs Essen loben." Alle wünschen sich "Guten Appetit". Fischstäbchen, Kartoffel, Kräuterquark und dazu ein Rohkostteller - alles wird verputzt.

Die Verantwortlichen im Elternbeirat, Kerstin Klein, Vorsitzende Birgit Scholl und Kassiererin Gabi Fösel, hoffen, dass das Essen gebucht wird. Nach einem Probejahr wird neu entschieden.
Die Kinder haben schon einen Namen für ihre neue Einrichtung: "Kireli", "Kinder-Restaurant-Limbach". Dazu singen sie "Kireli, Kirela, Kirelo".
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