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LKR Haßberge
Förderprojekt

Zukunft im Landkreis: Wohin führt der Weg?

Es geht um Fachkräfte und Eigenwerbung für die Region: Das Projekt "Zukunftscoach" will junge Menschen für den Landkreis begeistern. Wie funktioniert das?
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Schüler sollen durch Praktika und Projektarbeit Berufe kennenlernen und Erfahrungen sammeln (hier bei einer solchen Veranstaltung). Foto: Tina Büdel
Schüler sollen durch Praktika und Projektarbeit Berufe kennenlernen und Erfahrungen sammeln (hier bei einer solchen Veranstaltung). Foto: Tina Büdel
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Ausprobieren lautet die Devise beim Projekt "Zukunftscoach", auch für Tina Büdel und Julia Grimmer: Die beiden Frauen suchen Wege, dem demografischen Wandel entgegenzuwirken, beziehungsweise ihn so zu gestalten, dass er für den ländlichen Raum keine Bürde wird. Dafür haben sie jede Menge Ideen. Aber ob jede einzelne davon funktioniert? Das sei kaum messbar, sagt Büdel, wenn doch die Ergebnisse der einzelnen Maßnahmen erst in einigen Jahren absehbar sind, sofern sie überhaupt statistisch erfasst werden können.

Tatsache ist jedoch, dass sich laut Prognosen des Bayerischen Landesamtes die Alterspyramide im Landkreis Haßberge gravierend verändern wird: Neben einem Bevölkerungsrückgang von fast neun Prozent ist bis zum Jahr 2031 zu erwarten, dass sich die Anzahl der über 65-Jährigen im Landkreis fast verdoppelt, während in der Altersgruppe der 16- bis 25-Jährigen ein Rückgang von
fast 35 Prozent prognostiziert ist. Letzterem versucht das Projekt Zukunftscoach entgegenzuwirken, wie Grimmer erklärt: Indem man jungen Menschen den Landkreis Haßberge als lebenswerte Region mit guten beruflichen Entwicklungschancen schmackhaft macht, könne man sie dazu bewegen hier zu bleiben oder - etwa zur Familiengründung - zurückzukehren.


Um zwei Jahre verlängert

Bei einer Pressekonferenz in den Räumen der Volkshochschule (VHS) in der Hofheimer Straße in Haßfurt, wo die Zukunftscoaches ihre Büros haben, erklärten Grimmer und Büdel ihre Arbeit. Über das durch den europäischen Sozialfonds (ESF) zu 50 Prozent geförderte Projekt informierten zudem Holger Baunacher, VHS-Vorsitzender Kreis Haßberge, und VHS-Geschäftsführer Holger Weininger. Die VHS hat die Trägerschaft für das seit Ende 2012 laufende Projekt übernommen. Im Juli 2015 wurde es um zwei Jahre verlängert.

Um in Zukunft gut aufgestellt zu sein, müsse man den Mut haben, verschiedene Ansätze auszuprobieren, um den prognostizierten Entwicklungen entgegenzuwirken, sagte Baunacher. Das ESF-Förderprojekt biete diese Möglichkeit. "Dazu gehört auch, mehr zu machen als andere Landkreise."

Die Maßnahmen, die die Zukunftscoaches angestoßen haben, gehen in verschiedene Richtungen. So werden etwa gezielt Schüler angesprochen und über berufliche Möglichkeiten aufgeklärt. "Wir wollen zeigen: Wir haben attraktive Arbeitgeber im Landkreis Haßberge", sagte Grimmer. Wie Holger Weininger betonte, ist dabei der Praxisbezug von großer Bedeutung: So gebe es etwa das Teilprojekt "Pflege on Tour": Schüler bekommen in Senioren- oder Pflegeheimen einen Einblick in die Pflegeberufe. Im laufenden Schuljahr etwa besuchten 147 Schüler im Rahmen von sieben Touren drei Einrichtungen und informierten sich vor Ort über den Pflegeberuf.
Auch werden Abiturienten gezielt angesprochen, um sie etwa über mögliche Ausbildungsberufe im Landkreis aufzuklären oder ihnen Möglichkeiten für ein duales Studium aufzuzeigen. In dieser Hinsicht werden laut den Zukunftscoaches auch Arbeitgeber kontaktiert, gerade kleine und mittelgroße Unternehmen könnten hier Unterstützung gebrauchen und bekommen durch Unternehmens- und Personalberater in Workshops konkrete Tipps, etwa wie sie erfolgreich Fachkräfte oder Auszubildende für sich gewinnen können oder was in Sachen "Familienfreundlichkeit für Arbeitnehmer" erwartet wird.


Den Landkreis verlassen

Junge Menschen, die den Landkreis etwa für ein Studium oder den Beruf verlassen haben und als Rückkehrer in Frage kommen, können sich durch einen drei Mal jährlich erscheinenden Newsletter über berufliche Entwicklungschancen informieren (derzeit hat der Newsletter nach Angaben der Projektleiter 419 Abonnenten).
Wie Holger Baunacher erklärte, ist es ein essenzielles Ziel des Projekts Zukunftscoach, Informationen über mögliche Karrierewege im Landkreis Haßberge möglichst detailliert und an viele junge Menschen weiterzugeben. Oftmals sei Schulabgängern gar nicht bewusst, welche Möglichkeiten der Landkreis in beruflicher Hinsicht biete, sagte Baunacher gestern in Haßfurt.
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