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Feiertag

Ziemlich viel zu tun vor Allerheiligen

Die Tage und Wochen vor dem 1. November können sehr stressig werden.
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Floristin Cäcilia Bräutigam pflanzt auf dem Friedhof in Limbach ihr Familiengrab an. Fotos: Lisa Kieslinger
Floristin Cäcilia Bräutigam pflanzt auf dem Friedhof in Limbach ihr Familiengrab an. Fotos: Lisa Kieslinger
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Cäcilia Bräutigam aus Ebelsbach kniet vor ihrem Familiengrab auf dem Limbacher Friedhof und pflanzt Stiefmütterchen. "Jetzt ist die Zeit, dass man von Sommer- auf Herbstbepflanzung wechselt", erklärt die gelernte Floristin. Besonders wichtig ist es, die Erde auf dem Grab aufzuhacken, damit die Pflanzen gut anwachsen können.
Die Ebelsbacherin hat neben den Stiefmütterchen einige Calluna, auch als Erika bekannt, besorgt. "Das nehmen die meisten Leute für den Herbst", erklärt Angelika Nußbaum. In ihrem Blumenladen in Ebelsbach macht sich das Geschäft mit Allerheiligen bereits jetzt bemerkbar - und das zwei Wochen vor dem Feiertag.

"Für uns ist Allerheiligen ein sehr guter Tag", sagt Karin Burger-Zösch vom Blumen Zösch in Sand. Auf dem Land werde viel Wert auf ein schönes Grab gelegt, besonders zu Allerheiligen.


Mustergräber, um es sich besser vorzustellen

Für Laien ist es jedoch oft schwer, sich die Grabdekoration vorzustellen. Deswegen gibt es im Sander Blumenladen Mustergräber mit allem, was dazu gehört: Umrandung, Grabstein und natürlich die Bepflanzung: "Wenn die Leute unsere Ideen sehen, dann hilft das uns bei der Beratung und den Kunden bei der Entscheidung", erklärt die Floristin.

Neben der Bepflanzung liegen auch die ein oder anderen Deko-Elemente oder Gestecke auf den Mustergräbern. "Wenn die Leute ihr Grab bepflanzt haben, bestellen sie meist gleich das passende Gesteck, das sie dann kurz vor Allerheiligen bei uns holen", erklärt Karin Burger-Zösch. Das ist auch die Erfahrung von Angelika Nußbaum: "Die Leute wollen an dem Tag nochmal einen frischen Kick auf das Grab bringen."


Gestecke meist kurz vor Allerheiligen

Ab und zu wandert aber auch schon jetzt das eine oder andere Gesteck über die Ladentheke. Dabei handele es sich meist um Verwandte, die weiter weg leben und vor Allerheiligen nicht noch einmal in die Gegend kommen.
Angelika Nußbaum arbeitet momentan gerne mit roten Wachsrosen. "Es ist ein kleiner Farbtupfer, der bis zum Frühjahr hält", erklärt sie. Mit vier Euro pro Rose nicht gerade günstig, doch die Kunden seien bereit, das Geld auszugeben.

Im Gewächshaus des Blumenladens Zösch stehen hinter den Mustergräbern etliche Beete mit Deko-Chrysanthemen, die vom Team extra für Allerheiligen gezogen wurden. "Wir müssen immer schauen, dass das Hell-Dunkel-Verhältnis passt, damit sie pünktlich zum Feiertag blühen", erklärt Burger-Zösch.

Die Ansprüche an die Dekoration für Allerheiligen haben sich laut den Floristinnen in den letzten Jahren ziemlich verändert. "Für die jüngere Generation soll es schön und praktisch sein", erklärt Nußbaum.

Doch auch der Friedhofswandel macht sich in den Blumengeschäften bemerkbar: Vom großen Familiengrab zur kleinen Urne - das verändert auch die Dekoration. "Momentan machen wir zwar noch große Gestecke, doch kleinere Sachen werden mehr", meint Burger-Zösch. Das merkt auch Angelika Nußbaum in ihrem Laden. Doch für Allerheiligen habe sie noch nie zu etwas Großmächtigen geraten. "Etwas kleines, liebevolles reicht vollkommen aus." Schließlich finde die Erinnerung immer im Herzen statt, sagt sie.
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