Zeil
Jubiläum

Zeil feiert sich ein Jahr lang selbst

Zum 1000-jährigen Bestehen der Stadt im Jahr 2018 ist ein ganzjähriges Programm geplant. Die aufwendigen Ideen sollen Bürger und Vereine umsetzen.
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Das Zeiler Käppele als Wahrzeichen der Stadt könnte mit einer leuchtenden 1000 geschmückt werden. So könnte das im Jahr 2018 aussehen. Foto: Andreas LöschRetusche: Franziska Schäfer
Das Zeiler Käppele als Wahrzeichen der Stadt könnte mit einer leuchtenden 1000 geschmückt werden. So könnte das im Jahr 2018 aussehen. Foto: Andreas LöschRetusche: Franziska Schäfer
So etwas erlebt man nun wirklich nicht alle Tage: Eine Stadt wird 1000 Jahre alt. Zeil feiert dieses denkwürdige Jubiläum im Jahr 2018. Schon jetzt machen sich Stadtführung, Bürger und Vereine Gedanken über eine große Geburtstagssause. Am Montagabend gab es eine erste Besprechung im Rudolf-Winkler-Haus.

Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) stellte einige Ideen vor und forderte Bürger und Vereine auf, sich bei der Planung und Ausarbeitung einzubringen. "Ich möchte, dass wir als Zeil, als Stadt, als Gemeinschaft etwas umsetzen", sagte er. Nach den Worten des Bürgermeisters soll es ein ganzjähriges Programm geben, von Zeilern für Zeiler und seine Gäste, die zu verschiedenen Jubiläumsaktionen erwartet werden.

Große Gewichtung will die Stadt auf ihre eigene Geschichte legen. "Historiker sind das Herzstück unserer 1000-Jahr-Feier", sagte Thomas Stadelmann. So soll es eine Vortragsreihe geben, die sich über vier Abende erstreckt. Die zugehörige Projektgruppe ist mit Christoph Winkler, Ludwig Leisentritt, Alois Umlauf und Martin Schlegelmilch besetzt.


Auftakt macht Silvesterfeier

Weitere Projektgruppen sollen weitere Ideen ausarbeiten. Wie Stadelmann erklärte, soll es nicht nur eine "spezielle" Veranstaltung geben, sondern das ganze Jahr soll im Zeichen des Jubiläums stehen und das von Anfang an: Zum Auftakt ist eine Silvesterfeier geplant, das besondere Jahr soll gebührend begrüßt werden. Hinzu kommen dann übers gesamte Jahr verteilt Veranstaltungen und Aktionen, die die erste Erwähnung der Stadt in historischen Dokumenten aus 1018 würdigen.

Im Juni und Juli sind größere Veranstaltungen angedacht, auch das Weinfest soll im Zeichen der 1000-Jahr-Feier stehen. Keinen Festzug wolle man 2018 organisieren, sagte Stadelmann, das sei nicht gefragt. Stattdessen soll es zum Beispiel ein zweitägiges Markttreiben geben. Zudem ist ein Musikfestival in den offenen Höfen sowie ein Markt und Open-Air-Konzert vorgesehen.

Dabei könnte sich die Stadt im historischen Gewand zeigen und auch eine Brücke in die jüngste Vergangenheit schlagen, wie es Christoph Winkler erklärte. So sei es vorstellbar, "die ganze Altstadt von Autos zu räumen" sowie Nachbauten der früheren Stadttore anzufertigen, so dass der historische Stadtkern erlebbar wird. Wie Stadthistoriker Ludwig Leisentritt erklärte, hat Zeil viele Jahrhunderte gleich ausgesehen, erst in den 1950er Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg habe sich das Stadtbild merklich geändert. Diese Veränderungen wolle man in der Vortragsreihe und anderen Programmpunkten visualisieren. Laut Ludwig Leisentritt gibt es vor allem seit Beginn des 20. Jahrhunderts viel Bildmaterial.


Leuchtende 1000 auf dem Berg

Bürgermeister Thomas Stadelmann wünschte sich von den Vereinen der Stadt, dass sie Ideen und Arbeitskraft einbringen, um das Jubiläumsjahr zu einem einmaligen Erlebnis werden zu lassen.

Eine eigene Idee brachte er auch gleich selbst ein: Das Zeiler Käppele als alles überragendes Wahrzeichen der Stadt und von weither sichtbar könnte mit einer leuchtenden Ziffer "1000" ausgestattet werden, um das Jubiläumsjahr zu zelebrieren. "Vielleicht sagen nun einige ,jetzt spinnt er'", erklärte der Bürgermeister und lachte. "Aber ich wünsche mir das."


Jubiläumsbier geplant

Die rund 70 Gäste, die am Montag in das Rudolf-Winkler-Haus gekommen waren, zeigten Interesse an einer Mitarbeit in Arbeitsgruppen oder brachten selbst Vorschläge ein. So kündigte etwa Max Göller an, dass die Brauerei Göller beabsichtige, ein Jubiläumsbier zu brauen. Kurt Markert schlug dagegen vor, eine der alten Mühlen in der Umgebung der Stadt zur Veranschaulichung wieder in Betrieb zu nehmen oder sie als Kulisse zu nutzen.

Um weitere Ideen zu sammeln und auszuarbeiten, sollen Projektgruppen gegründet werden, die sich noch im Juni dieses Jahres "das erste Mal treffen", wie Stadelmann sagte. Bis Ende des Jahres soll dann das Ideen-Grundgerüst stehen und im Folgejahr könne man an der Umsetzung arbeiten, betonte er.
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