Ebern
Gartenbau

Wülflingen ist Verein des Jahres

Die Vergabe von Preisen und die Auszeichnung des Vereins des Jahres standen bei der Hauptversammlung des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege an.
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Ein aktiver Verein: Als Verein des Jahres wurde der Gartenbauverein Wülflingen ausgezeichnet. Laut Kreisverbandsgeschäftsführer Guntram Ulsamer hat dessen Vorsitzender Josef Zenker den Verein nach einer "schwierigen Vereinsperiode in neue Bahnen gelenkt", so dass die Mitgliederzahl stetig steige. Unser Bild entstand bei der Kinderaktion Kartoffellegen.
Ein aktiver Verein: Als Verein des Jahres wurde der Gartenbauverein Wülflingen ausgezeichnet. Laut Kreisverbandsgeschäftsführer Guntram Ulsamer hat dessen Vorsitzender Josef Zenker den Verein nach einer "schwierigen Vereinsperiode in neue Bahnen gelenkt", so dass die Mitgliederzahl stetig steige. Unser Bild entstand bei der Kinderaktion Kartoffellegen.
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Wahlen, große Ziele und viele Ehrungen: Der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Haßberge hat in der Frauengrundhalle Ebern unter anderem den "Verein des Jahres" ausgezeichnet und etliche Preisgelder vergeben.
Obwohl die Frauengrundhalle für die Jahresversammlung des Kreisverbandes mit bunten Blumen geschmückt worden war, war die Stimmung phasenweise alles andere als fröhlich. Denn einer fehlte.


Gedenken an Leo Derra

Leo Derra, der an diesem Abend mehrmals für sein fast 40 Jahre langes Engagement geehrt werden sollte, ist überraschend verstorben. Dennoch war er präsent. In den Grußworten des Geschäftsführer Guntram Ulsamer, in der Rede des Ersten Vorsitzenden Wilhelm Schneider und durch seinen Sohn Uwe Derra, der stellvertretend für ihn die Ehrennadel in Gold entgegen nahm. Der 69 Jahre alte Leo Derra war 38 Jahre lange im Gartenbauverein Neubrunn und 24 Jahre lang im Kreisverband aktiv.
Auch Peter Kirchner, der unter anderem seit 2009 als stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbands amtierte und bei Terminen oftmals Landrat Schneider vertrat, würdigte seinen Weggefährten als "Macher". In einem fränkischen Gedicht nahm Kirchner Abschied von seinem Führungsposten, er stand bei der Wahl nicht mehr zur Verfügung. Doch er ließ es sich nicht nehmen, seine Mitstreiter aufzufordern, sich weiter für die Zukunft des Landkreises einzusetzen: "Passt mir auf die Heimat auf. Unsere Kinder und Enkel - die haben ein Recht darauf" rezitierte er im besten Fränkisch.


Erster Vorsitzender bestätigt

Ein erster Schritt in Richtung Zukunft waren die Wahlen des Vorstands des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege Haßberge. Dabei wurde Landrat Wilhelm Schneider als Erster Vorsitzender einstimmig bestätigt. Zur Zweiten Vorsitzenden wurde Birgit Baier gewählt. Ihr Vorgänger Peter Kirchner, seit 2001 Mitglied im Kreisausschuss und seit 2009 stellvertretender Vorsitzender, stand für das Amt nicht mehr zur Verfügung. Ebenfalls neu im Amt ist Karin Limpert als Dritte Vorsitzende, sie folgt Birgit Baier nach. Als 4. Vorsitzende wurde Carola Nitsch wiedergewählt.
Auch Geschäftsführer Guntram Ulsamer und sein Stellvertreter und gleichzeitig Schriftführer, Johannes Bayer, wurden - so wie übrigens alle Vorstandsmitglieder - einstimmig wiedergewählt. Sie werden auch in der neuen Amtsperiode mit Schatzmeister Werner Lambach und den beiden Kassenprüfern Rainer Marquardt und Lilo Stubenrauch zusammenarbeiten.
Als Beisitzer wiedergewählt wurden Lydia Glaser, Margit Kraus, Rainer Gerber und Werner Treiber. Neu in diesem Amt sind Irene Hüttner, Ingrid Markert, Monika Hoffmann und Stefan Lindner. Sie folgen Karin Limpert, Leo Derra, Werner Heyn und Rolf Bößert nach.


Kassenbericht

Nach einem ausführlichen Rückblick auf die Veranstaltungen und Aktionen im Vorjahr, folgte der Kassenbericht durch Schatzmeister Werner Lambach. 2016 startete der Verband mit einem Kassenstand von 11 860 Euro. Im Laufe des Jahres standen den Einnahmen in Höhe von 14 561 Euro Ausgaben in Höhe von 17 186 Euro gegenüber, so dass letztlich 9235 Euro in der Kasse verblieben. "Sie sehen also: Es wurde investiert", schloss Lambach seinen Bericht.
Ein Teil des Geldes floss in die Förderung der Vereine für ihre Aktivitäten und Initiativen. Nutznießer der Förderung war der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Dörflis, der über 3300 Euro in einen Sandsteinfindling investierte. Der kennzeichnet nun die Stelle, an der vor der Gebietsreform die Landkreisgrenzen von Ebern, Hofheim und Haßfurt zusammenstießen. Der Kreisverband bezuschusste das Projekt mit 350 Euro.

Der OGV Hafenpreppach hat 400 Euro in die Hand genommen und etliche Arbeitsstunden investiert, um eine Rundbank am Spielplatz zu erneuern. Der Kreisverband gab 250 Euro dazu. Der Verein aus Junkersdorf an der Weisach hat 2100 Euro ausgegeben, um eine neue Brunnenanlage plus Baumbepflanzung bauen zu lassen. Die Fördersumme des Kreisverbands lag bei 350 Euro. Auch die Neubrunner packten mit an und pflanzten neue Gehölze auf dem örtlichen Friedhof. Der Kreisverband förderte die Aktion mit 50 Euro. Die Zeiler erneuerten die Außenanlagen des katholischen und des evangelischen Kindergartens für insgesamt 1700 Euro. Der Kreisverband gab 350 Euro dazu. Zudem beantragte der OGV Sand einen Zuschuss für die Bepflanzung des Kriegerdenkmals, die über 600 Euro kostete. 100 Euro kamen vom Kreisverband.
Auch der Bund Naturschutz wird eine Finanzspritze in Höhe von 100 Euro bekommen. Er hat auf Initiative der Stadt Ebern am Angerbach einen interkulturellen Garten angelegt. Da kein Vertreter anwesend war, nahm stellvertretend Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann den Scheck entgegen.
Besonders freute sich Geschäftsführer Ulsamer, der durch den Abend führte, über die Gründung der zwölften Kinder- und Jugendgruppe in Neuses mit dem Namen "Neusicher Mischgemüse". Die Gruppe wurde mit einem Startkapital in Höhe von 150 Euro gefördert.
Ulsamer nutzte die Gelegenheit, auch über das Leaderprojekt "Gartenkultur im Landkreis" zu informieren. Dafür hat ein Planungsbüro die gartenkulturellen Besonderheiten im Landkreis erfasst und Vorschläge für den Umgang und die Weiterentwicklung gemacht. Dabei geht es nicht nur um reine Gärten, sondern auch Ruinen, Friedhöfe, Gartendörfer oder Schlossgärten. Für drei ausgewählte Objekte, darunter das Schloss Oberschwappach, wurde bereits eine detaillierte Planung erarbeitet. In diesem Jahr soll die Forschung vertieft werden. Eine erste konkrete Umsetzungsmaßnahme könnte laut Ulsamer sein, den Schlosspark Oberschwappach Ende September durch die Fachhochschule Coburg illuminieren - also beleuchten - zu lassen.
Schon Landrat Wilhelm Schneider (CSU) hatte in seiner Rede als Erster Vorsitzender des Kreisverbandes die Bedeutung des Projekts unterstrichen. Die Fachleute des Planungsbüros seien erstaunt gewesen, wie wenig der hohe (Natur-)Wert den Menschen in der Region bewusst sei. Sie hätten festgestellt, dass die Gartenkultur Teil des Alltags im Landkreis Haßberge sei. Abschließend appellierte er, weiterhin engagiert mitzuwirken um den Garten als gesundes und erlebnisreiches Wohnumfeld zu erhalten.
Zusammen mit seinem Stellvertreter Johannes Bayer stellte Ulsamer desweiteren das Jahresprogramm 2017 vor. Es wurde im Vorfeld auf 2000 Flyern gedruckt und an die 80 Mitgliedsvereine ausgegeben. Höhepunkte im Veranstaltungskalender sind unter anderem der Tag der offenen Gartentür am 25. Juni in Rügheim, der Tag des offenen Friedhofes in Sand am 17. September oder das Eberner Apfelfest am 8. Oktober. Usamer wies insbesondere auf einen neuen Wettbewerb hin zum Thema "Natur im Garten". Er richtet sich an alles Gartenbesitzer im Landkreis, die ihren Garten nach ökologischen Gesichtspunkten bewirtschaften - egal ob Nutz- oder Wohngarten. Anmeldungen sind bis Ende Mai möglich. Alle Informationen sind auch auf der neu gestalteten Homepage unter www.gartenbauvereine-hassberge.de zu finden.
Hier finden sich auch Informationen zum "Verein des Jahres", dem OGV Wülflingen. Dem neuen Vorstand sei es nach einer schwierigen Phase gelungen, durch die Schaffung eines Kulturgartens einen Begegnungsort für Familien und Kindern zu schaffen, begründete Ulsamer die Entscheidung. Seit dem "Neustart" 2014 sei die Mitgliederzahl von 52 auf derzeit 111 gestiegen.
Zur Pflanze des Jahres 2017 wurde die Haselnuss gekürt. Sie ist ein heimischer Großstrauch, fühlt sich sowohl in Gärten aus auch in der freien Landschaft wohl und leistet seinen Beitrag als Vogelschutz und Bienennahrung. Auch drei neue Saatgutmischungen hat der Kreisverband kreiert: Die mehrjährige Sommerblumenmischung "Sommertraum" und die Mischung "Veitshöchheimer Blau-Gelb" blühen innerorts. Die "Haßbergmischung - Landschaft" eignet sich für außer Orts und besteht nur aus heimischen, standortgerechten Stauden aus dem Landkreis Haßberge.


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