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Haßfurt
Jugendaustausch

Wow: Deutschland, das Wurstland

Über den Lions-Club lernen viele junge Menschen aus der ganzen Welt gegenwärtig die Kultur der "Germans" kennen. Emely aus Irland beispielsweise beeindruckte die "German Brotzeit" schwer. Autofans waren begeistert.
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Die "German Brotzeit" hat die Austauschschüler - unter anderem - bei ihrem Besuch in Deutschland schwer beeindruckt. Emely Watson ist schier geplättet von den "Millionen Sorten Wurst" und Brot, die es hierzulande ganz selbstverständlich gibt (oben). - Drei interessante Wochen verleben 25 junge Menschen von fast allen Erdteilen derzeit auf Einladung des Lions-Districts Nordbayern in Königsberg. Wir unterhielten uns bei ihrer Ankunft mit Yogesdra, Tatevik, Emely, Page, Roxanna, Abubakarv (von l...
Die "German Brotzeit" hat die Austauschschüler - unter anderem - bei ihrem Besuch in Deutschland schwer beeindruckt. Emely Watson ist schier geplättet von den "Millionen Sorten Wurst" und Brot, die es hierzulande ganz selbstverständlich gibt (oben). - Drei interessante Wochen verleben 25 junge Menschen von fast allen Erdteilen derzeit auf Einladung des Lions-Districts Nordbayern in Königsberg. Wir unterhielten uns bei ihrer Ankunft mit Yogesdra, Tatevik, Emely, Page, Roxanna, Abubakarv (von links) und Harald Riegel (hinten), der das Youth-Camp organisiert hat. Foto: Sabine Weinbeer
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"Die Deutschen sind gar nicht unfreundlich und immer ernst, sondern sehr nett", sagt Abubakarv, und Yogesdra strahlt: "Ich wollte ins Land der Autos." Der junge Holländer mit Wurzeln in Sierra Leone und der frischgebackene Jurist aus Indien freuen sich auf die Zeit ihres Deutschland-Aufenthalts. Mit 23 anderen jungen Menschen aus 17 Ländern nehmen sie am Internationalen Yo uth-Camp des Lions-Districts Nordbayern teil. Organisiert wird dieses Camp zum zweiten Mal von Harald Riegel aus Haßfurt.

Ernst und unfreundlich...

Eine Woche verbrachten die 25 jungen Leute zunächst in Gastfamilien zwischen Aschaffenburg, Haßfurt und Gerolzhofen. Hier erlebten sie manche Überraschung, denn natürlich gibt es in allen in ihren Heimatländern ein bestimmtes Bild von Deutschland und den Deutschen.
Nicht gerade humorvoll wären sie, ernst oder eben gar unfreundlich, wie scheinbar viele Holländer meinen.

Dann war es ganz anderes. "Very nice" erlebte Emely Watson aus Nord-Irland ihre Gastfamilie und schon vor einigen Monaten auch einen Berlin-Aufenthalt. "Schwestern auf Zeit" waren für Page aus Kanada die drei Töchter ihrer Gastfamilie. Die Krankenschwester aus Kanada verbrachte die vergangene Woche bei einem Kinderarzt und seiner Familie. "Mein Hausvater hat immer Lederhosen getragen", berichtet Abubakarv, und Yogesdra hatte sowieso das große Los gezogen: Nicht nur, dass der 24-Jährige, der gerade sein Jura-Studium abgeschlossen hat, bei einem Notar aufgenommen wurde, der ihn sogar mit ans Gericht nahm und ihm viel vom deutschen Rechtssystem vermittelte, nein, er erlebte auch das "Autoland" hautnah mit Besuchen sowohl bei Porsche als auch bei BMW.

Im Dirndl unterwegs

Tatev aus Armenien berichtet vom Volksfestbesuch im Dirndl, und Roxanna aus Rumänien genoss in Haßfurt das Kleinstadt-Flair. Jeden Tag sei sie mit den beiden Töchtern ihrer rumänisch-stämmigen Gastmutter Fahrrad gefahren "dafür ist daheim in Iasi zu viel Verkehr", erzählt sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

Emely muss nicht lange nachdenken, um das Tollste an ihren bisherigen Deutschland-Erfahrungen zu benennen: "German Brotzeit mit zehn Sorten Brot und Millionen Sorten Wurst".

15 bis 26 Jahre alt sind die Teilnehmer am Youth-Camp, die nun seit Sonntag in der Jugendherberge in Königsberg eine Gruppe bilden. Einige von ihnen wurden von ihren heimischen Lions-Clubs für die internationale Begegnung vorgeschlagen, andere kannte Harald Riegel von seinen Reisen als Bezirks-Governor vor einigen Jahren oder durch das Erasmus-Projekt des Regiomontanus-Gymnasiums. Ziel dieser Jugendcamps ist es, junge Menschen aus allen Teilen der Welt miteinander und mit ihren unterschiedlichen Kulturen zusammenzubringen und in die Kultur des Gastgeberlandes einzutauchen.

Harald Riegel hat nun das zweite Youth-Camp für den Lions-Distrikt Nordbayern organisiert, unterstützt wird er dabei von Lehrer-Kollegen vom Regiomontanus-Gymnasium wie Paul Schamberger und Alexandra Weber. Von Königsberg aus standen in dieser Woche allerhand Outdoor-Aktivitäten auf dem Programm, Besuche auf dem Zeiler Weinfest, in Würzburg und Bamberg.

Ein Wochenende in Nürnberg

Auch im Landratsamt Haßberge wurden sie empfangen und mit den Strukturen des Landkreises vertraut gemacht. Dieses Wochenende verbringt die ganze Gruppe in Nürnberg. Und ab Montag kommt dann Oliver Kunkel dazu, denn dann wird es musisch und kreativ.

Die zweite Woche ist ein großer Workshop, in dem es um Musik, Theater, Gesang und Tanz geht. Die Ergebnisse dieser Workshops bringen die Teilnehmer des Youth-Camps dann zum Abschluss auf die Bühne. Am Regiomontanus-Gymnasium werden sie am Freitag, 14. August, ab 18.30 Uhr einen bunten Abend gestalten, zu dem jeder Interessierte willkommen ist. Viele Gastfamilien wollen dabei sein. Wer neugierig geworden ist, kann am Freitag ins Forum des Gymnasiums kommen; es ist ist erreichbar über den Haupteingang des Schulzentrums und liegt mitten in der Schulstraße.

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