Wonfurt
Umweltvergiftung

Wonfurter Bürgerinitiative wettert gegen Loacker

Nachdem der Recyclingbetrieb Loacker in Wonfurt am Donnerstag wieder in Betrieb gehen dürfe, meldet sich die Bürgerinitiative "Lebenswertes Wonfurt" erbost zu Wort.
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Die Recyclingfirma Loacker kommt nicht aus den Schlagzeilen. Archivfoto: ks
Die Recyclingfirma Loacker kommt nicht aus den Schlagzeilen. Archivfoto: ks
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Ihr Sprecher Peter Werner fasst den Unmut der Wonfurter Anlieger zusammen: "Bis zum nächsten Störfall, Schwelbrand oder Austritt von Giftstoffen aus den Abluftkaminen? Und das alles im Normalbetrieb und immer noch nicht: im komplett eingehausten Zustand - ohne 100 Prozent Eingangskontrolle des angelieferten Materials auf Radioaktivität und ohne die Bewertung eines unabhängigen Humantoxikologen."

Schwermetalle im Elektroschrott

Die Firma Loacker recycelt Elektroschrott. Bislang in einer Anlage mit einer Kabelmühle, aus der dabei entstehender Staub in die Umgebung entweichen kann. Dieser Staub hat in den letzten Monaten für Ärger gesorgt, denn der ist mit Schwermetallen belastet und, wie die Bürger besonders fürchten, auch mit Radioaktivität. In der Umgebung wurden Anlagen für ein Umweltmonitoring aufgebaut.

Inzwischen hat das Landratsamt reagiert und fordert die Einhausung der Anlage, für die Loacker einen Bauantrag vorlegen soll. Nach einem erneuten Schwelbrand war die Anlage außerdem durch die Behörde stillgelegt worden. Diese Stilllegung wurde am Mittwoch, nachdem das Unternehmen, wie die Behörde berichtete, die geforderten Auflagen erfüllt hat, aufgehoben.

Alles nur Seifenblasen

Die Vertreter der Bürgerinitiative (BI) fühlen sich nun erneut schwer enttäuscht; Werner weiter: "Von den regierungsnahen Fachbehörden und vom Landratsamt Haßberge konnten wir nicht erwarten, dass eine Entscheidung im Sinne und zum Schutz des Bürgers gefällt wird. Viele von uns in Wonfurt, Haßfurt, Wülflingen, Theres, Steinsfeld, in den umliegenden Kommunen, im ganzen Landkreis Haßberge werden ständig mit neuen heilsbringenden Maßnahmen konfrontiert, die sich dann immer wieder als Seifenblasen entpuppen."

Die Vorstandsvertreter der BI, Thomas Reinhard, Stefan Tempel, Andrea Werner und Peter Werner sehen Loacker quasi einen "politischen Freifahrtsschein" ausgestellt, und den "vor Jahren schon ausgestellt". Ihre bittere Erkenntnis als "Laborratten": "Der Schutz der Bürger steht an letzter Stelle".

Die Bürgerinitiative pocht aber auf das im Grundgesetz verankerte Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit und auf die staatlich geschützte Verantwortung für die künftigen Generationen auf natürliche Lebensgrundlagen.

Wonfurter wollen sich weiter wehren

Metallischer Feinstaub sei vor allem für Kinder sehr gefährlich. Die BI befürchtet weitere Vergiftungsfälle. Überhaupt nach besorgniserregenden Untersuchungsergebnissen bei Anrainern. So wollen sich die Wonfurter weiter wehren und zählen auf Solidarität von Bürgern aus den umliegenden Kommunen.
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