Wohnau
Bürgerversammlung

Wohnau pflegt seine Grünzonen

Im kleinen Knetzgauer Gemeindeteil ist alles im "grünen Bereich". Die Teilnehmer versprachen, mit anzupacken.
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Viele gepflegte Vorgärten und Grünzonen gibt es in Wohnau. Die Bevölkerung dort ist auch bereit, öffentliche Grünflächen zu pflegen. Das ist in dem kleinen Knetzgauer Gemeindeteil schon lange gute Praxis, wie in der Bürgerversammlung am Montagabend deutlich wurde.  Foto: Sabine Weinbeer/Archiv
Viele gepflegte Vorgärten und Grünzonen gibt es in Wohnau. Die Bevölkerung dort ist auch bereit, öffentliche Grünflächen zu pflegen. Das ist in dem kleinen Knetzgauer Gemeindeteil schon lange gute Praxis, wie in der Bürgerversammlung am Montagabend deutlich wurde. Foto: Sabine Weinbeer/Archiv
Zufrieden sind sie, die Wohnauer, aber sehr interessiert. Das zeigte die Teilnahme an der Bürgerversammlung am Montagabend. 37 Teilnehmer zählte Bürgermeister Stefan Paulus (CWG, SPD) - bei 57 Wahlberechtigten eine Quote, die sonst höchstens bei Bürgerversammlungen erreicht wird, bei denen es um Beitragsbescheide für Kanal oder Straße geht.

Nichts davon steht in Wohnau an. Der Pflasterweg im Friedhof soll einen neuen Belag bekommen. Bürgermeister Paulus wünschte sich, das Hainerter Modell auch hier umzusetzen, wonach die Gemeinde das Material stellt und die Arbeit in Eigenleistung erfolgt. Das wollen die Wohnauer gerne versuchen, erklärten sie nach kurzer Besprechung, zumal sich Florian Flug bereit erklärte, Gerät und wenn nötig auch einen versierten Pflasterer beizusteuern.


Neuer Platz für den Maibaum

Auch ein neues Maibaumfundament soll entstehen an einem neuen Standort. Der Maibaum soll weiter weg von der Kirche, wo es beim Aufstellen immer mal zu Schwierigkeiten kommt, und näher hin zum Gemeinschaftshaus, wo auch die Feier stattfindet.

Der lange umstrittene und beklagte Bebauungsplan Wohnau sei nun endgültig rechtskräftig, nachdem die Widerspruchsfrist abgelaufen ist, erklärte Paulus. Er forderte Bauwillige auf, sich im Rathaus zu melden. Erschließen werde die Gemeinde erst, wenn auch Interesse am Bauen bestehe.

Auch in Wohnau wie in allen Gemeindeteilen erläuterte Bürgermeister Stefan Paulus sein Vorhaben, die öffentlichen Grünflächen künftig weniger intensiv zu pflegen - oder in Patenschaften an Anlieger zu übergeben. Damit will er einerseits den Bauhof entlasten, andererseits die Grünflächen auch wertvoller für Bienen machen. "Regelmäßig gemäht werden müssen nach meiner Auffassung nur Spielplätze und Friedhöfe", erklärte Stefan Paulus, der seine neue Konzeption demnächst auch mit dem Gemeinderat besprechen will.


Fast automatisch

So, wie sich das der Bürgermeister in ganz Knetzgau vorstellt, funktioniert das in Wohnau schon fast automatisch. Viele öffentliche Grünflächen werden ehrenamtlich gemäht, Die Pflanzflächen im Ort, die im Zuge der Dorferneuerung entstanden sind, werden wie der eigene Vorgarten mitgepflegt und draußen in der Flur gibt es Biotope mit großer Pflanzenvielfalt. Im Ort möchten die Wohnauer gerne weiterhin gepflegte und gärtnerisch gestaltete Flächen, erklärten sie; für ein etwas verwildertes öffentliches Beet fanden sich noch während der Versammlung zwei Frauen, die es künftig betreuen.

Zuvor erfuhren die Wohnauer, dass nach den Faschingsferien die generalsanierte Schule in Knetzgau wieder bezogen wird. Ende Mai werde ein Tag der offenen Tür stattfinden, bei dem sich interessierte Besucher auch über das moderne pädagogische Konzept informieren können, das dann umgesetzt werden kann. Die Schulsanierung habe eine lange Planungsphase benötigt und sei eine teure Angelegenheit, so Stefan Paulus, aber es sei doch ein rundes Projekt geworden - und gelungen. Die hohen Anforderungen des Brandschutzes würden nun ebenso erfüllt wie die Barrierefreiheit im ganzen Schulhaus und auch inhaltlich lernten künftig die Kinder auf modernstem Standard. "Es hat sich gelohnt, Schüler, Lehrer und Eltern einzubeziehen", resümierte Paulus.


Die nächsten Vorhaben

Im Frühling werde auch der Turngarten mit dem Kriegerdenkmal fertig. Der Bürgermeister hofft, dass es dann dort auch wieder den Knetzgauer Weihnachtsmarkt geben wird.

Wenn die Schule fertig ist, warteten die nächsten Projekte, wie der "Schwarze Adler" in Westheim und eventuell irgendwann ein Ersatzbau für die Franz-Hofmann-Halle. Paulus betonte, wie wichtig ihm der Erhalt des ehemaligen Gasthauses in Westheim ist. Kommunen seien auch verpflichtet, historische Gebäude zu erhalten. Ein solches sei der "Schwarze Adler". 2,5 Millionen Euro seien zwar eine stolze Summe, doch die Westheimer seien in einem Förderverein an Bord, außerdem die beiden Kirchen, die das Haus ebenfalls nutzen wollen. Mit den zugesagten Zuschüssen bleibe für die Gemeinde Knetzgau eine Restsumme von 500 000 Euro, um in Westheim ein Gemeinschaftshaus zu schaffen und ein wichtiges Gebäude an der Ortsdurchfahrt für die Nachwelt zu erhalten.
Kurz ging Paulus auch auf die Grundsteuererhöhung ein, die zum einen den staatlichen Rahmenbedingungen geschuldet sei und zum anderen den Planungen der Gemeinde. Bis 2020 investiere Knetzgau 30 Millionen Euro, rechnete Paulus vor. Wenn der Freistaat Zuschüsse geben soll, verlange er von den Kommunen aber auch, dass sie ihre eigenen Einnahmequellen ausschöpfen. Diese Vorgabe erfülle Knetzgau mit der Erhöhung, die sich bei einem normalen Einfamilienhaus im Bereich von etwa 20 Euro im Jahr bewege.
Eine neue Krippe werde in Knetzgau errichtet, weil die bestehenden Plätze nicht ausreichen, kündigte Stefan Paulus an. Allerdings habe man zusehends Probleme, Erzieherinnen und Erzieher dafür zu finden.
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