Haßfurt
Buch

Wilhelm Wolpert schildert Sagenhaftes am Main

Einen "sagenhaften" Abend erlebten die Gäste der Lesung mit Wilhelm Wolpert in der ausverkauften Rathaushalle in Haßfurt, die das Kulturamt mit dem Verein "Haßfurt hilft" zu dessen Gunsten veranstaltet hat. Im Mittelpunkt stand die Vorstellung des Buches "Maingeister - Sagen aus Unterfranken neu erzählt", das Kurt Neubauer herausgibt.
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Mundartdichter Wilhelm Wolpert aus Haßfurt (links)  mit  Kurt Neubauer, dem Herausgeber des Sagenbuches  "Maingeister"  Foto:  ul
Mundartdichter Wilhelm Wolpert aus Haßfurt (links) mit Kurt Neubauer, dem Herausgeber des Sagenbuches "Maingeister" Foto: ul
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Der Herausgeber, der als freier Maler und Grafiker in Nürnberg arbeitet und das Buch mit schönen, "sprechenden" Bildern illustriert hat, hat inzwischen drei Sagen-Bücher produziert. "An den Sagen interessiert mich vor allem, dass sie Fantastisches in sich tragen und mir beim Lesen oder Hören starke Bilder in den Kopf kommen", erzählte er dem Publikum.

Interessant sei auch die Bipolarität; es gebe nur gut oder böse, hell oder dunkel, schaurig oder lustig. Denn die Sage kenne keine Graustufen. Weil er Sagen und als Künstler auch schöne Bücher liebe, habe er bereits drei Sagen-Bücher herausgegeben. Wobei er die Komposition zwischen Text und Bild als sehr spannend empfindet. "Ich habe zu den in meinen Büchern veröffentlichten Sagen Tusche- und Federzeichnungen gefertigt und diese dann am Computer koloriert", teilte er am Donnerstagabend mit. Alle Sagen, die von Natur aus lokal gebunden seien, trage er selbst nach gründlichen Recherchen vor Ort zusammen. Dann gehe er auf Autoren zu und bitte sie, diese neu zu interpretieren. Denn die Sage lasse einen breiten Interpretationsspielraum und literarische Freiheiten zu. Außerdem beinhalteten die Bücher die historische "Wahrheit" hinter den Sagen.

Bisher sind die Bücher "Stadtgeheimnisse - Nürnberger Sagen neu erzählt" und "Das Wütige Heer am Walberla - Sagen aus der Fränkischen Schweiz" und gerade rechtzeitig zur Lesung "Maingeister - Sagen aus Unterfranken neu erzählt" erschienen.
Insgesamt haben neun Autoren an der "bunten Straße an Erzählweisen und Interpretationen" mitgewirkt.

Im neuesten Werk "Maingeister" kommt der Haßfurter Mundartdichter Wilhelm Wolpert gleich mehrere Male "zu Wort". "Ich habe erfahren, dass er Träger des Franken-Würfels ist, und dachte mir, der muss doch gut sein", erklärte Kurt Neubauer. "Also habe ich ihn gefragt, ob er nicht einige Sagen beisteuern möchte. Zumal die Mundart, in der er schreibt, hervorragend passt, da Sagen ja auch immer im jeweiligen Dialekt erzählt wurden."

So beginnt das neue Buch örtlich betrachtet in Haßfurt, wobei Wilhelm Wolpert zwei Sagen aus der Kreisstadt und eine aus dem Stadtteil Sailershausen beigesteuert hat. Das Werk "wandert" den Main entlang bis nach Aschaffenburg. Zwischendurch kann man auch zwei Sagen vom heiligen Pippin aus Würzburg, neu erzählt von Wilhelm Wolpert, lesen.

Der Mundartdichter eröffnete die Lesung mit der Klingenberger Sage "Das Glöcklein der Stromfei" des Autors Valentin Müller, bevor er zur Freude seiner Zuhörer seine neu erzählte Sage von der Schwedenprozession vortrug. Sie berichtet davon, wie Bürger von Haßfurt im 30-jährigen Krieg durch eine Prozession von der Ritterkapelle zur Pfarrkirche den Schweden so viel Angst einjagten, dass sie die Stadt verschonten. Aber auch wie Christus an dem Kreuz bei Sailershausen zu zwei rechten Füßen kam, warum die beiden Türme der Haßfurter Stadtpfarrkirche unterschiedlich dick sind und wieso der heilige Pippin, dessen steinerne Figur auf der Alten Mainbrücke in Würzburg steht, zum Ratgeber in schwierigen Lebenslagen avancierte, schilderte Wolpert.

Musikalisch vertieft haben den sagenreichen Abend Maria Groh aus Haßfurt (Gesang) und Monika Appel (Gleisenau) am Klavier. Der Erlös kommt dem Verein "Haßfurt hilft" zugute. Die von Wilhelm Wolpert ins Leben gerufene Organisation unterstützt Menschen und Hilfsprojekte in armen Ländern. Vor allem in Albanien.

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