"Das Wichtigste ist, in jeder Situation die Ruhe zu bewahren", erklären die Haßfurter Schulsanitäter auf die Frage, wie man als Ersthelfer in einer Notsituation reagieren muss. Danach sind die speziellen Hilfsmaßnahmen dran. Beim unterfränkischen Wettbewerb der Realschulsanitäter mit 14 Gruppen aus dem gesamten Regierungsbezirk erzielten die Schüler aus der Kreisstadt einen ausgezeichneten dritten Platz.

Auf insgesamt zehn Prüf-Stationen wurden die Jugendlichen mit Situationen konfrontiert, die im Schulalltag jederzeit vorkommen können: Ein Schüler stürzt die Treppe hinunter, ein anderer hat Nasenbluten, ein dritter hat sich in den Finger geschnitten und ein vierter steht unter Schock. Unzählige Verkehrsunfälle beweisen immer wieder aufs Neue, dass die meisten Erwachsenen überfordert sind und nicht recht wissen, was in solchen Notlagen zu tun ist. Die Schulsanitäter aber haben den Anspruch an sich selber, solche Situationen zu meistern.


Nachtschicht im Sani-Wagen



Seit fünf oder sechs Jahren leitet Manfred Brech die engagierte Truppe. Der Fachlehrer für Kunst, Sport und Werken hat in dieser Zeit aus einem ganz kleinen Grüppchen ein hochmotiviertes und starkes Team geformt. Einmal pro Woche zieht sich der Pädagoge abends eine Rettungsweste an. Als ausgebildeter Rettungsassistent übernimmt er - ehrenamtlich, versteht sich - im Sani-Wagen die Nachtschicht.

Die "Wettkampfgruppe" der Rot-Kreuz-Schulsanitäter bestand aus sechs Realschülern. Insgesamt gibt es in der weiterführenden Schule sogar rund 30, verteilt über alle Klassen, erzählt Nikolai Menna. Der 17-Jährige besucht die Abschlussklasse und ist neben Eva Burger und Julia Höfner einer der drei Sani-Sprecher. Alle Mitglieder der Gruppe haben einen Ersthelfer- oder Erste-Hilfe-Kurs absolviert. Nikolai hat darüber hinaus eine Sanitätsausbildung beim Roten Kreuz geschafft und fährt zudem ein- bis zweimal im Monat im Haßfurter Rettungsdienst mit.
Als Schulsanitäter haben er und seine Mitstreiter schon einiges erlebt. Vom gequetschten Daumen über die Hyperventilation und der allergischen Reaktion bis zum epileptischen Anfall war alles dabei. Damit sie schnell an Ort und Stelle sind, müssen die Ersthelfer während der Schulzeit von den Lehrkräften und der Sekretärin jederzeit erreichbar sein. Und um das sicherzustellen, gibt es einen genauen Dienstplan.

Nur ganz knapp landeten sie bei der Veranstaltung im "Silberfisch" hinter ihren Kollegen aus Bessenbach und Bad Brückenau auf dem dritten Platz. Damit verpassten sie den Sprung auf die Plätze, die zum bayernweiten Wettbewerb berechtigen, um Haaresbreite.