Pfarrweisach

Weltgebetstag in Pfarrweisach als "Botschaft für Toleranz"

Die Liturgie zum Weltgebetstag der Frauen kommt heuer von den Bahamas. Bei einem ökumenischen Vorbereitungstreffen in Pfarrweisach stimmten Informationen zum Land und dessen Problemen sowie Anspiele auf die Veranstaltung am 6. März ein.
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Eine Ditterswinder Gruppe hatte die "Fußwaschung" als Anspiel vorbereitet und setzte diese eindrucksvoll in Szene. Von links nach rechts: Klara Jakob, Marianne Vollert-Holzheid, Eva Teufel (kniend) und Maria Eckl.  Fotos: Jens Fertinger
Eine Ditterswinder Gruppe hatte die "Fußwaschung" als Anspiel vorbereitet und setzte diese eindrucksvoll in Szene. Von links nach rechts: Klara Jakob, Marianne Vollert-Holzheid, Eva Teufel (kniend) und Maria Eckl. Fotos: Jens Fertinger
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Viele Menschen verbinden mit den Bahamas die Vorstellung von Traumurlaub. Eine ganz neue Sicht auf den Inselstaat im Atlantik, der geographisch zu Mittelamerika zählt, wird der Weltgebetstag der Frauen ermöglichen. Die Liturgie stammt in diesem Jahr von Frauen dieser seit 1973 unabhängigen, ehemaligen britischen Kronkolonie.Der Gebetstag wird am Freitag, 6. März, weltweit gefeiert. Sein deutschsprachiger Titel lautet: "Begreift ihr meine Liebe?"

Beim ökumenische Vorbereitungstreffen von Frauen aus den Dekanaten Haßfurt, Ebern und Rügheim im katholische Pfarrheim in Pfarrweisach standen die Geschichte und Schönheiten der Bahamas sowie die Gottesdienstordnung im Blickpunkt. Das gilt auch für das Titelbild "Blessed" (Gesegnet), das die einheimische Künstlerin Chantal E. Y. Bethel entworfen hat. Für die musikalische Unterstützung des Vorbereitungstreffens sorgten Klemens Albert an der Gitarre und Mitglieder des Singkreises Pfarrweisach.

Hohe Anziehungskraft

Weit über 100 interessierte Frauen waren gekommen, was die ungebrochen hohe Anziehungskraft dieser ökumenischen Veranstaltung beweise, wie sich Pater Alfons Blüml und Elfriede Schneider vom Vorbereitungsteam freuten. Der evangelische Dekan Jürgen Blechschmidt lobte den jahrelangen Einsatz des Leitungsteams und würdigte - im Hinblick auf die derzeitig aufflammende Ausländerfeindlichkeit - die Teilnehmerinnen als "Botschafterinnen für Toleranz". Pfarrweisachs Bürgermeister Ralf Nowak (ULB) sprach das kreative Miteinander an. Er freue sich, dass die Veranstaltung in diesem Jahr in Pfarrweisach angeboten wird.

Elfriede Schneider lud zu einer Meditation ejn und erläuterte sie die Gestaltung der "Mitte", einer gestalteten Fläche in der Saalmitte, die mit Zeichen, Symbolen und landestypischen Materialien die Thematik des Weltgebetstages "Begreift ihr meine Liebe?" verbildlichte. Doris Geuß stellte die Bahamas anhand von Bildern vor, welche einen hervorragenden Einblick in das Land, dessen wechselvolle Geschichte (Entdeckung durch Christoph Kolumbus, englische Kolonie, Plantagen und Sklaverei, bis hin zur Unabhängigkeit) seine Schönheiten, aber auch Probleme gaben.

"Vorwärts, aufwärts, weiter, gemeinsam"

Die Erläuterungen zur Flagge und speziell zum Landeswappen mit seinem Wahlspruch "Vorwärts, aufwärts, weiter, gemeinsam" beeindruckten die Teilnehmerinnen auf besondere Weise. Charlotte Seitz erläuterte die Materialien, die das deutsche Weltgebetstags-Komitee zur Verfügung stellt, und Kathrin Ruppert stellte bahamaische Produkte vor, wie sie im "Weltladen" in Ebern zu finden sind. Am ökumenischen Tisch der "Bibelwelten" aus Haßfurt waren verschiedene Bücher aufgelegt.

Die Gebetstagsordnung wurde Stück für Stück durchgearbeitet und in unterschiedlicher Weise mit Texten, Anspielen und sonstigen Gestaltungshilfen vorgestellt. Adelheid Karg machte Vorschläge zur Gestaltung des Lobpreises, und Charlotte Seitz erläuterte das Titelbild von Chantal E. Y. Bethel.

Die Fußwaschung

Katrin Fuchs, Pastoralassistentin an der St. Christopherus-Pfarreiengemeinschaft mit Zentrum in Baunach, bot Zugänge zum biblischen Text und dessen Bedeutung für die Menschen von heute. Die Fußwaschung findet sich lediglich im Johannesevangelium und wirft nicht zuletzt dadurch einen ungewöhnlichen Blick auf den irdischen bzw. den himmlischen Jesus. Schwerpunktmäßig ging Fuchs auf die symbolische Bedeutung von "Fuß", "Kopf" und "Hand" sowie "Wasser" oder "Kleiderwechsel" ein.

Eine siebenköpfige Gruppe aus Ditterswind setzte die Lesung von der "Fußwaschung" in Szene. In einem weiteren Anspiel (Leitung Rosemarie Endreß) wurde sichtbar, wie Lebenssituationen konkret verändert werden können: In Form einer vorgespielten Fußwaschung an sechs "bahamaischen" Frauen verändert sich deren jeweilige Notlagensituation zum Guten. Angesprochen wurden dabei Probleme wie Armut, häusliche Gewalt, Fremdenfeindlichkeit, die Alleingelassenheit junger Mütter, Aids und Brustkrebs. Adelheid Karg zeigte schließlich die Möglichkeit der Darstellung von "Bitte um Vergebung".

Wie üblich wurden jene Lieder gesungen, die im Rahmen des Gottesdienstes Verwendung finden werden. Mit der Kollekte werden weltweit Projekte unterstützt, "die Frauen und Mädchen stärken und so dazu beitragen, dass es gerechter zugeht in unserer Welt". Da sie vor allem jugendlichen Müttern zugute kommen soll, wurde dem Spenenaufruf mit einem Kinderwagen Nachdruck verliehen.



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