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Kirchlauter
Imker-Jubiläum

Warum kein Geld mehr für summ, summ herum?

In Kirchlauter ärgern sich die Mitglieder über das Streichen eines Zuschusses.
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Wolfgang Düringer aus Gochsheim lockerte bereits zum zweiten Mal eine Jubiläumsfeier der Imker auf. Foto: Ralf Kestel
Wolfgang Düringer aus Gochsheim lockerte bereits zum zweiten Mal eine Jubiläumsfeier der Imker auf. Foto: Ralf Kestel
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Es ging - auch - um Bienenhäuser, aber nicht nur. Deutlich stärker im Fokus standen die Zukunft des Lehrbienenstandes und des Oskar-Kandler-Zentrums. Die Feier zum 60. Jubiläum des Imkervereins nutzte Vorsitzender und Altbürgermeister Peter Kirchner mehr zum Rundumschlag, aber auch zum geistigen Rundflug samt Abstecher in die Vergangenheit des Vereins, der aktuell 58 Mitglieder zählt, 49 aktive Imker darunter.

So weilte unter den Gästen im vollbesetzten Saal Alfons Kirchner als Gründungsmitglied und Rosa Geier als Ehefrau des Gründungsvorsitzenden, die Peter Kirchner bei seinen Ausführungen eifrig ergänzte.

Denn als der an die Anfänge erinnerte, da die Imkerei aus wirtschaftlichen Überlegungen betrieben wurde, um an Honig und einen billigen Zuckereinkauf zu kommen, verwies er auf die beiden Leitwölfe (Lehrer Schömig und Pfarrer Weyermann) und die Mitglieder aus Hofstetten, Neubrunn und Breitbrunn. "Die meisten Auswärtigen kamen aus Dörflis", ergänzte die Rosa Geier.


Gemeinde-Zentrum

Was Kirchner nicht aus seinem Konzept brachte, das er sorgsam vorbereitet hatte: So stellte er die Leistungen seiner (Bienen-) Völker für die Allgemeinheit durch das Bestäuben vieler Pflanzen heraus, aber auch die bienenfleißigen Helfer in seinem und anderen Vereinen. So die Helfer in der Heilig-Länder-halle, im Pettstadter Gemeindehaus und auch im Oskar-Kandler-Zentrum (OKR).

Vor dem Hintergrund der laufenden Sanierungsüberlegungen und -kosten stellte Kirchner heraus, dass das OKR von zwölf Vereinen an 132 Tagen im Jahr genutzt worden sei. "Zwei Gruppierungen, die es zu 17 Prozent nutzen, leisten 43 Prozent des Deckungsgrades", rechnete Kirchner vor, wobei er die Theatergruppe herausstellte, deren Aufführungen aktuell wieder laufen. "Die gibt den Gemeindezuschuss mehrfach zurück."

Und noch Haus brennt Kirchner auf den Nägeln: Der Lehrbienenstand, wo an mehreren hundert Dienststunden mehr als 600 Imkern Wissen und Praxis vermittelt worden sei. "Drei Staatliche, zwei Ausgebildete und sieben Praktiker waren bisher im Einsatz, wofür es bislang 800 bis 1000 Euro an staatlichem Zuschuss gab."

Weil die 2017 für die Imkerfortbildung aber nicht mehr gewährt und "irgendwo anders ausgegeben werden" , ist der "Herr des süßen Produktes" richtig sauer: "Mir stinkt es, wie das Ehrenamt immer hochgelobt wird und wir bringen sogar noch Geld mit, aber solche Entscheidungen demotivieren. Ich kenne die Gründe für die Streichung nicht, aber ich kenne die Auswirkungen. Bei denen, die so entschieden haben, ist es genau andersrum."
Welche negative Auswirkungen er genau meinte, formulierte der Imkervorsitzende eher verschlüsselt: "Wir Imkern helfen auch anderen über die Bienenhaltung hinaus. Aber so wird der Einsatz derer, die der Gemeinschaft Nutzen bringen, mit Füßen getreten."


Kein Affront gegen Bauern

Wer nicht gemeint ist, stellte Kirchner auch klar: Kein Affront gegenüber Landwirten. "Die Bauern sind unser Partner", befinden sich aber in einer Zwickmühle: Mehr Einnahmen durch Biomassewüsten, andererseits der Anspruch, die Artenvielfalt zu erhalten.

Generell empfahl er, bei den Bienen abzugucken: "Die bilden Gruppen, um zu arbeiten. Putzen, pflegen, bauen, wachen und sammeln. Wenn sie merken, dass es allen dient, machen sie es einfach."

Zum Ehrenmitglied wurde Dr. Werner Hornung ernannt, verbunden mit dem Auftrag, weiterhin Schulungen abzuhalten, auf Salär zu verzichten. "Dafür kannst Du bei mir jedes Mal eine 30-Gramm-Honigportion abholen."
Glückwünsche und Präsente überbrachten Kreisvorsitzender Jürgen Schubert, Bürgermeister Karl-Heinz Kandler, der die Imker als "Dolmetscher der Natur bezeichnete, Horst Gehring für die Neubrunner Dorfgemeinschaft und Harald Kuhn für die Imkervereine Haßfurt und Zeil.

Der Freizeitchor hatte eine eigene Imker-Hymne komponiert und getextet und Wolfgang Düringer aus Gochsheim sorgte für lustige Momente