Kirchlauter
Imkerei

Viele profitieren vom Fleiß der Bienen

Nicht nur den Züchtern bringt ihr süßes Hobby Vorteile. In Kirchlauter zeigte Imker Peter Kirchner die "vielen guten Taten" der fleißigen Insekten auf.
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Etwa 4500 Hektar Ackerfläche im Landkreis werden zurzeit mit Raps bebaut. Bienen sorgen mit der Bestäubung dafür, dass der Ertrag kräftig steigt. Peter Kirchner taxiert die dadurch entstehende Wertsteigerung auf mehr als 470 000 Euro im Jahr. Archivfoto: Schmidt/dpa
Etwa 4500 Hektar Ackerfläche im Landkreis werden zurzeit mit Raps bebaut. Bienen sorgen mit der Bestäubung dafür, dass der Ertrag kräftig steigt. Peter Kirchner taxiert die dadurch entstehende Wertsteigerung auf mehr als 470 000 Euro im Jahr. Archivfoto: Schmidt/dpa
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Der Honig, den Imker ernten, ist das Wenigste. "Nur zehn Prozent der Wertschöpfung der Bienen", sagt Peter Kirchner. "90 Prozent des Bienennutzens haben nicht wir Imker, sondern Obstbauern, Landwirte, Berufs- und Hobbygärtner und viele andere mehr." Bei der Jahresversammlung des Imkervereins Kirchlauter und Umgebung hatte der Vorsitzende noch eine andere eindrucksvolle Zahl parat. So habe sich die die Mitgliederzahl seit dem Jahr 2000 verdoppelt. Damals habe der Verein 29 Mitglieder und 20 Bienenhalter gehabt "und nun sind wir 56 Mitglieder und 55 Bienenhalter". Kirchner wertete dies als Ergebnis der großen Bemühungen in den letzten Jahren. Gemeint sind das Probeimkern, die Aktivitäten am Lehrbienenstand in Kirchlauter und der Arbeit im Kreisverband."

Das Bienenjahr sei zunächst von einer sehr schlechten Frühtracht geprägt gewesen. Während sich die Probeimker 2012 noch über eine Frühjahrsernte von je 13 Kilo freuen konnten, sei der Ertrag im Frühjahr 2013 lediglich ein Kilo je Probeimker gewesen. Im Herbst habe dagegen der Eintrag von Melizitosehonig für Probleme gesorgt.
Am Lehrbienenstand wären im abgelaufenen Jahr bei 14 Lehreinheiten mehr als 300 Teilnehmer geschult worden. Er freue sich über die gute Beteiligung der Imker, vor allem aber der 35 Probeimker aus dem gesamten Landkreis. Damit wolle man keine "Nabelschau" betreiben, sondern die Bedeutung des Imkers, und die wirtschaftliche Bedeutung der Imkerei überhaupt herausstellen. Den rechnerischen wirtschaftlichen Nutzen bezifferte Kirchner auf 3,357 Millionen Euro für den Landkreis.

Eine Rechnung machte der Vorsitzende auch für die Rapsbauern auf, die derzeit etwa 4500 Hektar für ihre Frucht im Landkreis bewirtschafteten. Bewiesen sei, dass bei einer guten Bestäubung durch Bienen und Insekten ein Mehrertrag von 30 bis 40 Prozent erreichbar sei. Wenn man den Mehrertrag durch die Arbeit der Bienen nur mit zehn Prozent ansetze, dann bliebe den Rapsbauern eine Wertsteigerung von 472 500 Euro. Dies sei enorm, und die Imker gönnten ihnen dies von Herzen.

"Zwieschichtiges Phänomen"

Kirchner ging auch auf das Bienenmonitoring ein, mit dem jeden Tag 1200 Völker kontrolliert würden und das auch auf dem Lehrbienenstand in Kirchlauter stattfinde. Die Varroa-Krankheit bezeichnete er als "zwieschichtiges Phänomen". Man sei auf jeden Fall im eigenen Bereich zufrieden, denn der Höchstbefall liege unter einem Prozent, weil man der Milbe mit Ameisensäure und Oxalsäure hinterher sei. Ähnlich verhalte es sich beim Melizitose-Honig.

Auf dieses Problem habe auch das Fernsehen mit einem Beitrag vom Lehrbienenstand aufmerksam gemacht. Die Redakteure hätten dabei acht Imker um einen Beitrag gebeten, "aber wir waren die ersten, die nicht nur gejammert haben, sondern über diese Sache ganz objektiv informiert haben." Deswegen sei von den Kirchlauterern im Fernsehen berichtet worden. Kirchner: "Darauf sind wir stolz."

Kreisvorsitzender Dr. Werner Hornung berichtete, dass der Kreisverband derzeit 192 Mitglieder habe. Die Förderung von Bienenarzneimitteln bleibe entgegen vergangener Mitteilungen bis 2016 bestehen. Im Kreisgebiet habe es zwei Faulbrutsperrbezirke, einen in Ebern und einen in Haßfurt gegeben. Bei Völkern eines Imkers stünde noch eine Probe aus. Sollte diese negativ sein, werde der Sperrbezirk Ebern aufgehoben. Im Haßfurter Bereich wären Völker von drei Imkern von der Faulbrut betroffen.

Für die Beitragspflicht an die Berufsgenossenschaft solle weiterhin die Grenze von 25 Bienenvölkern gelten. Bis zu dieser Grenze fielen keine Beiträge an. Die Standorte der Völker sollten über die Vereine an das Veterinäramt gemeldet werden. Das Gesundheitszeugnis werde es künftig nur noch bei einer klinischen Untersuchung der Völker geben.

Verdiente Imker wurden mit Ehrenzeichen bedacht. Das goldene Ehrenzeichen erhielt Bernhard Markert, Edelbrunn-Ebern; das silberne bekamen Konrad Strauß, Neubrunn-Kemmern, Franz Behütuns, Breitbrunn und Theo Viernekäs, Breitbrunn-Hasenmühle sowie das bronzene Karl Schmitt, Deusdorf. Der Kreisvorsitzende Dr. Werner Hornung erhielt für seinen Einsatz um die Imkerei im Landkreis eine Tafel für sein Grundstück mit der Aufschrift "hier wohnt ein Imker mit dem Schwarm seines Lebens".

Abschließend informierte Peter Kirchner über das "Geo-Caching", das zunehmend Teilnehmer an den Lehrbienenstand führe. Insgesamt würden jetzt 283 Obstbäume gepflegt. Kirchner kündigte an, dass man neben dem Lehrbienenstand auch den Streuobstlehrpfad mit Informationstafeln ausstatten wolle.

Bürgermeister Jochen Steppert lobte die Präsentation der Imker beim Wettbewerb "unser Dorf soll schöner werden - unser Dorf hat Zukunft" und via TV seien die Bienenzüchter auch bayernweit bekannt geworden.
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