Breitbrunn
Workshop

Viele Ideen unter einem Dach in Breitbrunn

In Breitbrunn grübelten 15 Bürger unter fachlicher Anleitung, wie die einstige Schule künftig genutzt werden könnte. Im Februar soll diese Ideensammlung vorgestellt werden.
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Wer bezieht die Räume der einstigen Breitbrunner Schule?  Dies war eine der Fragen, die beim Bürgerworkshop aufs Tapet kamen.  Foto: Claudia Baumgärtner
Wer bezieht die Räume der einstigen Breitbrunner Schule?  Dies war eine der Fragen, die beim Bürgerworkshop aufs Tapet kamen. Foto: Claudia Baumgärtner
Was wird aus der alten Schule in Breitbrunn? Diese Frage stellten sich 15 Breitbrunner in einem Workshop. Die 26- bis 79-jährigen Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Berufen und sozialen Schichten waren, wie es hieß, nach dem Zufallsprinzip ausgewählt worden.

Unter Leitung des Instituts für Personalberatung, Organisationsentwicklung und Supervision (IPOS) entwickelten sie ein Bürgergutachten. "Breitbrunn hat sich 2012 über ein Modellprojekt des Bayerischen Ministeriums für Arbeit und Soziales beworben und zählte zu den neun ausgewählten Gemeinden in Bayern", berichtet Bürgermeisterin Gertrud Bühl (Freie Wähler). Im Zentrum dieses Projektes stehen die Lebenssituation und die Bedürfnisse der Senioren. Einiges ist in den vergangenen beiden Jahren bereits geschehen.

Jetzt soll ein neuer Schritt dazukommen: eine neue Nutzung für die alte Schule Breitbrunn. Ein paar Ideen sind schon da: ein Begegnungszentrum für Jung und Alt, ein Kreativlabor, ein Zentrum mit Seniorenwohnungen aber auch Sportangeboten oder doch etwas ganz anderes?

Bürger bringen sich ein

"Es ist wichtig, dass sich die Bürger vor Ort einbringen, nur dann wird das Konzept auch getragen. Sie stecken andere an mit ihrer Begeisterungsfähigkeit", erläutert Projektleiter Leo Baumfeld. Deshalb sollten sie auch ganz alleine, hinter verschlossenen Türen arbeiten, "damit kein Druck entsteht".

Auch die Presse musste den Raum verlassen und Kommunalpolitiker waren mit Ausnahme der Bürgermeisterin gar nicht zugelassen. Bühl selbst durfte nicht mitdiskutieren, sie sollte nur im Hintergrund für Daten und Fakten zur Verfügung stehen. Auch die Fragen der Kosten und der Finanzierbarkeit wurden zunächst ausgeklammert. "Wir wollen nur rein Ihre Ideen", erklärt Baumfeld den Teilnehmern.

Neue Impulse

Er berät seit Jahrzehnten Kommunen. Neue Impulse für den ländlichen Raum, Gestaltung der Ortskerne oder eben eine Nachnutzung für ein leer stehendes Gebäude hat seine Firma, ÖAR-Regionalberatung, schon gesetzt . "Der Vorschlag muss von unten kommen, direkt aus der Bürgerschaft heraus", lautet sein Credo.
Das Innenministerium hat seine Firma und zwei weitere Beratungsunternehmen ausgewählt für die Betreuung der neun Teilnehmer am "Marktplatz der Generationen". Nur Gemeinden unter 3000 Einwohner sind zugelassen, eine in jedem Regierungsbezirk. Breitbrunn als einzige in Unterfranken.

Nach der Ist-Analyse machten sich die Mitarbeiter, allen voran Ines Riermeier auf die Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten. "Das ehrenamtliche Engagement und der soziale Zusammenhalt mit dem Bürgerdienst ist schon jetzt super. Da kann man kaum mehr machen", würdigt sie die Breitbrunner.

Kaum Hoffnung auf Hausarzt

Sehr schwierig sehe es dagegen im Sektor Gesundheit aus. Ein Hausarzt werde sich wohl in absehbarer Zukunft nicht mehr in Breitbrunn niederlassen. Nach intensiven Verhandlungen machte zuletzt das Landratsamt einen Strich durch die Rechnung. Aber es gibt ja den Bürgerbus mit Fahrdienst zum Arzt im Nachbarort und viele andere Angebote: das Generationencafé, die stundenweise Betreuung von Demenzkranken und vielleicht auch bald ein neues Zentrum in der alten Schule.

Im Februar sollen die Ergebnisse des Workshops in einer Bürgerversammlung vorgestellt werden und dann in den Gemeinderat eingebracht werden. "Derzeit laufen die neuen Förderprogramm wie Leader bald wieder an und da möchten wir natürlich dabei sein", sagt Bühl.

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