Rabelsdorf

Versteckt im Wald: die Diebskeller bei Rabelsdorf

Im Wald hinter Rabelsdorf gibt es eine schöne Stelle zum Verweilen: die Diebskeller. Es ranken sich einige Legenden um den Ort.
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Die Diebskeller bei Rabelsdorf sind eine Formation aus großen Sandsteinbrocken mitten im Wald. Fotos: Andreas Lösch
Die Diebskeller bei Rabelsdorf sind eine Formation aus großen Sandsteinbrocken mitten im Wald. Fotos: Andreas Lösch
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Ohne die Beschilderung wären sie nur schwer aufzufinden: Die sogenannten Diebskeller hinter Rabelsdorf (Gemeinde Pfarrweisach) liegen versteckt zwischen Bäumen etwas abseits des Weges. Wer den Burgen-Wanderweg läuft und zwischen Altenstein und Lichtenstein im Wald unterwegs ist, hat gute Chancen, sie zu entdecken. Der Fränkische Tag hat aber sicherheitshalber Einheimische gefragt, um den Weg zu der sagenumwobenen Sandsteinformation zu finden.

"Als Kinder und Jugendliche waren wir oft dort", erinnert sich Werner Florschütz. Der heute 63-jährige Unterpreppacher ist in Rabelsdorf aufgewachsen. Sein damaliger Nachbar und Kumpan bis zum heutigen Tag, Roland Holzheid (62), wohnt noch immer dort. Er kennt den Wald hinter seinem Haus wie seine Westentasche. Dritter im Bunde ist Florschützs Enkel Cedrik (9), der neugierig ist auf Opas einstigen Abenteuerspielplatz.
Er soll nicht enttäuscht werden: Auf einer ausgedehnten Fläche mitten im Wald formieren sich große Sandsteinbrocken. Dort kann man kraxeln, in kleine Höhlen kriechen, sich zusammensetzen, die Umgebung erkunden, kurzum: Es ist ein ergiebiger Freizeitspaß.


Woher kommt der Name?

Über die Diebskeller werden viele Geschichten erzählt, aber was davon wahr ist, lasse sich nur schwer sagen, erklärt Roland Holzheid. So gibt es etwa die namensgebende "Story vom Pferd" beziehungsweise die "Story von den Pferden". Die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich tatsächlich so oder so ähnlich zugetragen hat, ist gar nicht mal so gering, immerhin wissen die Rabelsdorfer, dass diese Ereignisse im "Achtbuch von Bamberg" beschrieben werden. Das Achtbuch ist eine Art Verzeichnis für geächtete Personen. Dort ist vermerkt, - wie es die Rabelsdorfer auf ihrer Internetseite www.Rabelsdorf.de beschreiben - dass im 15. Jahrhundert bei dem markanten Sandstein-Labyrinth eine "Diebsbande" drei gestohlene Pferde versteckt hat. "Der Diebstahl wurde aufgedeckt und die Diebe durch Erhängen verurteilt", heißt es dort. Dann hatten die Diebe auch noch richtig Glück, denn der Strang blieb ihnen erspart. Viel besser wurde es aber nicht für die Gauner: Sie wurden begnadigt und "nicht schändlich aufgehängt", stattdessen schlug man ihnen "mit dem Schwert" die Köpfe ab.

Wie Holzheid und Florschütz erzählen, gibt es allerhand Anekdoten zu den Diebskellern, die meisten dürften jedoch ins Reich der Fabeln und Legenden zu verweisen sein. Als Räuberlager sollen sie häufiger genutzt worden sein und der Geist des einen oder anderen Scharlatans möge dort immer noch hausen. Wer's glaubt. Auch als heidnische Opferstätte und Druidentreffpunkt wird der Platz gehandelt. Geologisch betrachtet lässt sich zumindest sagen, dass die Steine aus den umliegenden Zeilbergen stammen, wissenschaftlichen Erkenntnissen nach handelt es sich um talwärts gerutschte Rhätsandsteinblöcke.

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