Die Motivation zur Teilnahme war dabei sehr unterschiedlich. So waren einige der Teilnehmer ganz einfach neugierig darauf, wie ein solches Didgeridoo, eines der ältesten Instrumente der Menschheitsgeschichte und das traditionelle Musikinstrument der Ureinwohner Australiens, klingt und wie es geblasen werden muss.

So auch Michael Brochloß-Gerner aus Rügheim, der bei einem Besuch in Australien vor zwei Jahren ein Didgeridoo geschenkt bekam und mit nach Hause nahm. "Hier hat aber immer der Hund den Schwanz eingezogen, wenn ich versucht habe darauf zu spielen". Der Workshop hat ihm viel gebracht, denn unter Anleitung von Anthony Nachbauer gelang es ihm schon nach kurzer Zeit dem Instrument wohl klingende Töne zu entlocken.


Erste Erfolge


Auch die anderen Workshopteilnehmer konnten schon bald die ersten Erfolge erzielen, obwohl das Anblasen des rohrähnlichen Musikinstrumentes gar nicht so einfach ist. Zwei Teilnehmer waren aber auch dabei, um über das Spielen eines Didgeridoos ihrem Schnarchen Einhalt gebieten zu können oder es wenigstens herabzumildern. So bezeichnet sich Roland Gabel aus Altershausen selbst extremen Schnarcher, der oft mit diesen Schlafgeräuschen seinen Mitbürgern zur Last wird.

Auch Willibald Schlosser hat schon alles Mögliche versucht, um seinem Schnarchen Einhalt zu gebieten oder zumindest die Lautstärke zu drosseln. Dazu stellt sich die Frage: Was hat das Schnarchen mit dem Didgeridoospielen zu tun? Auch diese Frage wurde am Samstag in dem ganztägigen Workshop mit Anthony Nachbauer beim VBW in Königsberg ausgiebig beantwortet.


Spezielle Atemtechnik


Das Didgeridoo wird durch eine spezielle Atemtechnik, die Zirkularatmung, zum Klingen gebracht. Der unverwechselbare archaisch magische Ton wird im Mundraum des Spielers erzeugt, was anfänglich gar nicht so einfach ist. Nach einiger Zeit wirkt sich das Didgeridoospielen positiv auf das Schnarchen und die Schlafqualität eines Menschen aus, denn bei Menschen, die schnarchen, hat das Gaumensegel an Elastizität verloren, und, wenn ein Schlafapnoe-Syndrom vorliegt, sind die Muskeln, welche die oberen Atemwege offen halten, schwächer ausgebildet.

Beim Didgeridoospielen wird genau dies dank der speziellen Atemtechnik stark beansprucht und trainiert, sodass der Schweregrad des Schnarchens nach drei bis vier Monaten Spielen abgemildert werden kann. Anthony Nachbauer bezeichnet das Didgeridoospielen quasi als ein "Fitnesstraining für die Gaumenmuskulatur". Der Tag hat allen Teilnehmern hinsichtlich des Didgeridoospielens viel Spaß gebracht. Man darf zudem aber auch darauf gespannt sein, welche Erfolge der Workshop zwei Teilnehmern für die Herabmilderung ihrer störenden Schlafnebengeräusche bringen wird.