Unterpreppach
Bilanz

Unterpreppach ist begeistert

Eine knappe Woche nach dem "Tag der offenen Gartentür" herrscht im Eberner Stadtteil Begeisterung. Zwischen 6000 und 10 000 "Zaungäste" sahen sich in den grünen Oasen um.
Artikel drucken Artikel einbetten
Zentrum am Tag der offenen Gartentür war im Ruppacher Weg am Feuerwehrhaus. Dort tummelten sich den ganzen Tag über an der Verpflegungsstation zahlreiche Menschen.  Foto: Helmut Will
Zentrum am Tag der offenen Gartentür war im Ruppacher Weg am Feuerwehrhaus. Dort tummelten sich den ganzen Tag über an der Verpflegungsstation zahlreiche Menschen. Foto: Helmut Will
+4 Bilder
von unserem Mitarbeiter Helmut Will

Unterpreppach — Die Mühe und die Arbeit haben sich gelohnt. Da sind sich alle Unterpreppacher , die ihre Gärten am vergangenen Sonntag geöffnet hatten, einig. Begeisterung über die große Resonanz der Besucher, ja teilweise euphorische Freude über den "tollen Tag der offenen Gartentür" ist bei den Gartenbesitzern festzustellen. Die Schätzungen der Besucherzahlen schwanken zwischen 6000 und 10 000.
Die Begeisterung drückt sich mit einem Spruch aus, der die Besucher des Gartens von Irene und Walter Steinert empfangen hat. "Wer einen Garten besitzt, hat alles, was er braucht", war am Zugang zu ihrem etwa 1000 Quadratmeter großen Wohngarten zu lesen. Dabei, so gestehen beide ein, waren sie zunächst etwas skeptisch, als sie hörten, dass der "Tag der offenen Gartentür" im Eberner Stadtteil Unterpreppach stattfinden soll. "Da müssen wir erst einiges in unserem Garten verändern", war der erste Gedanke von Irene Steinert.
Verändert haben die Steinerts dann fast nichts. "Vielleicht etwas herausgeputzt", sagt der Ehemann, als er kurz nach dem Gartentag neben seiner Frau auf der Gartenbank sitzt und entspannt. Beide sind sich einig: "Es war ein richtig schöner Tag und die Arbeit vorher fiel nicht besonders ins Gewicht, weil wir das ganze Jahr bemüht sind, unseren Garten in Schuss zu halten."
Etwas Stolz schwingt in der Stimme der Gartenbesitzerin mit als sie sagt: "Unsere beiden großen Rosenstöcke waren für die meisten Besucher der Hammer". Ehemann Walter ergänzt, "da haben die Kameras den ganzen Tag über geklickt." So 5000 Besucher meint er, hätten sich während der Öffnungszeit in ihrem großen Wohngarten umgesehen und rege untereinander oder mit den Steinerts diskutiert.
"Für den Gartenbau-Kreisverband, den Obst- und Gartenbauverein (OGV) Unterpreppach, Gartenbesitzer und die Dorfbevölkerung war der Tag ein riesiger Erfolg." Das sagt Guntram Ulsamer, Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege beim Landratsamt Haßberge. Durch die großzügig verteilten Gärten hätten sich die Besucherströme entzerrt. "8000 bis 10 000 mögen es gewesen sein", meint der Kreisfachberater. Es wurden tolle Gärten und ein schönes Ortsbild präsentiert und die Verköstigung der Besucher sei hervorragend gewesen.

Die Mischung überzeugte

Er freut sich über die hervorragende Organisation und nennt die Vorsitzenden, Irmgard Hau und Gisela Gütlein, an der Spitze, findet aber auch die Aufgeschlossenheit der Gartenbesitzer erwähnenswert. "Ökologische Gärten sind groß im Trend, hervorragend", findet Ulsamer. Seiner Meinung nach hat die bunte Mischung aus Nutz- und Wohngärten die Besucher überzeugt.
Helfer gab es viele, die dafür sorgten, dass alles möglichst reibungslos verläuft. "Nicht der Rede wert", sagen Ramona Steinert und Thomas Habermann, die für das BRK im Einsatz waren. Einige Pflaster mussten geklebt werden, das war es.
Ärger hingegen hatte die Feuerwehr. An einer Absperrung zeigte sich ein Autofahrer unbelehrbar und habe einen der Posten beleidigt. Dieser hat gegen den unbelehrbaren Zeitgenossen Strafanzeige wegen Beleidigung bei der Polizei gestellt.
Sonst, so sagen Timo Engelhardt und Sven Kuhn, die beiden Kommandanten der Feuerwehr, verlief alles in geordneten Bahnen. Eingesetzt waren Wehrleute der Feuerwehren Rentweinsdorf, Reutersbrunn, Bramberg, Ebern, Jesserndorf und Unterpreppach mit insgesamt 50 Rothelmen.

Ein Auge zugedrückt

Durchaus positiv äußert sich auch der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Ebern, Siegbert Weinkauf. Insgesamt war die Veranstaltung ruhig und diszipliniert, sagt er. Mehrere Besucher hätten verbotswidrig entlang der Staatsstraße 2278 geparkt. "Einzig angesichts der Tatsache, dass die Autos weit im Randbereich parkten, haben meine Kollegen ein Auge zugedrückt und davon abgesehen gebührenpflichtige Verwarnungen auszustellen", sagt der Vizechef der Inspektion Ebern. Es sei von der Polizei beobachtet worden, dass die Autofahrer auf der Staatsstraße recht vorsichtig fuhren, weil dort stets Fußgänger unterwegs waren.
Für "Unruhe" habe ein Anlieger aus Unterpreppach selbst gesorgt der die Sperrung für sich nicht akzeptieren wollte. Um die Sache nicht eskalieren zu lassen, sei ihm eine "persönliche Feuerwehrgasse" geschaffen worden. Ob diesen "unbelehrbaren Gesellen" eine Sanktion erwartet, sagte Weinkauf nicht.

Zufrieden lehnen sich Irmgard Hau und Gisela Gütlein nach dem Ereignis zurück. Sie verbuchen einstimmig den Tag als voll gelungen. "Das war nicht nur ein Erfolg für den Gartenbauverein, sondern für alle Vereine im Dorf und für die gesamte Bevölkerung", sagt Irmgard Hau, Vorsitzende des OGV Unterpreppach, bei der die Fäden der Organisation zusammenliefen. "Wir hatten ein tolles Team und es war eine schöne Sache, Hand in Hand zu arbeiten", freut sich Zweite Vorsitzende Gisela Gütlein. Beide sagen unisono, dass sie von Anfang an zuversichtlich waren, dass der Tag für Unterpreppach ein Glanzpunkt wird.
Beim Treffen der teilnehmenden "Gartler" noch am Sonntagabend gab es ein durchwegs positives Feedback, erläutern Hau und Gütlein. Voll des Lobes sind beide für alle, die mitgeholfen haben und auch für die Feuerwehr, die bei der Parkplatzanweisung und Verkehrslenkung einen guten Job gemacht haben. "Wir hatten an allen Plätzen fähige Leute zur Verfügung", so Irmgard Hau, und Gisela Gütlein bringt es auf den Punkt: "Die Mühe hat sich gelohnt, wir sind mit dem Ablauf, den Besuch und dem ganzen Drumherum voll zufrieden."



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren