Ebern
Naturschutz

Unikum unter 6800 Arten

Das Institut für Biodiversität in Ebern hat Naturkundler und Experten auf dem früheren Standortübungsplatz zu Gast.
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Die Essigrosen-Dickfühlerweichwanze ist bislang deutschlandweit nur in Ebern nachgeweisen.  Foto: privat/IfBI
Die Essigrosen-Dickfühlerweichwanze ist bislang deutschlandweit nur in Ebern nachgeweisen. Foto: privat/IfBI
Die Biodiversitätstage in Ebern am Samstag, 10., und Sonntag, 11. Juni, folgen der Kampagne des Bund Naturschutz "Artenkenntnis erhalten - entdecke dein Naturtalent!". Schauplatz ist das FFH-Gebiet auf dem ehemaligen Standortübungsplatz Ebern. Treffpunkt ist das Institut für Biodiversitätsinformation (IfBI) in der Geschwister-Scholl-Straße 6 (Alte Kaserne).

Die Leitung hat Klaus Mandery, Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz und Leiter des IfBI in Personalunion.
Die Veranstaltung wendet sich laut Manderys Auskunft an alle Experten für ausgefallene Artengruppen, die zur Mehrung der Kenntnis dieses besonderen Lebensraums beitragen wollen, sowie an alle Interessierten, die sich den Experten anschließen und ihnen über die Schulter schauen wollen.

Das FFH-Gebiet "Ehemaliger Standortübungsplatz Ebern" ist Mandery zufolge das wohl bestuntersuchte Gebiet vergleichbarer Größe in ganz Deutschland. Mit seinen aktuell mehr als 6800 nachgewiesenen Arten aus fast allen Artengruppen sei es "ein echtes Paradies vor der Haustüre".
Seine Vielgestaltigkeit und Artenvielfalt ist in der Keuper-Geologie der Haßberge-Abdachung und der damit zusammenhängenden kleinstrukturierten Oberflächenformen ebenso begründet wie im Freisein von landwirtschaftlicher Nutzung und damit von Dünger- und Pestizideintrag während der Bundeswehrzeit.


"Unscheinbare Berühmtheit"

Die Essigrosen-Dickfühlerweichwanze beispielsweise hat auf dem früheren Bundeswehrareal in Ebern ihr einziges aktuell bekanntes Vorkommen in Deutschland. Mit dem Erblühen der Essigrose können Besucher bei einer Rosenwanderung am Sonntag, 11.. Juni, ab 14 Uhr die unscheinbare Berühmtheit bewundern: die Essigrosen-Dickfühlerweichwanze. Treffpunkt zu diesem öffentlich und gebührenfrei zugänglichen Programmpunkt der Biodiversitätstage ist das Südtor der Alten Kaserne. Die Leitung hat auch hier Klaus Mandery.


Die Essigrosen-Dickfühlerweichwanze, ist ein halbzentimetergroße Winzling. Er hat es gezielt nur auf die Eberner Essigrosen abgesehen. Dabei schadet er ihnen nicht. Als Mini-Larve saugt er den Rosensaft, als ausgewachsener Räuber befreit er die Rosen von den Blattläusen. Dass die Essigrose Grundlage für viele Rosenzüchtungen ist, muss beim Betrachten dieser Schönheit eigentlich nicht mehr erwähnt werden. Auch einen noch unbeschriebenen Pilz kann das Areal aufweisen.


Der geplante Ablauf

Samstag, 10. Juni,
9 Uhr Begrüßung, Vorstellung des Untersuchungsgebietes und Aushändigung der Erfassungsunterlagen
10 Uhr gegebenenfalls Wiederholung für Spätanreisende
19 Uhr Zusammenfassung der ersten Ergebnisse
ab 22 Uhr Nachtinsekten und Fledermäuse

Sonntag, 11. Juni,
10 Uhr Begrüßung mit Vorstellung des Untersuchungsgebietes und Aushändigung von Erfassungsunterlagen
14 Uhr Rosenwanderung
17 Uhr Zusammenfassung der Ergebnisse red

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