Rügheim

Überraschungen aus der digitalen Welt

In verschiedenen Workshops haben sich Jugendliche mit dem Internet auseinandergesetzt: Was passiert da eigentlich im virtuellen Raum?
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Sebastian Geißler mit seinen Klassenkameraden Ayham und Mohammed Senno (von links) in dem Workshop "Netzchecker - sicher durchs Netz!" Fotos: Andreas Lösch
Sebastian Geißler mit seinen Klassenkameraden Ayham und Mohammed Senno (von links) in dem Workshop "Netzchecker - sicher durchs Netz!" Fotos: Andreas Lösch
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Jugendliche und das Internet. Keine fatale Kombination, wenn gewisse Regeln befolgt werden. Blöd nur, dass Regeln junge Menschen oft nicht beeindrucken. Es sei denn...

Die Macher der "Medientage Haßberge" haben den Ansatz gewählt, Schüler direkt mit in die Verantwortung zu nehmen: Die Jungen und Mädchen erarbeiten in Workshops und Diskussionsrunden eigene Ansätze, wie sie sich sicher durch digitale Welten bewegen können.

An zwei Tagen werden so insgesamt 500 Schüler verschiedener Schulen aus dem Landkreis Haßberge eingebunden, wie Eva Pfeil erklärt. Sie hat die Medientage, ein Gemeinschaftsprojekt der Kommunalen Jugendarbeit und der Gesundheitsregion Haßberge, federführend organisiert.
Neben den Schülertagen im Schüttbau in Rügheim am Mittwoch und Donnerstag gab es einen Fachtag am Dienstag, bei dem Pädagogen geschult wurden, für die Eltern gab es am gleichen Tag einen Vortrag zum Thema, erklärt Pfeil.


Hetzkampagne im Netz

Warum das alles? Im Internet kann viel passieren, und zwar nicht nur Gutes. In einem Theaterstück etwa haben die Schüler über eine tödlich endende, virtuelle Hetzkampagne gegen ein Mädchen erfahren. Übertrieben? "Nein", findet Sebastian Geißler. Der 13-Jährige von der Mittelschule in Hofheim weiß, dass die fiktive Theater-Geschichte reale Bezüge hat, dass es gar schon reale Todesfälle in Zusammenhang mit Cyber-Mobbing gegeben hat. Aber es muss nicht gleich tödlich enden, um zu erkennen, worum es geht. Sebastian erzählt davon, dass er im Internet vorsichtig damit ist, was er von sich preis gibt.

Wenn er online spielt zum Beispiel, würde er keine Daten herausgeben darüber, wie er heißt und wo er herkommt. Manche machen das aber, wenn sie ihr Profil bei einem Anbieter erstellen, weiß Sebastian. Und dann reicht es schon, dass ein Online-Spieler jemanden auf dem Kieker hat und er kann diese Daten nutzen, um den anderen im Internet bloßzustellen. Das Netz wird dann zum Pranger und andere machen sich öffentlich über einen lustig. Und: Ob man gerade ausspioniert wird oder jemand Bilddateien vom Facebook-Profil kopiert, merkt man in der Regel erst, wenn es zu spät ist, doch dann ist die Überraschung groß.


Internet "nicht per se schlecht"

In den Workshops, die Sebastian und andere Schüler besuchen, soll aber deswegen nicht vermittelt werden, dass im Netz nur Schlimmes passiert. "Das Internet beziehungsweise Medien sind nicht böse oder per se etwas Schlechtes", sagte Landrat Wilhelm Schneider, der die Medientage politisch mit in die Wege geleitet hat. "Aber wir müssen uns klar werden, dass es im Internet eben auch Inhalte gibt, die uns nicht gefallen oder nicht mit unseren Gesetzen im Einklang sind. Es braucht mehr Medienbildung, Medienkompetenz und Aufklärung für alle", fordert er.

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