Zeil am Main

Turmfalke is(s)t "zu Tisch"

Drei eisige Wochen setzten der Tierwelt im Winter zu. Die Vögel pickten eifrig die Körner aus den Futterhäuschen. Ein Greifvogel machte Beute.
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Schaut da einer zu? Ein Turmfalke machte sich in allernächster Nähe zum Fotografen Detlef Krause über seine Beute her. Der Winter war hart, der Bursche war ausgehungert.
Schaut da einer zu? Ein Turmfalke machte sich in allernächster Nähe zum Fotografen Detlef Krause über seine Beute her. Der Winter war hart, der Bursche war ausgehungert.
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Dass die Vögel in den Eistagen froh um jedes energiehaltige Futter waren, war auf einer Zeiler Terrasse deutlich zu spüren: Die Amseln versammelten sich morgens und abends zum Festmahl an den aufgestellten Trögen bei Familie Krause auf der Terrasse.

Der Hausherr Detlef Krause hat seine größte Freude, die Tiere zu beobachten, selbst eine kleine Maus mischte sich manchmal zwischen die Vögel und schnappte sich ab und zu ein Krümelchen von den zerdrückten fettreichen Meisenknödeln.

Vor Kurzem dann, am frühen Morgen, absolute Stille. Geradezu unheimlich. Kein Pieps, keine Feder zu sehen.


Das ist der Grund

Dafür etwa acht Meter entfernt von der Terrasse im Garten auf einem Pflock ein spitzer Schnabel, ein scharfes Auge auf einem taubenähnlichen Körper. Ein Raubvogel, erkannte der geübte Blick.

Kurz darauf zischte der Vogel hinter einem anderen auch durch den Garten und raus aus dem Blickfeld.

Am Nachmittag dann der Hammer für den Vogelbeobachter: Der ausgehungerte Raubvogel hatte nun Beute gemacht. Traurig, dass einer der munteren und frechen Amselfreunde dran glauben musste, aber verständlich, als Krause den Raubvogel beobachtete, der sich mit Inbrunst über sein Essen hermachte.


Überleben in der Natur

Es gilt eben in der Natur: Wer nicht rechtzeitig zu futtern bekommt, dem droht das Schicksal, selbst am nächsten Morgen nicht mehr aufzuwachen.

Der Hobbyfotograf machte sich mit Kamera in Zeitlupe auf zum Terrassenfenster auf, um den nicht einmal zwei Meter entfernten Vogel bei seinem hart errungenen Mahl nicht zu stören.

Die halbe Stunde mit der schweren Nikon mit Teleobjektiv gingen zwar in den Arm, aber die Bilder sind eindrucksvoll und nicht alltäglich. Man sieht dem Raubvogel an, wie wohl ihm der volle Magen tut.

Eine halbe Amsel blieb erst einmal übrig. Die packte Detlef Krause weg von der Terrasse ins nahe Beet. Und tatsächlich, am nächsten Tag kam der Raubvogel wieder und verdrückte auch noch den Rest.

Der Vogelführer belehrt, dass es sich um einen kleinen Turmfalken handelt. Der, schreibt das Fachbuch, ernährt sich in aller Regel nur von Feldmäusen.

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