Unterpreppach

Tradition: Sauerkraut wird erst gehobelt

Wo gehobelt wird, fallen nicht überall Späne. So beim Obst- und Gartenbauverein Unterpreppach, wo bei einem Sauerkrautabend fränkische Traditionen auflebten.
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Beim Hobeln helfen alle mit. Fotos: Katharina Becht
Beim Hobeln helfen alle mit. Fotos: Katharina Becht
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Das Gelächter schallte bis auf den Hof der Familie Schramm. Im Keller hatten sich vier Damen und ein Herr versammelt, um auf klassisch, fränkische Art Sauerkraut einzumachen. Das war lustig und gar nicht so schwer oder kompliziert, wie man sich das vielleicht vorstellt, merkten die Fünf schnell.

"Viele Junge wissen ja gar nicht mehr wie das geht", stellte die Veranstalterin, Klara Schramm, fest. Also hatte sie über den Obst- und Gartenbauverein eingeladen und Irmgard Hau, Ulrike Schmidt, Julia Welsch, Gisela Güthlein und Christian Voigt waren gekommen, um sich dieses Ereignis nicht entgehen zu lassen. Doch was war zu
tun?

Unter fachkundiger Anleitung von Klara Schramm teilten die fünf eifrigen Einkocher zuerst die etwa 20 Kilo Krautköpfe, schnitten die Strünke heraus und hobelten sie auf einem richtigen Krauthobel schön fein.

Trick verraten


Das war die anstrengendste Arbeit. Dann kam Christian Voigt, der einzige Mann in der Runde, zum Einsatz. In einer großen Wanne vermischte er das Kraut mit Salz, etwas Zucker und Kümmel, bevor wieder alle mit anpackten und das Kraut in Gläser stopften.

Dann kommt der eigentliche Trick, erklärt Klara Schramm. Die Gläser, die nur zu etwa vier Fünftel gefüllt werden dürfen, müssen einen gewissen Druck aufbauen. Früher hat man das durch ein mit einem Stein beschwertes Holzbrett im großen Krautfass sicher gestellt.
Heute nimmt Klara Schramm einen Gefrierbeutel, den sie so mit Wasser füllt, dass "er das Glas bis oben an den Rand voll macht, er darf auch gern etwas drüber gehen, damit das Kraut auch wirklich zusammen gedrückt wird", wenn der Deckel drauf kommt. Und damit ist die Hauptarbeit des Krauteinmachens eigentlich schon getan. Richtig schnell waren die Damen und der Herr damit fertig, nach nur eineinhalb Stunden war der Kellerraum von Familie Schramm schon fast wieder blitzblank sauber.

Eine Woche ziehen lassen


"Jetzt stellen wir das Kraut noch etwa eine Woche in einen warmen Raum", gibt Klara Schramm das weitere Vorgehen vor. Das geschieht, damit die Milchsäure-Gärung einsetzen kann. "Solang solltet ihr die Gläser auch in eine Schüssel oder Wanne stellen", rät sie weiter.

Denn während dieser Zeit drückt sich der Sauerkrautsaft durch die während der Gärung entstehenden Gase aus dem Glas und sorgt so für klebrige Oberflächen. Nach der Woche im Warmen kommt das Kraut zu den anderen Vorräten in Keller oder Speisekammer. Aber verzehrfertig ist es immer noch nicht ganz. Erst nach insgesamt sechs Wochen schmeckt es richtig. "Solang muss es auf jeden Fall noch durchziehn", weiß auch Irmgard Hau, die Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins.

Nächstes Jahr ist Hiffenmark dran


"Das müssen wir nächstes Jahr unbedingt wieder machen", stellten Irmgard Hau, Ulrike Schmidt, Julia Welsch, Gisela Güthlein und Christian Voigt fest. Denn zusammen geht die Arbeit zum einen schneller von der Hand und es macht mehr Spaß. Denn die Zeit nutzen die Fünf auch um zu schmieden: "Hiffenmark könnten wir auch mal zusammen machen."
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