Einen solchen will die Staatsanwaltschaft in Bamberg beim Amtsgericht in Haßfurt jedenfalls gegen Ersten Bürgermeister Willi Sendelbeck (SPD) erwirken. Dies teilte Leitender Oberstaatsanwalt Bardo Backert unserer Zeitung mit. Über den Antrag der Staatsanwaltschaft auf Erlass eines Strafbefehls wurde im Amtsgericht noch nicht entschieden, ließ dessen Direktor Wolfgang Titze unsere Zeitung wissen.

"Hinreichender Verdacht"


"Wir haben den hinreichenden Verdacht, dass Herr Sendelbeck die ihm vorgeworfene Tat begangen hat", sagt Backert zum Tod des Hundes eines Nachbarn, der mehrfach auf Sendelbecks Grundstück herumgestreunt sein und dessen Kinder angefallen haben soll.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Bürgermeister das unerlaubte Führen einer Schusswaffe in Tateinheit mit einer strafbaren Tiertötung und Sachbeschädigung vor. "Wir hätten auch Anklage erheben können, so dass es zu einer öffentlichen Verhandlung gekommen wäre, beließen es aber beim Strafbefehlsantrag, weil der Beschuldigte so differenzierter reagieren kann", erklärt Backert.

Einspruch?


Folgt das Amtsgericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft, was, laut Backert, "in der Regel der Fall ist", bleiben Sendelbeck zwei Möglichkeiten: Entweder er bezahlt die verhängte Geldstrafe, und damit ist der Fall erledigt, oder er legt Widerspruch ein, so dass es doch zu einer öffentlichen Gerichtsverhandlung kommt. Sendelbeck hat stets beteuert, dass er nicht auf des Nachbarn Hund geschossen hat.