Albersdorf
Wappen

Torbogen und Flammenschwert für Albersdorf

Kreisheimatpfleger Günter Lipp hat das Wesentliche für Eberns Stadtteil Albersdorf in ein Ortssymbol gepackt.
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Einstimmig haben sich die Albersdorfer Männer und Frauen für das bunte Dorfwappen entschieden. Fotos: Johanan Eckert
Einstimmig haben sich die Albersdorfer Männer und Frauen für das bunte Dorfwappen entschieden. Fotos: Johanan Eckert
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1231 ist die einzige Jahreszahl, die "man sich als Albersdorfer merken sollte", so Kreisheimatpfleger Günter Lipp am Montagabend in der alten Schule. Diese Zahl kennzeichnet das Jahr, in dem das heutige 72-Seelen-Dorf erstmals in schriftlichen Aufzeichnungen, die vom Bischof von Würzburg an Hermann von Raueneck gerichtet waren, erwähnt wurde.

Doch Günter Lipp reiste an diesem Abend nicht nach Albersdorf, um dem Dutzend Interessierter die Dorfgeschichte vorzubeten. Der Hobby-Heraldiker hat nun auch für Albersdorf ein eigenes Dorfwappen entworfen und wollte wissen, was die Albersdorfer Männer und Frauen davon halten.


Für Dorfbewohner wichtig

Aber wozu ein Dorfwappen in der heutigen modernen Zeit? "Das hat mehr Pfiff als allein der Name", ist Günter Lipp überzeugt und weiß aus Erfahrung, wie vielfältig das Wappen von anderen Ortschaften, für die er bereits tätig war, genutzt wird. "Die Unterpreppacher tragen ihres mit Stolz. Das ist überall zu sehen. Auch auf der Feuerwehruniform", sagte Lipp. Die Rabelsdorfer haben ihr Dorfwappen als Autoaufkleber vervielfältigen lassen. "Ein Wappen ist ein optisches Zeichen für ein Dorf. Es bringt noch etwas Amüsantes und noch etwas Dekoratives", so Lipp.

Schon im Jahr 1998 hatte Lipp einen Einfall für ein Albersdorfer Ortswappen eghabt. Eine Pappel und ein Flammenschwert, schräg zueinander gelehnt und den Buchstaben "A" ergebend, sollte Kennzeichen für die Ortschaft werden. Doch Lipp kam, wie er berichtete, von dieser Idee ab. Sie wäre Forschungen nach sowieso fehlerhaft gewesen. Denn der Ursprung des Dorfnamens hat weder etwas mit Elfen (bzw. Alben) noch mit Pappeln (eine alte Bezeichnung dafür war "Alben") zu tun, wie immer wieder in der Geschichte vermutet wurde.


Das Dorf des Adalbold

Albersdorf stammt aus der Siedlungsperiode zwischen den Jahren 800 und 900. "Die Dörfer waren ganz klein. Drei bis vier Hütten", beschrieb Lipp die Zeit, in welcher Albersdorf quasi geboren wurde. Jedes Dorf war damals einer bestimmten Person zugeordnet. "Ich sag's mal banal: Der Chef vom Dorf hat auch dem Dorf den Namen gegeben", erklärte Lipp. In Albersdorf wohnte ein Mann namens "Adalbold". So war Albersdorf das Dorf von Adalbold, wobei der Name Adalbold die Eigenschaften edel und kühn beinhalte.

Edel wie ihr jetziges Wappen, empfand die Dorfgemeinschaft, als Günter Lipp am Montagabend das Geheimnis lüftete. "Das schaut edel aus!", riefen die Frauen begeistert. Lipp verarbeitete in dem Dorfwappen den Torbogen des Albersdorfer Landschlosses und ein Flammenschwert.


Torbogen wie in Ebern

Der Torbogen, der im Jahr 2009 renoviert wurde, entstand bereits um 1720 und wurde von Joseph Greissing entworfen. Selbiger hat übrigens ebensolchen Torbogen auch zwischen dem Finanzamt und dem Ämtergebäude in Ebern bauen lassen. Das Flammenschwert ist ein Symbol des heiligen Michael, dem die Dorfkirche im Jahr 1716 geweiht wurde. Der heilige Michael ist Anführer des Engelsheeres und hilft bei Blitz und Ungewitter. "Das ist das, was im Dorf das Wesentliche ist. Es symbolisiert das Landgut und die Kirche St. Michael", kommentierte Lipp seine Arbeit.


Einhellige Zustimmung

Einstimmig entschieden sich die anwesenden Albersdorfer Einwohner für den Entwurf des Wappens mit den Farben Rot, Gelb und Weiß. "Jetzt haben wir ein Dorfwappen", zeigte sich auch der Albersdorfer Stadtrat und Eberns Dritter Bürgermeister Werner Riegel (SPD) sehr zufrieden.

Umsetzungsideen gibt es derweil schon. "Ich würde das Wappen gerne auf eine Fahne machen", verriet Riegel. Günter Lipp war froh, dass er auch in Albersdorfer volle Punktzahl für seine Arbeit bekam. Knapp zwei Stunden braucht er, bis er ein Wappen nach den heraldischen Regeln gezeichnet hat. Die Stifte dazu kauft er sich extra in München. Rund um Ebern hat er nun 22 Ortschaften mit Wappen versorgt, die, so hofft er, über Jahrhunderte erhalten und weitergegeben werden.


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