Königsberg in Bayern
Wettbewerb

Theaterfränzla kommt nach Stettfeld

Der Nachwuchs der Stettfelder Freilichtbühne setzte sich bei den Gesamtfränkischen Kinder- und Jugendtheatertagen in Königsberg durch.
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Mit der "App ins Märchenland", bei der Dornröschen, Rotkäppchen und der gestiefelte Kater Alain die Märchenwelt und die Welt der Menschen retten, holten sich die Stettfelder das "Theaterfränzla". Von links Dornröschen Joanna Egglseder, Rotkäppchen Emely Pfister und Felix Kuhn als gestiefelter Kater. Foto: Elke Kolb
Mit der "App ins Märchenland", bei der Dornröschen, Rotkäppchen und der gestiefelte Kater Alain die Märchenwelt und die Welt der Menschen retten, holten sich die Stettfelder das "Theaterfränzla". Von links Dornröschen Joanna Egglseder, Rotkäppchen Emely Pfister und Felix Kuhn als gestiefelter Kater. Foto: Elke Kolb
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Zum fünften Mal fanden am die "Gesamtfränkischen Kinder- und Jugendtheatertage der "Arbeitsgemeinschaft Mundart-Theater Franken" statt. Austragungsort war diesmal Königsberg. Ziel dieser Treffen ist es, Kindern und Jugendlichen zu zeigen, dass sie sich die Zeit nicht nur mit Computerspielen vertreiben können. Es geht darum, dass sie sich selbst präsentieren, in eine Rolle schlüpfen, sich mit dieser identifizieren und diese einem Publikum darbieten. Und das natürlich in ihrer Mundart, was, bei diesen Theatertagen "eine wunderbare Liebeserklärung an unseren fränkischen Dialekt" ist, wie es Landrat Wilhelm Schneider ausdrückte.

Acht Theatergruppen aus dem gesamten fränkischen Raum, über 100 Teilnehmer und Theaterstücke quer durch alle Stilrichtungen, dies war die beeindruckende Bilanz dieses Theatertages. Die Arbeitsgemeinschaft Mundart Theater Franken veranstaltet dieses Treffen von begeisterten jungen Theatermachern alle zwei Jahre. Die beiden Jugendbeauftragen der Arge, Heike Pfänder und Elke Kolb, hatten sich einiges einfallen lassen, um den jungen Theatermachern ein abwechslungsreiches Programm zu bieten.


Workshops mit Profis

Mit einem Wanderpokal, dem Theaterfränzla, konnte auch etwas gewonnen werden, was aber erst zum Ende des Spielsonntags zu einer gewissen Spannung unter den Teilnehmern führte. Denn die Theatertage sollen eine Plattform sein, um sich gegenseitig kennen zu lernen, die eigene Theaterarbeit zu präsentieren und an Workshops mit Theaterprofis teilzunehmen.

Tag eins stand ganz im Zeichen der Märchen. Die verschiedenen Angebote von der Clownschule über die "Commedia dell' arte" hin zum Improtheater, zum chorischen Theater und Bewegungstheater, hatten alle dasselbe Thema. Das Grimm'sche Märchen "Von Einem, der auszog, das Fürchten zu lernen", war der Ausgangspunkt für die Gruppen.

Am Abend präsentierten die Jugendlichen ihren Mitstreitern dann die unterschiedlichen Ergebnisse in der Stadthalle. Dabei war es beeindruckend zu sehen, wie vielfältig die Interpretationen des Stoffes ausgefallen waren.
Auch die Spielleiter der Jugendgruppen hatten sich für ihre Schützlinge etwas Besonderes einfallen lassen. Zusammen mit dem Schauspieler Christian Schidlowsky erarbeiteten sie schlaglichtartige Szenen aus drei Königsberger Sagen. Während eines Stadtrundganges mit dem Königsberger Nachtwächter ließen sie Szenen dann lebendig werden.
Egal ob der Kellergeist in der Jugendherberge, der kopflose Reiter am Marktplatz oder die "Querkel" in den verwinkelten Gassen der Stadt - die jungen Zuschauer waren begeistert.


Programm ohne Langeweile

Während dieser Tag den Teilnehmern der Veranstaltung vorbehalten war, so präsentierten die acht Theatergruppen ihre Stücke tags darauf in der Königsberger Stadthalle der Öffentlichkeit.

Die Reihenfolge der Auftritte war am Vortag ausgelost worden. Geboten wurden Stücke mit den unterschiedlichsten Inhalten. Der Bogen spannte sich von einer "App ins Märchenland" über einen Auszug aus dem Stück "About a Girl" bis hin zu dem Einakter "Der Hund im Hirn" von Curt Goetz. Tiefsinniges, heiteres, nachdenkliches, fröhliches, lustiges, gruseliges, märchenhaftes Theater, alle Stimmungen wurden von jungen Akteuren geboten, die sich sprachlich und mimisch in ihre Rolle hineinversetzt hatten. Passend dazu die Requisiten und Kostüme, die mit viel Liebe und Sachverstand ausgewählt worden waren.

Dieser Tag bot den Freunden des Mundarttheaters einige Stunden mit einem erfrischenden Programm, ein Theatererlebnis ohne Langeweile. Dafür sorgten auch Christian Ziegler und Maria Egglseder mit ihren Überleitungen.

Alle Auftritte wurden von einer Jury beobachtet, deren Mitglieder sich im Publikum verteilt hatten. Dem ehemaligen Vorsitzendenden der AG Mundarttheater Franken, Manfred Zirkelbach, und der Zweiten Vorsitzenden Veronika Klose war es dann vorbehalten, am Ende der ereignisreichen Theatertage den Wanderpokal, das Theaterfränzla an den neuen Titelträger zu übergeben.

Dass das Theaterfränzla für die nächsten zwei Jahre nun in Stettfeld steht, wollte die Leiterin der "Theater Kids" der Stettfelder Freilichtbühne, die 2015 aus der Taufe gehoben worden war, im ersten Augenblick nicht wahrhaben. Freudestrahlend nahm sie aber dann, zusammen mit ihren Akteuren, für die Aufführung des von Christian Ziegler geschriebenen Stücks "App ins Märchenland" die Auszeichnung entgegen.


Die acht Theatergruppen

• Das Theaterprojekt Kinkerlitzchen Werneck mit "Cabarettchens Rosinen"

• Die Theater-Kids der Stettfelder Freilichtbühne mit "App ins Märchenland"

• Die Theatergruppe Rohr mit "Die Handwerkerszene aus "Ein Sommernachtstraum" frei nach William Shakespeare"

• Die Kinder- und Jugendtheatergruppe des Plecher Heimatvereins mit "Hoher Besuch"

• Die Jugendtheatergruppe des Reinsbronner Bühnenzinnobers mit "Der Held der Kieselsteine" von Arno Boas

• Die Kindertheatergruppe aus Hallstadt mit einem Auszug aus "About a Girl"

• Das Gymnasium Haßfurt mit dem Einakter "Der Hund im Hirn" von Curt Goetz

• Die Weißenburger Bühne mit "Wie das rote Gummibärchen in die Tüte kam".

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