Ebern
Elektro-Zapfsäule

Tankstelle für Elektroautos direkt am Bahnhof in Ebern

In Ebern fährt die Verwaltung nunmehr "unter Strom". Noch aber kommen die meisten Nutzer von außerhalb der Stadt aus Nachbarlandkreisen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Christian Ziegler von der Bayernwerk AG und Bürgermeister Jürgen Hennemann (rechts) "betanken" ein E-Mobil, das der Stromkonzern der Stadt für einige Wochen leihweise zur Verfügung stellt. Fotos: Ralf Kestel
Christian Ziegler von der Bayernwerk AG und Bürgermeister Jürgen Hennemann (rechts) "betanken" ein E-Mobil, das der Stromkonzern der Stadt für einige Wochen leihweise zur Verfügung stellt. Fotos: Ralf Kestel
+2 Bilder
Einen Stammgast hat Josef Müller von seinem Fenster aus schon beobachtet. "Der Kunde kommt täglich", weiß er ob des tankenden Besuchers. Müller ist kein Tankwart und auch kein Gastwirt. Er ist der Liegenschaftsverwalter in der Stadtverwaltung und schaut von seinem Büro im Ämtergebäude aufs Kujathhaus und genau daneben steht eine der wenigen öffentlichen Ladesäulen für Elektro-Mobile und E-Bikes im Landkreis. Spendiert hat die Ladesäule die Bayernwerk AG und ein Testfahrzeug für einige Wochen obendrein.

So sieht Josef Müller, wer die Ladesäule benutzt. Er muss es auch wissen, denn: Er gibt die notwendigen Benutzerkarten aus. Bislang vier an der Zahl. So an einen Pendler aus Bad Neustadt, der mit seinem E-Mobil nach Ebern düst, um danach zur Arbeitsstelle in Nürnberg weiterzufahren.

Anfragen von außerhalb

Von den bislang vier ausgegebenen Ladekarten blieb nur eine in der Stadt - die für das E-Mobil der Verwaltungsgemeinschaft, das laut Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) für Kurzstrecken bestens geeignet ist und von den VG-Bediensteten auch gerne genutzt werde.

Damit bilden sie noch eine Minderheit. Alle weiteren Anfragen nach einer Nutzungskarte, die bei Josef Müller gegen eine Kaution von 50 Euro abgeholt werden können, kamen aus Nachbar-Landkreisen, dem Bamberger Raum, wie Bürgermeister Hennemann verriet. "Aus Godelhof gibt es sogar eine Anfrage, wonach ein Interessent einen E-Mobile-Stammtisch ins Leben rufen will."

Für Kurzstrecken geeignet

So eine Einstellung verleiht dem Bürgermeister Rückenwind. "Wir wollen auch als Verwaltungsgemeinschaft zeigen, dass man auf Kurzstrecken mit E-Mobilen bestens zurecht kommt", meinte Hennemann, der dem Kommunalvertreter der Bayernwerk-AG Christian Ziegler dafür dankte, dass der Stromkonzern dafür die Logistik bereitstelle.

Ziegler verwies auf die zwei Lade-Anschlüsse samt Schnell-Lademöglichkeit. "Wenn die Stecker passen."
Dauert eine normale Akku-Ladung nach rund 150 Kilometern Fahrtstrecke fünf bis sechs Stunden, erfolgt dies bei einer Schnell-Ladung in 45 bis 60 Minuten. "Der Erfahrungswert zeigt, dass dabei zehn bis zwölf Kilowatt benötigt werden, also drei bis vier Euro", erklärten Bürgermeister Hennemann und Josef Müller.

Bezahlmodus noch unklar

Wie die Stadt das umlegt, ist noch unklar. "Wir wollen anhand der zehn Tankkarten erst einmal Erfahrungswerte sammeln." Da die Stadt für den Stromverkauf keine Konzession besitze, werde dies über eine Parkgebühr berechnet, die "sicher sehr moderat ausfällt", so Hennemann.

Weil die Reichweite der Elektro-Autos noch ein Problem darstellt, hält Bürgermeister Hennemann den Standort für die Ladesäule nahe dem Bahnhaltepunkt ideal für Pendler, die während der Weiterfahrt mit dem Zug ihr Auto wieder aufladen können.

Auch die Nähe zum Wohnmobilstellplatz betrachtet der Bürgermeister als Vorteil, nach "langer Suche", da der Standort einfach erreichbar, aber ohne großen Aufwand anschließbar sein sollte.

Ein Blick auf diverse Internet-Ratgeber, die zumeist Anmeldegebühren verlangen, zeigt, dass Ebern neben Untermerzbach die einzige Gemeinde-Ladestelle im nördlichen Landkreis ist. Hinzu kommen beispielsweise noch Ladesäulen wie bei einem Elektrohändler in Eyrichshof oder einem Autohaus nahe der Papiermühle.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren