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Haßfurt
Tradition

Tag des jüngsten Amtsgerichtfests in Haßfurt

Der Rohbau des neuen Haßfurter Amtsgerichts steht, gestern war Richtfest. Allerdings: Staatssekretär Gerhard Eck vermisste dabei eine spezielle Sache.
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Die Richtkrone für das neue Amtsgericht in Haßfurt wurde mangels eines klassischen Holzdachstuhls an die Decke gezogen, denn das Gebäude besteht überwiegend aus Beton. Die Passivhausbauweise erlaubt nach den Angaben des Justizministeriums einen nahezu energieneutralen Betrieb. Foto: Andreas Lösch
Die Richtkrone für das neue Amtsgericht in Haßfurt wurde mangels eines klassischen Holzdachstuhls an die Decke gezogen, denn das Gebäude besteht überwiegend aus Beton. Die Passivhausbauweise erlaubt nach den Angaben des Justizministeriums einen nahezu energieneutralen Betrieb. Foto: Andreas Lösch
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Der Staatssekretär war, wie üblich bei solch öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen, voll des Lobes. Lob für die lokalen und überregionalen Politiker, Lob für die Architekten, Lob für die Bauarbeiter, Lob fürs Justizministerium, Lob für die Staatsregierung undsoweiter. Doch es gab auch eine Schelte, als Gerhard Eck (CSU) gestern beim Richtfest des neuen Amtsgerichts in Haßfurt vor den rund 100 Gästen sprach. Hingen doch hinter dem Rednerpult drei Fahnen.

Die erste repräsentierte Bayern, die zweite Deutschland, die dritte Europa. Nichts für ungut, meinte Eck dazu, aber er müsse sich für seine Heimat stark machen und verlangte, "dass wir nicht die Frankenfahne unterdrücken, das nächste Mal." Soll heißen: Im Februar 2017, wenn das neue Amtsgericht offiziell übergeben und in Betrieb gehen soll, erwartet der Politiker die fränkische Flagge nebst den anderen.
Zum Richtfest habe man aber dann doch noch gerade so die Kurve gekriegt, denn immerhin waren (neben bayerisch weiß-blauen) fränkisch weiß-rote Bänder an der Richtkrone angebracht. Noch dazu hielt Roland Scheidl als Vertreter der Bauarbeiter eine zünftige Richtfestrede auf fränkisch und trank dazu Frankenwein. Das sorgte zumindest für ein klein wenig fränkische Gerechtigkeit.


Hohe Anforderungen

Auf dem 4500 Quadratmeter großen Grundstück neben dem Ezo-Kreisel (benannt nach dem ehemaligen Supermarkt, der dort stand, wo jetzt das Amtsgericht entsteht) war am Donnerstagnachmittag ziemlich viel los. Wie der Justizminister Winfried Bausback erklärte, erfüllt das neue Gebäude "alle Anforderungen einer modernen und leistungsfähigen Justiz". Die zentrale Lage, Barrierefreiheit und die Einhaltung aktueller Sicherheitsstandards (siehe Artikel rechts) gehörten dazu und könnten durch das neue Amtsgerichtsgebäude bestmöglich gewährleistet werden.

In dem neuen Gebäude entsteht laut Bausback getrennt vom Bürobereich ein über einen zentralen Eingang zu erreichender "öffentlicher Bereich mit drei modernen Sitzungssälen, in denen künftig alle Verhandlungen des Amtsgerichts Haßfurt stattfinden werden". Zudem werde es bei Fertigstellung "das modernste Amtsgerichtsgebäude in Bayern" sein, und es entstehe etwa nicht in der Großstadt oder ihm Süden Bayerns, sondern "in der Fläche des Landes", denn die Justiz "gehört in die Mitte der Gesellschaft".

Das von dem renommierten und international hoch angesehenen deutsch-spanischem Architekturbüro Nieto Sobejano entworfene Gebäude habe das Potenzial, ein Jahrhunderte überdauerndes "architektonisches Markenzeichen" zu werden, sagte Bausback.

Das bayerische Justizministerium investiert rund elf Millionen Euro in den Neubau. Zu verdanken hat das die Stadt Haßfurt auch dem ehemaligen Landrat des Landkreises Haßberge, Rudolf Handwerker, wie Bausback erklärte, sowie Haßfurts Altbürgermeister Rudi Eck. Letzterer meinte beim Richtfest sichtlich erfreut: "Dass wir so ein Gebäude jemals nach Haßfurt bringen, das ist schon der Wahnsinn. Der Justizstandort ist für die nächsten zig Jahre garantiert gesichert."
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