Haßfurt

TV Haßfurt hat "machbares Konzept" entwickelt

Der Turnverein Haßfurt stellte seine überarbeitete Planung für den "Sportpark Eichelsee" vor. Der neue Gebäudekomplex soll auf dem Rasenplatz drei entstehen. Das Millionenvorhaben kommt bei den Mitgliedern offenbar an.
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So soll der TV-Sportpark Eichelsee von Norden her aussehen. Die Halle und das Mehrzweckgebäude mit Gymnastik- und Kraftraum (rechts) erhalten Pultdächer und die vorgelagerten Nebengebäude ein Flachdach. Standort ist der bisherige Platz drei des Turnvereins.   Foto: hst
So soll der TV-Sportpark Eichelsee von Norden her aussehen. Die Halle und das Mehrzweckgebäude mit Gymnastik- und Kraftraum (rechts) erhalten Pultdächer und die vorgelagerten Nebengebäude ein Flachdach. Standort ist der bisherige Platz drei des Turnvereins. Foto: hst
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Für den TV-Projektleiter Horst Lohs ist es "eine Lösung, auf die wir uns freuen können”. Zur Präsentation der veränderten Pläne des TV Haßfurt für seinen Sportpark Eichelsee kamen knapp 100 Mitglieder und Interessenten in die TV-Gaststätte. Darunter Bürgermeister Rudi Eck (parteilos), im Zeichen des städtischen Wahlkampfes weitere Politiker und der Kreisvorsitzende des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV), Andreas Schröck. Die Ausführungen der Planer und TV-Mitglieder Susanne Baur (b-o-concept) und Robert Lutz (ProTerra), der die Außenanlagen konzipiert, fanden ebenso wie die gezeigten Grundrisse und Ansichten viel Beifall unter den Anwesenden.

Viele Sitzungen nötig

Georg Hiernickel, der Vorstand für Gebäude und Liegenschaften, erinnerte daran, dass der Stadtrat am 19.
November vergangenen Jahres die Kosten für den Sportpark auf 4,65 Millionen Euro gedeckelt hatte. Danach musste die Planung neu aufgestellt werden. Nachdem die Vorstandschaft im Mai wieder komplettiert worden war, wurde innerhalb von sechs Monaten in vielen Sitzungen mit den Planern ein neues, genehmigungsreifes Projekt entwickelt.

"Bis zum Schluss mussten Flächen verkleinert werden, um die Kosten in den Griff zu kriegen. Es ist ein machbares Konzept entstanden”, lobte Bürgermeister Eck, der das Projekt begleitet, die Verantwortlichen.

Die wichtigsten Veränderungen gegenüber der ursprünglichen Planung: Die Halle ist in der Nutzung nicht mehr zwei-, sondern eingeschossig konzipiert. Die getrennten Umkleidebereiche für Innen- und Außensport wurden aufgegeben. Das bedeutet auch, dass die alten Umkleiden von den Fußballern weiter genutzt werden müssen und in Eigenleistung kostengünstig renoviert werden.

Ebenfalls eine Folge der Umplanung: Der Standort ist nun nicht mehr neben dem TV-Hauptfeld, sondern auf dem bisherigen Platz drei am südlichen Rand des Vereinsgeländes Richtung Flugplatz. Dort ist der Untergrund besser und die Hochwasserfreilegung weniger kostspielig, obwohl das Gelände auch dort um 1,10 Meter aufgeschüttet werden muss.

Entstehen soll eine Ball- und Spielsporthalle, die geringfügig kleiner als eine Dreifachhalle ist, mit den Spielfeldmaßen 44 mal 22 Meter. Die Halle bekommt ein nach Süden geneigtes Pultdach, das von Leimholzbindern getragen wird, und wird 7,20 Meter hoch. Durch zwei herablassbare Vorhänge wird sie in drei Einzelhallen teilbar. In jeder Halle gibt es eine ausklappbare Sitztribüne, insgesamt können gut 120 Zuschauer Platz finden.

Die Idee, eine Veranstaltungshalle zu errichten, musste aufgegeben werden. Aufgebracht werden Spielfeldmarkierungen für Fußball, Volleyball, Basketball, Korbball und Badminton. "Es wird eine sehr gut nutzbare Halle”, erläuterte Susanne Baur. Die nach Norden vorgeschalteten Nebenräume erhalten ein Flachdach. Enthalten sind darin vier Umkleidekabinen mit zwischengelagerten Duschbereichen, ein Besprechungsraum mit Möglichkeit zum Außenverkauf, ein Büro und der zweigeschossige Technikraum. Zwischen Nebenräumen und Halle entsteht ein sich keilförmig erweiternder, attraktiver Flur, der für Versammlungen und Veranstaltungen genutzt werden kann.

An seiner Breitseite schließt der Mehrzweckbereich an, für Susanne Baur "das Besondere” am Konzept: Unter einem Pultdach sind ein rund 100 Quadratmeter großer Gymnastikraum, ein Kraftraum (65 Quadratmeter) und ein Lagerraum angesiedelt. Eine Erweiterung des Gymnastikraums über ein zusätzliches Modul wäre in der Zukunft leicht möglich, sagte Baur.

Über die Flugplatzstraße

Verkehrstechnisch erschlossen wird der Sportpark von der Flugplatzstraße her mit einer längeren Zufahrt parallel zu Platz zwei. Hier laufen auch Gas- und Wasserleitung. An der Westseite der Halle, neben dem Mehrzweckbereich, sollen rund 40 Pkw-Stellplätze entstehen. Bei den Planungen musste berücksichtigt werden, dass das TV-Gelände an das Naturschutzgebiet Mainaue grenzt und komplett im Trinkwasserschutzgebiet liegt. Die Konsequenzen, die für höhere Kosten sorgen, verdeutlichte Robert Lutz: Das Sickerwasser muss aufgefangen werden, die Verkehrsflächen müssen wasserundurchlässig gestaltet werden, und das Regenwasser muss in einem Rückhaltebecken gesammelt und in den Bereich außerhalb des Trinkwasserschutzgebietes geleitet werden.

Der neue Standort für den ebenfalls geplanten Neubau der TV-Gaststätte ist nun an der Ostseite der Halle vorgesehen. Wann er verwirklicht wird, ist aus finanziellen Gründen offen. Projektleiter Lohs möchte sie "so schnell wie möglich” verwirklicht sehen, Bürgermeister Eck sieht die Gaststätte nicht als ein "Thema von morgen und übermorgen”. Also muss die bisherige Wirtschaft weiter betrieben werden, auch wenn sie ein Stück vom Neubau entfernt liegt. Bereits im Rahmen der Baumaßnahmen sollen östlich zwei neue, kleine Rasenspielfelder für Korbball und Kleinfeldfußball als Ersatz für den wegfallenden Platz drei entstehen. Für eines davon fallen wahrscheinlich die kaum noch genutzten Tennis-Hartplätze weg.

"Ein ganzes Stück weiter"

"Als Verein kommen wir mit der Verwirklichung unseres Projekts ein ganzes Stück weiter”, befand Horst Lohs. Noch in diesem Monat stehen nun die Gespräche mit den Vertretern des BLSV an, die die Pläne auf die Bezuschussung hin prüfen werden. Der TV-Sportpark ist bayernweit eines der ersten Großprojekte, die unter die 2013 veränderten Förderrichtlinien fallen. Zeitnah soll danach der Bauplan in den Stadtrat eingebracht werden.

Geht alles gut, wird mit einem Baubeginn in der zweiten Jahreshälfte 2014 gerechnet. Wegen der Bedingung des Stadtrates, dass bei Baubeginn 60 Prozent der Ausschreibungen vorliegen müssen, wird es nicht früher losgehen können.

Lohs forderte die TV-Mitglieder auf, sich mit ihren Möglichkeiten aktiv in das Projekt einzubringen: "Wir brauchen Macher und Mitmacher.” hst

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