Haßfurt
Konzert

"Straßenmusik ist unsere Seele"

Der "Gankino Circus" hat sich bei seinen drei Auftritten in Haßfurt ein begeistertes Publikum erspielt. Am 23. Oktober treten die vier Musiker im Gewölbekeller der Stadthalle wieder mit ihrem abenteuerlichen Stilmix auf.
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Die humorvollen und musikalisch wie technisch faszinierenden Musiker der Band "Gankino Circus", Ralf Wieland, Maximilian Eder, Simon Schorndanner und Johannes Sens (von links), stellen am Donnerstag, 23. Oktober, beim Kulturamt Haßfurt im Gewölbekeller der Stadthalle Haßfurt ihr neues Album "Franconian Boogaloo" vor.  Foto: Ulrike Langer
Die humorvollen und musikalisch wie technisch faszinierenden Musiker der Band "Gankino Circus", Ralf Wieland, Maximilian Eder, Simon Schorndanner und Johannes Sens (von links), stellen am Donnerstag, 23. Oktober, beim Kulturamt Haßfurt im Gewölbekeller der Stadthalle Haßfurt ihr neues Album "Franconian Boogaloo" vor. Foto: Ulrike Langer
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Eine ungewöhnliche Band macht am Donnerstag, 23. Oktober, um 20 Uhr beim Kulturamt Haßfurt im Gewölbekeller der Stadthalle in Haßfurt Station. Ralf Wieland, Maximilian Eder, Simon Schorndanner und Johannes Sens von "Gankino Circus" werden ihre neueste CD "Franconian Boogaloo" vorstellen und wollen das Publikum mit ihrer ebenso sehens- wie hörenswerten Show begeistern.

Für viele sind sie keine Unbekannten mehr. Sie gastierten schon drei Mal mit ihrer außergewöhnlichen Musik in der Kreisstadt. Ihre instrumentalen und Gesangskompositionen haben sie auf einem Stilmix aus fränkischen Kirchweihliedern, ungarischer Volksmusik, Zigeunerjazz, türkischen Klängen und einer Prise Klezmer aufgebaut und mit Balkan-Zirkus-Klamauk gemischt.

Dazu sind sie mit einem überschäumenden Spielwitz ausgestattet und schaukeln sich im improvisierenden Spiel gegenseitig hoch. Sie lassen keinen Zweifel daran, dass sie musikalisch wie technisch in der höchsten Kategorie musizieren.

Ralf Wieland (Gitarre, Banjo, Gesang und mehr), Maximilian Eder (Akkordeon, Gesang und Percussion), Simon Schorndanner (Saxophon, Bassklarinette, Gesang) und Johannes Sens (Schlagzeug, Percussion, Gesang und mehr) haben ihre Band nach einem mazedonischen Tanz im 11/8-Takt benannt und musizieren seit einer Frankreich-Reise 2007 als "Gankino Circus".

Ihnen haftet nicht nur das Flair fahrender Musikanten an; sie geben neben ihren Konzerten auch immer wieder Live-Auftritte auf den Straßen in Europas Städten. "Die Straßenmusik ist unsere Seele, denn dort lebt die Spontanität, der wir uns verschrieben haben", erzählte Johannes Sens. "Gerade von unseren Reisen nach Ost- oder Südeuropa bringen wir Musik mit, von der wir uns inspirieren lassen und deren musikalischen Inhalte wir in zirkushafter Manier aufbereiten."

Die neue CD haben sie im Januar in Berlin mit dem Produzenten Thommy Krawallo aufgenommen. Dazu wurden alte fränkische Kerwalieder zeitgemäß arrangiert und mit Balkan-Beat, Rock'n'Roll, finnischer Volksmusik, schnoddrigen Sprechgesängen oder Punk-Rock versetzt. "Wir sind Vollblutprofis in Sachen moderner, international beeinflusster, fränkischer Musik und wollen zeigen, dass in ihr ein Feuer brennt", erzählte Johannes Sens.

Nicht umsonst heißt das neue Album "Franconian Boogaloo". "Boogaloo steht für den Wahnsinn, der in der Volksmusik zu stecken scheint, wenn man an den richtigen Stellen sucht", erklärt Johannes Sens. "Dazu gehören schräge Rhythmen wie im Zwiefachen, irre Wechselbässe im fränkischen Akkordeonspiel, aber auch wahnwitzige Bläserfanfaren in der rumänischen Musik oder Gypsy-Gitarren wie sie die Roma und Sinti spielen."

Erst Ende September waren die Musiker auf Einladung des Goethe-Instituts in Kiew, um dort am "Tag der europäischen Sprachen" mitzuwirken. Schon am ersten Abend konnte sich die Band bei ihrem Konzert über die Begeisterungsfähigkeit ihrer Zuhörer freuen.


Musik mit Kindern

Am Tag danach stand ein Workshop mit 26 Kindern aus der ganzen Ukraine an, bei denen "Gankino Circus" fränkische Kirchweihlieder mit ukrainischen Volksweisen mischte. "Unter anderem haben wir das Lied ‚Es führt über den Main eine Brücke von Stein‘ vorgestellt und mit den Kindern, von denen viele ein Instrument spielen konnten, mit zeitgenössischen musikalischen Mitteln interpretiert", so Johannes Sens.

Die Menschen in Kiew seien zutiefst verunsichert. "Einige sind für eine Annäherung an die EU, andere haben Vorbehalte und wiederum andere fühlen sich aufgrund der Geschichte zu Russland hingezogen. Aber alle haben die Gewalt abgelehnt", berichtete der Musiker.

"Wir selbst haben viele neue Lieder und große Inspiration mitgenommen und sehr viel Schwung für die Herbsttour erhalten!" Außerdem ist die Band bald nochmals in Unterfranken. Sie spielt am Samstag, 1. November, ab 19.30 Uhr in der Disharmonie in Schweinfurt.

Vorverkauf
Karten für den "Gankino Circus"-Auftritt in Haßfurt sind beim Kulturamt der Stadt Haßfurt in der Bahnhofstraße 2 (Eingang Obere Vorstadt/Floriansplatz) oder auch unter der Telefonnummer 09521/ 9585745 erhältlich.






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