Ebelsbach
Tag der offenen Tür

Stille in vielerlei Kunst-Stilen in Ebelsbach

Eine bunte Werkschau und ein ansprechendes Rahmenprogramm bieten die Kunstschule "Ars Vivendi" und die Kulturgemeinde Ebelsbach-Eltmann bei einer Veranstaltung unter dem Motto "Kunst, Kultur & Musik".
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"Traum vom Weinberg" hat Gerda Birken dieses Werk betitelt. Fotos: Günther Geiling
"Traum vom Weinberg" hat Gerda Birken dieses Werk betitelt. Fotos: Günther Geiling
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Die Kulturgemeinde Ebelsbach-Eltmann und die Kunstschule "Ars Vivendi" in Ebelsbach gestalten unter dem Motto "Kunst, Kultur & Musik" am Samstag, 19. September, ab 18 Uhr einen "Tag der offenen Tür" in dem Gebäude der Kunstschule mit Arbeiten zahlreicher Kursteilnehmer aus der Umgebung. Zu sehen sind Werke zum Thema "Stille". Dazu gibt es Live-Musik und Songs mit dem Duo "Choco-Latte" und einen Auftritt der Women-Artist-Group "Die Unbequemen".

"Der Ausdruck einer stillen Wahrnehmung steht für mich für den Moment der höheren Konzentration und Entspannung zugleich, in dem das Wahrgenommene sich komprimiert, sich bildhaft aus dem Nichts manifestiert und zum Kunstwerk wird", meint Vorsitzende Gabriele Schöpplein. Im alltäglichen Leben nehme man jedoch meist nur die Umgebung wahr, man "sehe" nicht und suche nur nach Bestätigung für das, was man kenne.
Als Künstlerin ist Schöpplein jedoch auf mehr aus: "Eine künstlerische Arbeit ruft aber in meinem Bewusstsein eine tiefere Ebene wach, und ich habe durch diesen achtsamen Zustand die Möglichkeit, mich einer neuen Perspektive oder einer weiteren Wahrheit zu öffnen. Natur, Architektur, Menschen und Gegenstände werden durch die künstlerische Sichtweise und durch den schöpferischen Prozess in einer neuen Perspektive betrachtet."

Wenn Objekte von der ihnen zugeschriebenen Funktion befreit würden, so meint sie, wandeln sie sich zu einer unbekannten Erscheinungsform. So verschwinden die in der menschlichen Wahrnehmung existierenden Grenzen. Aber die sichtbare Welt werde reicher und es vermehrten sich die Möglichkeiten, die Welt zu beschreiben und wahrzunehmen.


Bunte Palette

Die Ausstellungsstücke für den "Tag der offenen Tür" kommen aus den Bereichen Malerei, Fotografie, Radierungen, Monotypien, Material- und Objektkunst.
Beteiligt sind die Künstler Rudolf Schneidmadel, Christine Welsch, Monika Huther, Florian Tully, Susanne Söder, Lydia Vorndran, Monika Lang, Maxima Schmeykal, Felice Casper und Gerda Birken.

Mit dem Duo "Choco-Latte" gibt es einen musikalischen Leckerbissen zwischendurch. Das Fürther Duo mit Marcus Klinger (Gitarre und Gesang) sowie Felicia Peters (Gesang, Bratsche, Percussion), das sehr viel in Deutschland, der Schweiz und Österreich unterwegs ist, interpretiert mit Humor und Leidenschaft Songs von Tracy Chapman, Elvis Presley, Bob Marley und anderen, aber auch eigene Kompositionen. Der Eintritt ist dazu frei und bei ungünstigem Wetter findet dies in der beheizten Scheune statt.

Alle Besucher dürfen sich außerdem freuen auf einen Auftritt der WomenArtistGroup und Künstlerinnen mit dem Namen "Die Unbequemen".


Die beteiligten Künstler

Rudolf Schneidmadel
wurde 1950 in Gerolzhofen geboren und lebt seit dem Jahre 2000 mit Familie in Gleisenau. Zur Steinbildhauerei kam er erst im Jahre 2008, nach Beendigung seines Berufslebens, "Die Arbeit am Stein bedeutet für mich vollkommenes Loslassen und Konzentration auf das Objekt. Stille ist für mich der Rückzug in eine Phase innerer Ruhe und Kontemplation, die nicht unbedingt etwas mit der Abwesenheit von Geräuschen oder Bewegung zu tun hat. Sie ist für mich die Voraussetzung für die Konzentration auf neue Aktivitäten."
Die Motive seines Schaffens orientieren sich an natürlichen Formen und Objekten, wobei versucht wird, das Wesentliche dieser natürlichen Formen durch Abstraktion zu idealisieren und zu verdeutlichen.

Christine Welsch
"Stille ist für mich eine Zeit zum Nachdenken und Malen. In meinen Bildern drücke ich diese Gedanken und Gefühle aus." Sie lebt mit ihrer Familie in Haßfurt. Seit einem Jahr besucht sie auch die Kunstschule "ars vivendi", wo sie individuell gefördert, aber auch gefordert werde.

Monika Huther
wohnt mit ihrem Mann im Raume Ebern. "Neben meiner beruflichen Tätigkeit sehe ich die Kunst als Ausgleich, um durch die Muse zur Ruhe und Stille zu finden."

Florian Tully
kommt aus Gerolzhofen und fühlt sich mit der Steinmetz-Tradition seiner Vorfahren in Kontakt. "Schon um 1650 waren meine Vorväter Steinhauer in Südtirol. Gerne arbeite ich in Sandstein, speziell mit dem regionalen gelbbraun-gemaserten "Brünnauer"-Sandstein, aber auch in Kalkstein, Diorit, Alabaster, Marmor und Holz." Wesentlich geht es ihm um den Entstehungsprozess der Bildwerke. "Ich arbeite nicht nach Skizzen oder Modellen, sondern lasse aus dem Miteinander von Stein, Werkzeug und meinen Händen etwas wachsen. Es ergeben sich so meditative Momente, in denen nicht das gedankliche Wollen, sondern tiefer liegende Schichten zur Gestaltung kommen. Ich versuche nicht mit dem Kopf, sondern mit der Seele zu bildhauern. Die Idee und mit ihr die Skulptur entwickeln sich in einem Schaffensprozess."

Susanne Söder
lebt mit ihrer Familie in Viereth. Dort findet sie auch die nötige Ruhe und hat auch ihr Atelier, um dort zu arbeiten. Nach ihrer künstlerischen Ausbildung bei der Akademie Faber-Castell trat sie in den Kunstverein "Form und Farbe" ein. Seitdem stellt sie regelmäßig in der Giechburg ihre Werke aus, aber auch in Kronach, Nordheim und im "Fränkischen Tag" konnte sie schon ihre Bilder zeigen.
In vielen ihrer Arbeiten bemerkt man die Stille. Ihr Anliegen ist es, einen Weg vom Chaos in die Stille zu finden, vom Lauten ins Leise, von Dunkeln ins Helle. Die kräftigen Farben werden beruhigt durch gebrochene Schattierungen und die unkontrollierten Formen werden ganz still durch klare Linien. Das Ergebnis ist dann Harmonie.

Lydia Vorndran
lebt und arbeitet in Kronach und Thassos. 1978 wurde sie Fachlehrerin für Kunsterziehung, um dann 2005 das Studium "Bildende Kunst" mit Abschluss zu machen und 2008 ein Aufbaustudium in der Akademie Faber-Castell anzuhängen. Außerdem ist sie Mitbegründerin der Women-ArtistGroup "Die Unbequemen". Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt im Moment in der gestalterischen Bearbeitung des Malers Lukas Cranach als Künstler, Mythos, Vaterfigur seiner Zeit und Symbolik. Für das Thema "after Lucas" setzt sie sich malerisch vor allem mit seinen Frauenporträts auseinander, auch eines ihrer Lieblingsthemen. Neu sind die Tatoos des Lucas Cranach, Logos und eine Installation mit 3 D Pen.

Monika Lang
ist Zeichnerin und Malerin, lebt und arbeitet in Reichenberg (Ufr). Sie erarbeitet ihre Zeichnungen mit Tusche, Kohle und Graphit sowie in der Malerei mit Acryl und verschiedenen Mischtechniken. Ihre anfänglich, spontane Arbeitsweise erzielt dann in langen Arbeitsprozessen durch Reduzierung der Farbigkeit und der Form die gewünschte Wirkung der Stille. Die Zeichnung ist für das Auge auf das Wesentliche reduziert.

Nachwuchsmalerin Maxima Schmeykal
ist erst elf Jahre alt und kommt aus Oberaurach. Sie ist eine äußerst talentierte Nachwuchsmalerin und besucht seit drei Jahren die Jugendkunstschule Ars vivendi Ebelsbach. Sie sagt: "Am glücklichsten bin ich, wenn ich male."

Felice Casper
gilt als ein Urgestein der "Schweinfurter Radierwerkstatt". Sie fertigt Farbradierungen von vier Platten. Mit ihren Arbeiten konzentriert sie sich auf den Bereich Landschaften. Bei zahlreichen Reisen in die Ferne malt sie sehr farbintensive Bilder, die sie dann in der Werkstatt in ebensolche Radierungen umsetzt.

Gerda Birken
ist 1960 in Avignon geboren und lebt mit ihrer Familie in Michelau im Steigerwald. Ihre Werke präsentiert sie unter anderem in Northeim, Haßfurt und Chateaudun sowie im Königsberger Handwerkerhof und im SKF-Verwaltungsgebäude Schweinfurt.
Sie lebt ihre Kreativität beim Drucken von Kupferplatten und beim Malen von Aquarell-, Acryl- oder Enkaustikbildern aus. In unserer hektischen Zeit sei es wichtig, auch Ruhezeiten einzulegen. Deshalb möchte sie sich gerne mit dem Thema "Stille" auseinandersetzen.









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