Ebern
Dreikönig

Sternsinger trotzen Eiseskälte

Als Könige verkleidet zogen Gruppen durch die Orte im Landkreis, brachten zum Jahresbeginn Gottes Segen in die Häuser und sammelten für einen guten Zweck
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56 Frauen Männer und Kinder, zum Teil im Gesicht als Mohr bemalt, zogen von der Eberner Pfarrkirche St. Laurentius aus als Sternsinger von Haus zu Haus.  Foto: Patrick Hanus
56 Frauen Männer und Kinder, zum Teil im Gesicht als Mohr bemalt, zogen von der Eberner Pfarrkirche St. Laurentius aus als Sternsinger von Haus zu Haus. Foto: Patrick Hanus
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Ob die Zwiebeltechnik zur Dreikönigstradition gehört, ist nicht überliefert. Am Feiertag jedenfalls hat sie sich bestens bewährt, als bei Eiseskälte landkreisweit die Kindergruppen in den Kirchengemeinden auszogen, um als Sternsinger verkleidet Gottes Segen in die Häuser zu bringen. Was sich da an mehreren Schichten von dicken Pullovern und Jacken unter den bunten Königsgewändern befand, konnten die Menschen in ihren Häusern nur erahnen.


Hauptsache trocken

Patrick Hanus, der die Aktion in Ebern seit Jahren betreut, klagte nicht über die 13 Minusgrade, die das Thermometer bei der Aussendung der Jugendlichen anzeigte. "Nicht grade mollig warm, gestand er ein, zeigte sich aber andererseits dankbar dafür, dass die Sonne schien. "Wieder einmal hatten die Sternsinger in Ebern das beste Wetter, das man in der Zeit rund um Dreikönig haben konnte", fand er, denn "zumindest stürmte es nicht wie an den Vortagen, oder schneite es aus einem trüben Himmel wie am Tag danach". Denn die Kombination aus Kälte, Wind und Nässe hätte es erst so richtig unangenehm gemacht.

Doch so machten sich die Sternsinger allerorten frohgemut auf den Weg durch die Straßen, gingen von Haus zu Haus, sangen und sagten ihre Segenssprüche auf, schrieben das Segenszeichen "20*C+M+B+17" an die Haustüren und sammelten stattliche Spendensummen ein.

Im Eberner Stadtgebiet waren laut Patrick Hanus 56 Sternsinger - Kinder und Erwachsene - in 14 Gruppen unterwegs. Diese Zahl klingt zunächst stattlich und doch musste der "Dreikönigs-Manager" damit mehrere Eberner Straßenzüge und Ortsteile aus der Besuchsliste streichen.


Kommunionkinder machen mit

Obwohl die Anzahl der Sternsinger nahezu identisch mit der aus den Vorjahren war, und obwohl sich noch am Feiertag selbst drei weitere "Könige" spontan dazugesellten, konnte Hanus zwei Gruppen weniger einteilen als in den vergangenen Jahren. Dies lag daran, erklärt er, dass fünf ganz neue Sternsinger unter den Vertretern der "drei Weisen aus dem Morgenland" waren, Kommunionkinder, die man natürlich noch nicht alleine in einer eigenen Gruppe losziehen lassen konnte.

So ergab es sich, dass einige Haushalte in Ebern und die Stadtteile Eyrichshof und Heubach keinen Besuch der gekrönten Häupter erhielten.


Freundlich aufgenommen

Hanus berichtet über die Schlussbesprechung am Ende des Tages, als alle Sternsinger als gemeinsames Erlebnis davon berichteten, dass sie allesamt an den Türen der Eberner sehr freundlich empfangen wurden.
Darüber hinaus sei ihnen an vielen Türen das Angebot gemacht worden, dass sich die Sternsinger in die gute Stube begeben durften, um sich dort mit einem heißen Tee oder einer heißen Milch mit Honig aufzuwärmen.
"Leider mussten die Könige die ein oder andere tolle Einladung ausschlagen, um das ohnehin größere Programm annähernd bewältigen zu können", berichtet Hanus. Schließlich wollte man versuchen, die reduzierte Gruppenzahl durch teilweise erweiterten Besuchsradius wettzumachen.


Verschlossene Türen

Dieses Besuchspensum konnte schließlich auch deswegen gemeistert werden, da offensichtlich viele Eberner den kalten Sonnentag für einen Spaziergang machten oder aber das komplette verlängerte Wochenende zu einem Winterausflug nutzten. Jedenfalls war es, wie Hanus weiter ausführt, das zweite gemeinsame Erlebnis, dass viele Einwohner nicht zu Hause angetroffen werden konnten. So klingelten die Sternsinger immer weder vergebens an verschlossenen Türen.


Not in Kenia

Hanus Aufgabe war es übrigens nicht nur, die Sternsinger aufzuteilen und auszusenden, in Gruppenstunden waren sie im Vorfeld auf die Aktion vorbereitet worden, die in diesem Jahr unter dem Motto "Gemeinsam für Gottes Schöpfung - in Kenia und weltweit" stand. Dabei erfuhren die Sternsinger anhand verschiedener Informationsmaterialien, wie wichtig ihr Engagement für Kinder ist, die vom Klimawandel direkt betroffen sind.
Am Beispiel der Region Turkana wurde aufgezeigt, welch schwerwiegende Folgen die Veränderungen des Weltklimas für Menschen haben, die am wenigsten dazu beigetragen haben. Zunehmende Trockenheit raubt ihnen die Lebensgrundlage. Familien leiden unter Hunger, Kinder sind unter- und mangelernährt. Aufgezeigt wurden auch Ansätze, um dem weit greifenden Wandel entgegenzuwirken.
Vor allem aber wurden die Jugendlichen dafür sensibilisiert, wie wichtig es ist, behutsam mit der Schöpfung umzugehen und bei eigenem Wohlstand die Not in anderen Teilen der Welt nicht zu übersehen.


Spenden helfen

So gehen die Erlöse der Sternsingeraktion, die weltweit die größte organisierte Hilfsaktion von Kindern für Kinder gilt, an soziale Projekte im Beispielland.
Das finanzielle Ergebnis aus der Sternsingeraktion könne sich " auch diesmal wieder sehen lassen", befand Patrick Hanus zum Abschluss der Aktion 2017. So kamen allein in Ebern fast 6590 Euro für den guten Zweck zusammen.

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