Angeln im Wandel der Zeit war das Thema des Vorsitzenden Dieter Ackermann beim Fest- und Ehrenabend des Sportanglervereins Sand zu seinem 50-jährigen Gründungsjubiläum. Bei dem Festkommers im Goger-Saal wurde viel Wissenswertes über den Angelsport erzählt. Außerdem wurden langjährige und verdiente Vereinsmitglieder geehrt.

Dieter Ackermann ging darauf ein, wie sich das Sportangeln im Laufe der Zeit gewandelt hat. Vor allem habe sich die Angelausrüstung verändert. Ackermann erinnerte sich an die zwei Angler-Pioniere Georg Waldhäuser und Ewald Schamberger, die mit zwei Angelruten aus Bambus und einer Umhängetasche für das Angelzubehör zu Fuß zum Baggersee gingen, um ihren Hobby nachzugehen. Heute gebe es vielerlei Fachbezeichnungen, die aus dem Englischen stammen. So besitze ein Sportangler statt seiner Ausrüstung nun eine "Tackle" beziehungsweise ein "Equipment". Ein normales Auto reiche kaum mehr aus für den sogenannten Bankstick (Erdspieß mit Gewinde zum Beispiel zum Aufschrauben von V-förmigen Rutenauflagen), den Rodpod (ein Gerät, auf dem mehrere Angelrouten platziert werden können), den elektronischen Biss-Anzeiger, mindestens vier Angelruten aus Carbon oder Kohlefaser und anderen Angelutensilien.


Was den Fischen heute schmeckt



Auch die Angelköder haben sich laut Ackermann geändert. Fischte man früher mit Köderfisch, Wurm und Brötchenteig, so ist die Köderpalette heute fast unüberschaubar. Man fischt jetzt mit "Boillies". Das sind kleine, runde, Proteinbomben, "die auch ein Bodybuilder nicht verschmähen würde", erklärte der Vorsitzende. "Sah man früher einen Karpfen mit 10 Pfund bereits als Kapital an, so werden heute Karpfen mit 50, 60, und mehr Pfund gefangen." Seit der lebende Köderfisch verboten ist, gibt es Fischimitationen aus allen Materialien in allen Farben und Formen. Maden, Würmer, Larven sowohl lebend als auch aus Kunststoff, Mais, Pellets, und vieles mehr.

Dieter Ackermann sagte, dass bei der ständig steigenden Zahl der Angler auch die Nachfrage an Angelgeräten immer größer wird. So sei ein riesiger Wirtschaftszweig mit rund 55.000 Arbeitsplätzen in Deutschland entstanden, die direkt oder indirekt vom Angeln abhängen.

Der Festredner stellte die Frage in den Raum, was die Motivation zum Sportangeln ist. Was war sie früher und was ist sie heute? Historisch gesehen hätten Menschen immer gejagt und gefischt, was überlebensnotwendig war. Vor 50 Jahren war ein Hauptgrund fürs Angeln ebenfalls das Fangen und Verzehren der selbst gefangenen Fische. Weitere Gründe waren (und sind es dem Vorsitzenden zufolge auch heute noch): Die Sinne für die Natur schärfen und sie mit all ihren Facetten erleben. Man könne die Sonnenauf- und -untergänge, die plötzlichen Wetterwechsel, das Farbenspiel der Blätter im Herbst oder das Beobachten der heimischen Tierwelt mit allen Sinnen genießen. Das Ausschlag gebende Motiv zum Angeln in der heutigen, schnelllebigen Zeit sei jedoch der Erholungsfaktor, der mit der Ruhe am Gewässer einen Ausgleich für den stressigen Alltag bietet.

Glückwünsche zum 50-jährigen Vereinsjubiläum des Sportanglervereins Sand überbrachte der Sander Bürgermeister Bernhard Ruß, der erklärte, dass auch der Bezirk Unterfranken und die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Haßberge die Wichtigkeit der Sportanglervereine erkannt hätten, die sehr viel zur Gewässerpflege und Pflege der Ufer- und Randbereiche beitragen. Er stellte die gute Zusammenarbeit des Sportanglervereins mit der Gemeinde heraus und lobte den Umgang mit der Natur sowie die Jugendförderung des Jubiläumsvereins, der somit auch soziale Verpflichtungen übernimmt.


Deutscher Meister zu Gast



Vorsitzender Dieter Ackermann begrüßte zum Festabend auch Michael Schlögl aus Riedstadt in Hessen. Er ist 14-facher Deutscher Meister, zweimaliger Vizeweltmeister und Europameister sowie Trainer der Nationalmannschaft im Feederangeln.

Als wichtigste Gäste des Abends begrüßte Vorsitzender Ackermann allerdings die Gründungsmitglieder, darunter auch Ehrenvorstand Hugo Ackermann. Gründungsvorstand war im Jahr 1962 Gerhard Dittrich. Ackermann erinnerte an den legendären Vorsitzenden August Ullrich (1963 bis 1981), unter dessen Leitung die Mitgliederzahl des Vereins auf 233 anstieg. Von 1982 bis 1987 war Alfred Wiesinger Vorsitzender, bevor für die nachfolgenden zehn Jahre Hugo Ackermann dieses Amt übernahm. Unter seiner Führung wuchs der Verein auf die Stärke von 360 Mitglieder an. Seit 1998 ist nun dessen Neffe Dieter Ackermann Vorsitzender.


Ehrungen



Für 25 Jahre Vereinszugehörigkeit wurden geehrt: Detlef Schmitt, Dieter Dehe, Robert Bedacht, Stefan Flachsenberger, Kurt Benkert, Helmut Rhein, Thomas Gebhardt, Dieter Schneier, Peter Kehl, Matthias Rippstein, (alle Sand) sowie Johannes Selig (Westheim), Otto Hildenbrand (Schwebheim), Erwin Fichna (Bischberg), Roland Rotthammer (Geiselwind), Gerhard Dyroff (Hösbach), Hermann Ullrich (Aidhausen), Stefan Dyroff (Bessenbach), Udo Krausche (Ebrach), Holger Schult (Eltmann), John Ward (Heilbronn), Heinz Scherzer (Bamberg) und Stefan Wacker, Helmut Zenk sowie Robert Leisentritt (alle Zeil).

Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurden geehrt: Manfred Krines, Werner Dürr und Manfred Schwind (alle Sand) sowie Kurt Thiel (Röthenbach), Dieter Langhans (Schenefeld), Erich Hirsch (Königsberg), Dominikus Gehring (Kirchlauter), Dieter Winter (Fürth/Bay.), Ulrich Röpke (Donnersdorf) und Manfred Walzel (Zeil).

Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurden geehrt: Arno Mühlfelder, Amandus Zösch, Werner Schmitt (Nikolausgasse), Horst Pelikan und Franz Klauer (alle aus Sand) sowie Fritz Guttenberger (Zeil). Eine besondere Ehrung wurde folgenden aus Sand stammenden Petrijüngern zuteil, sie waren alle Gründungsmitglieder des Sportanglervereins: Harry Weber, Werner Schmitt (Zeller Straße), Raimund Ackermann, Hugo Ackermann, Walter Arleth und Jürgen Kümmel.