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Spieltrainer Keim in Haßfurt zu Besuch: Wer knobelt, wird belohnt

Wie unterschiedlich sich Kinder mit kniffeligen Aufgaben befassen, wurde bei dem Besuch der sechsten Klasse der Mittelschule Haßfurt im BiZ deutlich.
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Foto: Peter Schmieder
Foto: Peter Schmieder
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Michael Keims Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen das klassische Spielen wieder näher zu bringen. So beschreibt er den Grundgedanken seiner 2007 gegründeten Firma "Main-Spiel-Mobil". Nicht zu verwechseln mit dem Spielmobil des Landkreises, betont er.

Am Freitag war der Spiel- und Theatertrainer mit seinem Knobeltisch zu Gast in der Außenstelle des Bibliotheks- und Informationszentrums (BIZ).

Dass man gemeinsam mehr schafft, erlebten die Kinder am Knobeltisch, denn bei vielen kniffligen Aufgaben kamen sie viel schneller zu einem Ergebnis, wenn sie sich gegenseitig halfen und zusammenarbeiteten. So wolle Keim das Miteinander und die Fähigkeit, aufeinander zuzugehen, fördern.

An dem Tisch gibt es unter anderem Puzzles, bei denen die Kinder aus verschiedenen Teilen eine geometrische Form zusammensetzen oder ineinander verkantete Metallringe auseinander bekommen sollen.
Außerdem sollen sie Schachteln öffnen, die auf den ersten Blick gar nicht zu öffnen seien. "Es ist nicht wie in der Schule: Hier geht es darum, auf den Ideen von anderen aufzubauen", sagt Keim. "Lernen muss auch ein bisschen Spaß machen."


Vom Flohmarkt oder Schreiner

Die meisten seiner Knobelspiele bestehen aus Holz und Metall. Viele davon hat er auf Flohmärkten gefunden, andere hat er von einem Schreiner fertigen lassen.

Bei der Beobachtung der Klasse 6 a der Mittelschule fällt ein Unterschied im Spielverhalten der Kinder auf: Viele nehmen ein Teil in die Hand, geben aber schnell wieder auf und widmen sich dem nächsten Teil. Doch es gibt auch diejenigen, die unbedingt eine Lösung finden wollen und sich regelrecht verbeißen in eine Aufgabe.

Michael Keim sieht einem Schüler zu, der mit einer Aufgabe kämpft: Er soll aus vier Holzklötzen eine Pyramide bauen. Der Spieltrainer gibt Hinweise, verrät aber nicht die Lösung. Falsch sei es nämlich, dem Kind die Chance zu nehmen, selbst darauf zu kommen. "Ich warte, bis das Kind sich belohnt."

Nicht nur Kinder bringt er mit seinem Tisch zum Knobeln. Auch Mitarbeiter der Bibliothek wollen wissen, wie eine Aufgabe funktioniert. Elena Popp, die Lehrerin der Mittelschulklasse, versucht sich an einigen Aufgaben.

Dass sich nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene von seinen kniffligen Aufgaben fesseln lassen, zeigt sich regelmäßig in Bad Brückenau, wo er als "Kommissar Knobel" die Besucher des Staatsbades unterhält. "Es sind immer wildfremde Menschen, die ich ins Spiel bringen muss." Aber Keim weiß: "Spielen verbindet Menschen."

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