Zeil am Main
Gesundheit

So hat die Erkältung keine Chance

Die Tage werden kürzer, das Wetter schlechter - und die Nasen rot. Herbstzeit bedeutet auch Schnupfenzeit. Kräuterfachfrau Christine Karl aus Zeil und Ernährungsexpertin Korinna Riefer aus Haßfurt geben Tipps für kalte Monate.
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Die Zeiler Kräuterfachfrau Christine Karl setzt nicht nur in den kälteren Jahreszeiten auf Salate. Geschmack bekommen diese Pflanzen nicht nur durchs Dressing, sondern auch durch würzige Kräuter. Foto: Marian Hamacher
Die Zeiler Kräuterfachfrau Christine Karl setzt nicht nur in den kälteren Jahreszeiten auf Salate. Geschmack bekommen diese Pflanzen nicht nur durchs Dressing, sondern auch durch würzige Kräuter. Foto: Marian Hamacher
So richtig scheint das Wetter die neue Jahreszeit noch nicht mitbekommen zu haben. Kalendarisch ist der Herbst zwar bereits seit 23. September angebrochen, doch noch möchte sich die tiefer stehende Sonne offenbar nicht in den Urlaub verabschieden. Stattdessen zeigte sie in den vergangenen Wochen noch einmal ihr ganzes Können. Obwohl sich nasskalte Tage dennoch deutlich in Grenzen hielten, färbten sich neben den Blättern an den Bäumen zuletzt auch wieder vermehrt Nasen rötlich - ohne dass Alkohol im Spiel war. Die Erkältungszeit hat ihren Einsatz, im Gegensatz zum Herbst, nicht verpasst.


Immunsystem stärken

Wie kann man sich schützen? Der erste Schritt führt über die Hygiene. Gerade Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel reisen nicht nur mit vielen anderen Menschen, sondern einer noch größeren Anzahl an Viren und Bakterien, die nur darauf warten, ein neues Zwischenziel anzusteuern. Wer im Bus oder in der Bahn den Ärmel seiner Jacke einem ausgiebigen Stretch-Test unterzieht, um ja nicht mit seinen Handflächen die Haltegriffe zu berühren, dürfte einige belustigte Blicke auf sich ziehen - das Risiko, in den kommenden Tagen erkältet im Bett zu liegen, dadurch jedoch vermindern.

Auf ungelenke Bewegungen darf indes getrost verzichtet werden. Lediglich die Hand sollte möglichst nicht den Mund berühren, ehe sie wieder Wasser und Seife gesehen hat. Vier bis fünf Mal am Tag raten Mediziner, die Hände zu waschen.

Sollte der Schnupfen schneller gewesen sein, ist Vorsicht geboten, sofern es nicht andere Familienmitglieder, Nachbarn oder Arbeitskollegen erwischen soll. Diesen kann dadurch geholfen werden, dass Wegwerftaschentücher benutzt werden. Sollten diese einmal aus sein, ist es deutlich hygienischer, nicht in die Hand, sondern in die Armbeuge zu niesen.

Schwieriger wird es den Viren und Bakterien jedoch mit einem intakten Immunsystem gemacht. Das freut sich neben viel Bewegung an der frischen Luft besonders über Vitamin C und Ballaststoffe. Wenn Christine Karl nach diesen in ihrem Garten in Zeil auf der Suche ist, muss sie ihren Kopf nur nach rechts oder links drehen. In den Beeten der staatlich geprüften Kräuterführerin sind Tomaten und Erdbeeren ebenso zuhause wie Thymian, Rosmarin, Zitronenmelisse oder Pfefferminze. "Jetzt im November wächst allerdings deutlich weniger", sagt sie und pflückt eine Physalis. Unter der grün-bräunlichen Hülle der Frucht versteckt sich eine orangefarbene Beere. "Da ist reichlich Vitamin C drin", erklärt Karl, die gleich mehrere Pflanzen aufzählen kann, die das begehrte Vitamin enthalten.


Viel Obst und Gemüse

Sanddorn beispielsweise passe nicht nur bestens als Würze in einen Salat, sondern ebenso gut in einen Smoothie. "Das ist eine super Möglichkeit, um viele Vitamine und Ballaststoffe aufzunehmen", erklärt die 49-Jährige. Neben frischen Kräutern und etwas Wasser könne dafür zudem alles genutzt werden, was an Obst und Gemüse im Haushalt noch zur Verfügung stehe.

Prophylaktisch setzt Karl auf den Saft der Holunderbeere. "Es reicht, wenn man täglich einen kleinen Schluck, ungefähr ein bis zwei Zentimeter eines Schnapsglases, mit Wasser mischt und trinkt", sagt Christine Karl.
Zu viel Obst und Gemüse rät auch die Haßfurter Ernährungsberaterin Korinna Riefer. "Das ist generell gut, jetzt aber erst recht", sagt sie. Fünf Einheiten sollten es laut Experten im Optimalfall sein, wovon möglichst zwei aus Obst und drei aus Gemüse bestehen sollten. Riefer empfiehlt vor allem Kohlarten. "Da gibt es ja einige Variationsmöglichkeiten", sagt sie. Während Broccoli sehr magnesiumreich sei, enthielten Weißkraut, Blaukraut, Rosenkohl oder Wirsing wiederum viel Vitamin C. Kürbis wiederum sei ideal für eine basische Ernährung. "Unser Körper ist durch den Alltagsstress und Fertigprodukte oft übersäuert", erklärt Riefer. "Der Kürbis hilft, den Körper im Gleichgewicht zu halten."
Doch selbst das stärkste Immunsystem hat einmal schwache Momente. Sollte sich trotzdem eine Erkältung ankündigen, hat Christine Karl einige Hausmittelchen parat. "Viele Leute setzen - sicherlich auch zurecht - auf die berühmte Hühnerbrühe, aber für mich ist das als Vegetarierin nichts", sagt sie und lacht.


"Ab ins Bett und schwitzen"

Die Kräuterführerin schwört beim Anflug einer Erkältung auf schwarzen Tee mit einem guten Schuss Rum. Dazu gebe es ein Butterbrot mit frisch gehackter Zwiebel und Salz. "Damit nimmt man entzündungshemmende Stoffe und Vitamin C zu sich", erklärt sie. Am besten sei es, beides abends zu sich zu nehmen. Danach heiße es dann "ab ins Bett und schwitzen" - jedenfalls für Erwachsene.

Kindern wäre mit einem frischen Eibisch-Tee (Rezept siehe unten) oder einem Löffel Spitzwegerich-Honig besser geholfen. "Damit kann man natürlich auch den Tee süßen, aber wenn Honig über 40 Grad erhitzt wird, verliert er seine Inhaltsstoffe", erklärt Christine Karl. Die Hausmittelchen würden aber keinen Arztbesuch ersetzen, betont sie ausdrücklich.

Hausmittelchen

Eibisch-Tee
Zwei Esslöffel getrocknete Eibischwurzeln mit 300 Milliliter kaltem Wasser über Nacht ziehen lassen, morgens abseihen, das Eibischwasser trinkwarm erwärmen und schluckweise so heiß wie möglich trinken. Bei Husten drei Mal täglich eine große Tasse trinken. Eibisch wirkt ebenso entzündungshemmend wie lindernd und wird auch gerne von Kindern getrunken.

Alant-Tee Ein gehackter Teelöffel getrockneter Alantwurzeln in eine große Tasse geben, mit kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Der Tee soll auswurffördernd, antibakteriell, entzündungshemmend sowie schleimlösend und hustendämpfend wirken. Bei Erkältung können zwei, drei Tassen am Tag Linderung verschaffen; eventuell mit Honig süßen.

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