Schweinfurt
Polizei

Sie machen das Zuhause sicher

Dietmar Dömling und Roland Schmied sind im Auftrag der Sicherheit unterwegs.
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Kriminalhauptkommissar Dieter Dömling (links) und sein Kollege, Kriminaloberkommissar Roland Schmied, halten im Jahr mehrere hundert Vorträge, um die Bevölkerung darüber aufzuklären, wie sie sich vor Einbrechern und Betrügern schützen kann. Foto: Friederike Stark
Kriminalhauptkommissar Dieter Dömling (links) und sein Kollege, Kriminaloberkommissar Roland Schmied, halten im Jahr mehrere hundert Vorträge, um die Bevölkerung darüber aufzuklären, wie sie sich vor Einbrechern und Betrügern schützen kann. Foto: Friederike Stark
Dem Zeiler Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) hat es vor Kurzem ein für alle Mal gereicht. Nach mehreren Einbrüchen in das Caritas-Haus und dem Überfall auf das Zeiler Hallenbad Ende Mai, bei dem ein Unbekannter eine Kassiererin mit einem Messer bedroht und sie gezwungen hatte, die Geldkassette herauszugeben, beschloss Stadelmann, sich Hilfe zu holen. Hilfe direkt von den Experten der Polizei.

Diese Experten sind Kriminalhauptkommissar Dietmar Dömling und sein Kollege Kriminaloberkommissar Roland Schmied. Sie leiten die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle in Schweinfurt, die auch für den Kreis Haßberge zuständig ist. "Ich war vergangene Woche in Zeil und habe mit dem Bürgermeister über verschiedene Ideen gesprochen, städtische Gebäude besser vor Einbrechern zu schützen", sagt Dömling.

Doch er und sein Kollege sind keineswegs nur für Gemeinden unterwegs. "Ganz im Gegenteil: Wir beraten hauptsächlich Privatpersonen oder Gruppen", erklärt Schmied. Und das alles kostenlos.


Zeit ist ein entscheidender Faktor

Der Kriminalhauptkommissar Dömling ist unter anderem der Experte für Einbruchschutz und Waffenaufbewahrung. "Ich bin der technische Berater für den privaten und den gewerblichen Bereich", erklärt er. Er kann jederzeit kostenlos als Berater hinzugezogen werden. "Wer sein Haus oder seine Wohnung nachrüsten will oder beim Neubau auf Nummer sicher gehen will, kann mich einfach anrufen." Dömling schaut sich vor Ort das Objekt an und macht sich auf die Suche nach Schwachstellen. "Ich gebe auch produktneutrale Tipps. Ob diese dann umgesetzt werden, steht dem Bürger natürlich frei."

Der wichtigste Tipp Dömlings ist es, Zeit zu gewinnen: "Denn in der Regel bricht ein Täter, wenn er keinen Weg ins Haus findet, nach drei Minuten seinen Einbruchsversuch ab." Da könne schon ein abschließbarer Fenstergriff helfen. "Wir hatten einen Einbrecher, der unterhalb des Griffes mit einem Akkuschrauber ein Loch gebohrt hat und dann mit einem festen Draht durch das Loch hindurch den Griff drehen konnte", beschreibt Dömling ein Beispiel aus der Praxis.

Sein Kollege Schmied ist Experte für die sogenannten neuen Medien. "Ich gehe vor allem an Schulen und spreche mit Kindern, Lehrern und im besten Fall auch Eltern über die Gefahren, die das Internet mit sich bringt", beschreibt der Kriminaloberkommissar seine Arbeit. Dann erzählt er von Eltern, die viele Apps, die die Kinder nutzen, nicht kennen. Von Lehrern, die noch nie im sozialen Netzwerk Facebook unterwegs waren, oder von Elfjährigen, die den Erwachsenen Funktionen auf dem Smartphone erklären.


Weiterleiten kann Straftat sein

Dabei sei, so sagt Schmied, Cyber-Mobbing - also das Bloßstellen oder Beleidigen einer Person mit Hilfe elektronischer Kommunikationsmittel - ein immer größer werdendes Problem. Und was viele nicht wüssten: "Cyber-Mobbing ist kein Spaßdelikt, sondern Psychoterror, der hart bestraft wird", sagt Schmied. Außerdem seien sich, so zeige die Erfahrung, viele Kinder gar nicht darüber im Klaren, wie schnell man online eine Straftat begeht - ohne es zu wissen. "Viele kennen den Paragraf 201a Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen nicht", sagt Schmied. Der nämlich besagt nicht nur, dass man selbstverständlich bestraft wird, wenn man illegale Bildaufnahmen macht. Vielmehr wird auch das Weiterleiten dieser Bilder beispielsweise über Nachrichtendienste wie WhatsApp oder Netzwerke wie Snapchat bestraft. "Hier herrscht noch viel Aufklärungsbedarf", sagt Roland Schmied.

Eine weitere Straftat, die laut Schmied zu den großen Sorgenkindern gehört, ist noch immer der so genannte Enkeltrick. "Im vergangenen Jahr ist in Unterfranken ein Gesamtschaden von über 400 000 Euro nur durch den Enkeltrick entstanden", sagt Schmied. Ein Grund, warum sich die Berater mit dieser Betrugsmasche so intensiv beschäftigen. Denn noch immer fielen zu viele Leute auf dieses Verbrechen rein. "Daher gehen wir in Seniorenheime oder werden von Vereinen gebeten, Tipps zu geben, wie man einen Betrüger erkennt und sich ihm gegenüber verhält", sagt Schmied.

Grundsätzlich stehen die Beamten jederzeit für Fragen zur Verfügung. "Man kann uns gerne auch anrufen, wenn man einen komischen Anruf erhalten hat und sich unsicher ist, was man nun tun soll", sagt Dömling. Oder wenn das Kind Besorgnis erregende Bilder auf dem Smartphone hat. "Aber auch, wenn man eine E-Mail erhalten hat, bei der man sich nicht sicher ist, ob es eine sogenannte Phishing-Mail ist, kann man uns kontaktieren", erklärt Schmied.


Kontakt

Die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle ist erreichbar unter

Telefon 09721/202-1835
Telefon 09721/202-1836
Telefax 09721/202-1839


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