Haßfurt

Seniorenheim in Haßfurt wird umgebaut

Die Caritas passt das St.-Bruno-Haus in Haßfurt modernen Erfordernissen an. Für 11,5 Millionen Euro entsteht ein Gebäude mit einer Wohngruppen-Konzeption, die sogar Platz lässt für Nutzungen der Kirche. Der Bischof freut sich.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das Caritas-Seniorenheim St. Bruno in Haßfurt: Es wird künftig als "Haus Sankt Bruno" Kirche und Caritas unter einem Dach vereinen.  Foto: pow
Das Caritas-Seniorenheim St. Bruno in Haßfurt: Es wird künftig als "Haus Sankt Bruno" Kirche und Caritas unter einem Dach vereinen. Foto: pow
+1 Bild
"Ich bin begeistert, wie das hier läuft", erklärte Bischof Friedhelm Hofmann, als ihm am Montag die Neukonzeption des Caritas-Altenheims St. Bruno vorgestellt worden war. St. Bruno soll nach den neuesten Erkenntnissen der Altenpflege umgebaut werden, doch die Konzeption geht weit darüber hinaus. Viele kirchliche Fachstellen sollen hier ebenfalls Aufnahme finden, und St. Bruno soll künftig eine zentrale Anlaufstelle sein "für Menschen, die Kirche suchen". Diese "Verzahnung von Caritas und Pastoral" beeindruckt den Bischof wie auch das neue Pflegekonzept, das ganz darauf abgestellt sei, "wie man alten Menschen Heimat schafft".

Viele arbeiteten in einem vier Jahre dauernden Prozess, um die neue Konzeption sowohl inhaltlich, als auch finanziell aufzustellen, berichteten der Caritas-Kreisvorsitzende Johannes Simon und die Caritas-Kreisgeschäftsführerin Anke Schäflein. Viel Unterstützung habe man dabei von Landrat Rudolf Handwerker und Bürgermeister Rudi Eck erfahren. Die begrüßten es, dass es von Anfang an Bestreben der Caritas war, St. Bruno mitten in der Stadt zu erhalten, auch wenn ein Umbau im Bestand natürlich schwieriger ist als ein Neubau auf der grünen Wiese.

Auch Ende der 80er Jahre, als St. Bruno errichtet wurde, sei das die richtige Entscheidung gewesen, erinnerte sich Landrat Rudolf Handwerker an seine Anfangsjahre als Bürgermeister. Es habe sich als richtig erwiesen, das Seniorenheim mitten in der Stadt zu bauen, direkt an der Promenade, die ein grünes Umfeld beschert.

Für 80 Bewohner

So modern St. Bruno damals war, so viel Ausbesserungsbedarf hat sich mittlerweile ergeben, nicht nur wegen der vielen Stolperschwellen im Haus. Es geht um Rettungswege und neue, alltagsnahe Wohngruppen. Lange habe man konzeptioniert, sagte Anke Schäflein, jetzt stehe der Plan, der "einfach, logisch, absolut sinnvoll und nicht teurer" sei.

In vier Wohngruppen können künftig 80 alte Menschen betreut werden. Die Gruppen werden so überschaubar, dass sich auch demenzkranke Bewohner gut zurechtfinden. Die Verringerung der Plätze (jetzt 103) ist an der Realität ausgerichtet, denn in den letzten Jahren ist durchaus über Bedarf Heimplatz geschaffen worden. "Wenn wir noch neue Plätze bauen, dann direkt vor Ort in kleinen Einheiten", erläuterte die Kreisgeschäftsführerin.

"Der große Wurf" ist gelungen

Sie sagte, es sei gelungen, einen am Ziel orientierten runden Tisch zu installieren, dem schlussendlich "der große Wurf" gelungen sei. Am Ende werde nicht nur ein modernes Pflegekonzept umgesetzt, sondern künftig würden auch viele pastorale Dienste unter dem Dach von St. Bruno zu finden sein. Die Dachgeschosse der Seitenflügel des Hauses sind nämlich unter Brandschutzgesichts-punkten für Pflegebedürftige nicht mehr nutzbar. Dort ziehen Beratungsstellen sowie die Familienseelsorge und der Pfarrbriefservice ein. Der Eingangsbereich von St. Bruno wird offen gestaltet, hier könnte der Eine-Welt-Laden eine Heimat finden. Und ein offenes Café inklusive.

Auch Domkapitular Clemens Bieber freut sich über das gelungene Konzept. Er bezeichnete es als "Leuchtturm, wie hier ohne Berührungsängste alle Beteiligten der Caritas und der Pastoral an einem Tisch saßen". Im neuen St. Bruno komme das Leben ganz dicht zusammen, von der Ehe- und Familienberatung bis zu den Hospiz-Helferinnen.

In der zweiten Jahreshälfte 2014 soll der Umbau zunächst des Pflegebereiches beginnen. Dabei ist es von Vorteil, dass St. Bruno aus klaren Gebäudeabschnitten besteht, die Zug um Zug Baustelle werden können. Vier Jahre lang wird es wohl dauern, und 11,5 Millionen Euro fließen in das Projekt. Das sei viel Geld, jedoch 200 000 Euro unter der ursprünglichen Summe, die sich allerdings auf den reinen Pflegeheim-Bereich bezog, sagte Johannes Simon.

Die Belegschaft des Heims stehe dem Umbau positiv gegenüber, versicherte Leiterin Heike Ehlert. "Wir freuen uns, wenn es endlich losgeht", sagte sie beim Besuch des Bischofs.

Dahin ist noch ein Stück Weg, doch ein wichtiger Schritt wurde am Montagabend getan: Landrat Rudolf Handwerker hatte die Baugenehmigung für den Pflegeheimbereich dabei, die er offiziell dem Bischof übergab.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren