Kirchlauter
Bildung

Schulstandort Neubrunn steht auf der Kippe

Der Grundschulverband Kirchlauter sinnt über die Aufgabe des Schulhauses in Neubrunn nach. Aktuell wird dort nur noch eine Klasse unterrichtet.
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Blick auf das Neubrunner Schulhaus, in dem aktuell nur noch eine Klassse unterrichtet wird Foto: Günther Geiling
Blick auf das Neubrunner Schulhaus, in dem aktuell nur noch eine Klassse unterrichtet wird Foto: Günther Geiling
Die Haushaltsberatung sowie die Unterbringung der Schüler aus dem Verbandsgebiet standen im Mittelpunkt der Sitzung des Grundschulverbands Kirchlauter. In der Grundschule besuchen zurzeit 88 Schüler vier Klassen, von denen aktuell 51 aus der Gemeinde Kirchlauter und 37 aus der Gemeinde Breitbrunn kommen. Der Regelfall war bislang, dass zwei je Klassen in Kirchlauter und in Neubrunn die Schule besuchten. Aus organisatorischen Gründen werden derzeit drei Klassen in Kirchlauter unterrichtet.

Schulverbandsvorsitzender Karl Heinz Kandler, der SPD-Bürgermeister von Kirchlauter, berichtete, dass derzeit nur noch eine Klasse im Schulhaus von Neubrunn unterrichtet werde. Die andere gemischte Klasse 1/2 sei aus organisatorischen Gründen und wegen der Krankheit einer Lehrkraft bis auf weiteres im Schulhaus Kirchlauter untergebracht.

Dadurch ergäben sich Probleme mit der Aufsicht in Neubrunn, wo eigentlich eine Klasse allein auch versicherungsrechtliche Fragen aufwerfe. Er sei deswegen nach wie vor der Meinung, dass die Unterbringung der vier Klassen in einem Schulhaus in Kirchlauter am besten gewährleistet sei.
Trotz dieser seiner Meinung und auch wenn die Schulleitung diese Zusammenlegung wünsche, hatte der Gemeinderat aber dem Bürgermeister vor einiger Zeit eine Weisung erteilt, es bei der Zweihäusigkeit zu belassen.


Erhebliche Probleme

Dies werfe nun aber schon seit Monaten Probleme auf, sorge für Unmut bei Eltern und nach Aussagen von einigen Eltern werde dieser Konflikt auf dem Rücken der Kinder ausgetragen. Aus diesem Grund hatte es in letzter Zeit intensive Gespräche mit Schulleiterin Antje Schorn, aber auch mit dem Schulamt gegeben. Die Folge war, dass die betroffene Klasse bis auf weiteres in Kirchlauter unterrichtet wird, damit ein effektiverer Lehrereinsatz möglich ist.

In diesem Zusammenhang wies Breitbrunns Bürgermeisterin Gertrud Bühl (FW) darauf hin, dass dieses Thema schon mehrfach angesprochen wurde und sie nun schriftlich im Auftrag des Gemeinderates Breitbrunn darauf hinweisen wolle, dass die derzeitige Situation im Schulhaus Neubrunn aus Sicherheitsgründen nicht länger hinnehmbar sei.


In jeder pause Aufsicht

Bei einer Klasse vor Ort habe diese Lehrkraft nicht nur immer Pausenaufsicht, sondern sie sei auch verpflichtet, Kinder aus der Klasse zu begleiten, falls ein Unfall oder sonst etwas passiere. Sollte die Lehrkraft selbst während des Unterrichts, aus welchen Gründen auch immer ausfallen, sei keine Aufsichtsperson vor Ort. Für die Sicherheit sei aber der Sachaufwandsträger zuständig und das sei der Grundschulverband Kirchlauter, dem auch sie als stellvertretende Vorsitzende angehöre. Sie bat deswegen darum, entsprechende Wege zur Sicherheit der Kinder in die Wege zu leiten.

Verbandsvorsitzender Kandler unterstrich mit Nachdruck, dass seiner Meinung nach kein Weg daran vorbeiführe, die Schüler der Grundschule Kirchlauter in einem Schulhaus in Kirchlauter zusammenzuführen.
Unabhängig davon habe dies auch der Abschlussbericht einer zweiten externen Evaluation nahegelegt, mit der Feststellung, dass "das Vorhandensein von zwei Schulhäusern bei einer solch kleinen Schule als große Schwäche" ausgelegt wird.


Erkleckliche Rücklagen

Die Gesamtausgaben im Verwaltungshaushalt belaufen sich in diesem Jahr auf 67 657 Euro, die allerdings nicht in vollem Umfang auf die Verwaltungsumlage pro Schüler aufzuteilen sind. Aus dem letzten Rechnungsjahr steht, wie es bei der Sitzung hieß, nämlich noch eine Rücklage von 50 000 Euro zur Verfügung, die in den Haushalt 2017 vorgetragen wird. Da nur ein Investitionsbedarf von 10 000 Euro anstehe, ergäben sich Mehreinnahmen von 40 000 Euro, die dem Verwaltungshaushalt zugeführt werden können, erklärte Kämmerer Marco Weber von der Verwaltungsgemeinschaft Ebelsbach.

Somit verbleibe ein nicht gedeckter Bedarf oder ein Umlagesoll von knapp 25 000 Euro, der auf die 88 Schüler aufzuteilen ist. Die Verwaltungsumlage beträgt somit nur knapp 284 Euro je Schüler gegenüber gut 1011 Euro im vergangenen Jahr. Für die Gemeinde Breitbrunn mit 37 Schülern bedeutet dies eine Ausgabe von 10 500 Euro und für die Gemeinde Kirchlauter von rund 14 475 Euro.


10 000 Euro Miete

Bei den Ausgaben schlagen die Mieten und Pachten für das Schulhaus Kirchlauter mit 10 000 Euro, die Bewirtschaftung der Grundstücke und Gebäude mit 21 000 Euro, die Neubeschaffung von Schulbüchern mit 3000 Euro und die Kosten der Schülerbeförderung mit 5000 Euro zu Buche.
Im Vermögenshaushalt des Verbands sind Ausgaben für Zimmerausstattungen mit 8000 Euro, Arbeitsgeräte und Maschinen (EDV) 1000 Euro, Ausstattung für den Sportunterricht 1000 Euro sowie die Zuführung an den Verwaltungshaushalt mit 40 000 Euro vorgesehen. Dies wurde auch einmütig genehmigt. gg

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