Haßfurt
Auszeichnung

Schuhmann im Höhenflug

Der Brieftaubenzüchter aus Römershofen hat bei den Wettbewerben des Zuchtvereins "Mainsegler" Haßfurt äußerst erfolgreich abgeschnitten. Er kümmert sich intensiv um seine wertvollen Tiere.
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Jede Menge Preise heimste der Brieftaubenzüchter Norbert Schuhmann aus Römershofen bei der Siegerehrung des Brieftaubenzuchtvereins "Mainsegler" Haßfurt ein. Foto: Ulrike Langer
Jede Menge Preise heimste der Brieftaubenzüchter Norbert Schuhmann aus Römershofen bei der Siegerehrung des Brieftaubenzuchtvereins "Mainsegler" Haßfurt ein. Foto: Ulrike Langer
Wenn Norbert Schuhmann von seinen Tauben erzählt, merkt man, dass er mit Leib und Seele Taubenzüchter ist und alles unternimmt, damit sich seine Vögel in ihrem Schlag wohlfühlen. Seine große Fürsorge trägt sicher auch dazu bei, dass seine Brieftauben jedes Jahr viele Preise gewinnen und er selbst 2013 wieder zum Vereinsmeister des Brieftaubenzuchtvereins "Mainsegler" Haßfurt gekürt wurde, die Meisterschaft der Brieftaubenreisevereinigung (RV) Haßfurt und Umgebung gewonnen und den zweiten Platz der Fluggemeinschaft Schweinfurt-Haßfurt-Waigolshausen errungen hat.

"Das Reisejahr 2013 war schwierig für die Tauben", erzählte der Römershofener am Rande der Siegerehrung im Vereinsheim der "Mainsegler". "Zum einen hatten wir ein nasses Frühjahr, so dass sich die Vögel schwer taten, in Form zu kommen.
Zum anderen hat die Änderung der Flugrichtung von Nordwest nach Südwest die Tauben irritiert", schilderte er.

Wie eine Taube zu ihrem Schlag zurückfindet, darüber zerbrechen sich Forscher noch immer den Kopf. "Sie orientieren sich vor allem an der Sonne, aber auch am Erdmagnetfeld und in der Nähe ihrer Heimat an Landmarken", weiß Norbert Schuhmann an. Weil die Flugrichtung 2013 geändert worden sei, habe dies den Tauben die Orientierung erschwert. Schuhmann: "Schien die Sonne bei früheren Flügen aus Nordwesten den Vögeln auf die linke Seite, so schien sie letztes Jahr von der rechten Seite her", erklärte er. Dennoch erwiesen sich seine Tauben als relativ orientierungssicher. Er hat nicht nur mit 41 Preisen auf 13 867 Preiskilometern die Vereinsmeisterschaft gewonnen; er wurde auch Vogelmeister mit 23 Preisen, Weibchenmeister mit 26 Preisen, Jährigenmeister mit 21 Preisen, Jungtiermeister mit fünf Preisen, Stadtmeister mit neun Preisen und Pokalmeister, stellte die zwei besten Weibchen, die drei besten jährigen Vögel, die drei besten jährigen Weibchen, die drei besten Jungtiere, den zweiten und dritten besten Vogel und ging als Sieger bei den Altflügen von Karlsruhe I, Haguenau I und Luneville I sowie beim Jungflug aus Sinsheim hervor.

Der Züchter hat derzeit 100 Tauben in seinem Schlag, die er mit viel Liebe pflegt. "Die Psyche einer Taube spielt eine große Rolle bei der Frage, ob sie eine gute Brieftaube ist", erklärte er. "Wenn sie sich in ihrem Schlag wohlfühlt, kommt sie nach einem Preisflug gerne und möglichst schnell nach Hause."

Aber auch die Verfassung des Züchters ist ausschlaggebend für den Erfolg. "Als ich eines Tages recht hektisch und unter Zeitdruck war, hat sich meine Nervosität auf die Tiere übertragen, so dass ich beim Preisflug am nächsten Tag die schlechtesten Ergebnisse eingefahren habe", sagte er.

Weil eine Taube bei einem Preisflug sehr viel Energie benötigt, muss sie im Schlag wieder mit Elektrolyten, Vitaminen, Traubenzucker und speziellem, fettreichem und schnell verdaulichem Futter aus Kleinsaat gestärkt werden. "Rund zwei Stunden benötigt eine Brieftaube, die beispielsweise in rund acht Stunden einen Flug von 520 Kilometern von Montbard in Frankreich nach Römershofen zurückgelegt hat, um sich wieder zu erholen", so der Züchter.

Er hat im letzten Jahr insgesamt 80 Junge aus den Gelegen seiner 14 Zuchtpaare und der 45 Paare seiner Reisetauben aufgezogen. Eine gute Brieftaube verwendet er im Alter von vier bis fünf Jahren als Zuchttaube, die dann noch sieben bis acht Jahre etwa dreimal im Jahr brüten kann. Schon immer ist Norbert Schuhmann, der seit über 30 Jahren Tauben züchtet, darauf bedacht, ein enges Verhältnis zu seinen Vögeln zu pflegen. Zwei Stunden und mehr kümmert er sich täglich um seine Tauben, die auf die "Streicheleinheiten" sehr positiv reagieren.

Bei der Siegerehrung gab der Vorsitzende der "Mainsegler", Karl Dippold, bekannt, dass sich 2013 fünf Züchter an den Preisflügen beteiligt hatten. "Bei den Flügen der Alttauben wurden 1439 Vögel und bei dem einzigen Flug der Jungtauben 113 Vögel eingesetzt, die 666 Preise erringen konnten", gab er bekannt. Dies entspreche einer Preisausbeute von 42,6 Prozent bei den Alttauben und 46 Prozent bei den Jungtieren. Fünfmal hätten die Züchter der "Mainsegler" die Siegertaube innerhalb der RV stellen können. Auch Karl Dippold bedauerte, dass die Reiserichtung geändert wurde, so dass sich die Vögel im letzten Jahr sehr schwer getan hätten.

Neben Norbert Schuhmann zeichnete er auch Uwe Reich aus Schweinshaupten aus, der einen zweiten Platz in der Vereinsmeisterschaft erreicht hatte, zweiter Vogel-, Weibchen- und Jährigenmeister wurde, den Vereinspokal für zwei vorbenannte Tauben erhielt, den besten Vogel und das drittplatzierte beste Weibchen stellte sowie die Flüge von Karlsruhe II, Haguenau II, Langres I und II sowie Luneville II gewann.

Jens Heusinger aus Aidhausen wurde dritter Vereinsmeister, belegte jeweils einen dritten Platz als Vogel-, Weibchen-, Jährigen- und Jungtiermeister und siegte bei den Flügen von Luneville I und Montbard. Ausgezeichnet wurde außerdem die Schlaggemeinschaft Stefan Vollert aus Zell am Ebersberg und Walter Werner aus Zeil, die den zweiten Platz bei der Jungtiermeisterschaft belegt hat.

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