Kirchlauter
Streuobstlehrpfad

Schüler beschildern Obstbäume in Kirchlauter

In Kirchlauter nimmt sich eine Grundschulklasse der verschiedenen Fruchtsorten an. Die Kinder haben Tafeln gefertigt, um die 52 verschiedenen Obstsorten vorzustellen.
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In einem Zug trugen die Schüler ihre Tafeln von der Schule zur Streuobstwiese. Peter Kirchner und Antje Schorn (von links) warben dafür, den Streuobstlehrpfad immer wieder mal zu besuchen. Foto: Günther Geiling
In einem Zug trugen die Schüler ihre Tafeln von der Schule zur Streuobstwiese. Peter Kirchner und Antje Schorn (von links) warben dafür, den Streuobstlehrpfad immer wieder mal zu besuchen. Foto: Günther Geiling
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"Wie viel Obstsorten gibt es eigentlich und wie sehen die Früchte aus?" Vielen dürfte die Antwort schwer fallen und schon die Unterscheidung der Apfelsorten bereitet manchem wahrscheinlich Probleme. Kundig machen kann man sich darüber beim Apfelfest des Bund Naturschutz in Ebern am morgigen Sonntag (Marktplatz, 13 Uhr). Oder aber, dauerhafter und womöglich nachhaltiger , demnächst auf dem Streuobstlehrpfad in Kirchlauter. Dort stehen 52 Bäume, die nun schöne Tafeln mit Hinweisen auf die Baumart und die Obstsorte erhalten.

Schon im letzten Schuljahr haben die Schüler der "Schulhaus AG" der Grundschule Kirchlauter damit angefangen, Latten zu gestalten, die zukünftig die Informationen für den jeweiligen Obstbaum tragen.

In diesem Schuljahr haben Schüler der 3. und 4. Klasse nun diese Arbeit fertig gestellt und mit Stolz ihre Informationstafeln von der Schule zum Streuobstlehrpfad gebracht.

Schüler als Baum-Partner

Rektorin Antje Schorn erinnerte daran, dass man vor Jahren schon eine Partnerschaft mit dieser Streuobstwiese eingegangen sei. Mit dieser Arbeit wolle man den Besuchern zahlreiche Informationen bieten. Die Tafeln würden vor dem entsprechenden Baum angebracht. Man könne darauf ablesen, welcher Baum es ist und was an ihm wächst.
Altbürgermeister Peter Kirchner, der Initiator der Streuobstwiese, versprach, dass im Frühjahr alle Bäume mit diesen Tafeln versehen sein sollen. Die Gemeinde Kirchlauter habe erfreulicherweise das Material für diese Latten zur Verfügung gestellt. "Ihr könnt dann mit euren Eltern einen Spaziergang durch diese Streuobstwiese machen und ihnen auch euer kleines Kunstwerk zeigen. Aber auch für andere Besucher habt ihr eine schöne Arbeit geleistet", lobte er die Kinder.

Nicht ganz so lecker

Nur noch ein Baum stand bei der Übergabe in voller Tracht mit gelblichen Früchten. Am liebsten hätten sich die Schüler gleich darauf gestürzt, denn die Früchte sahen so richtig zum Reinbeißen aus. Peter Kirchner riet aber energisch vom Abreißen ab, denn die Frucht würde wahrscheinlich gar nicht so gut schmecken, wie sie den Eindruck erwecke. Es handelte sich nämlich um eine "portugiesische Birnenquitte", die sehr große birnenförmige Früchte mit gelber Schale trägt. Ihre Reifezeit ist Anfang bis Mitte Oktober und sie stellt hohe Ansprüche an ihren Standort, dozierte Kirchner. Leider schmeckt die Frucht etwas herb und bitter, weswegen sie entweder zu Quittengelee oder Marmelade oder auch zu Saft verarbeitet wird oder nur in gekochtem Zustand weiter verarbeitet wird.

Aber auch bei den Namen der Obstbäume stießen die Kinder auf eigenartige Bezeichnungen. Neben bekannten Namen wie Boskop, Rambour oder Grafensteiner stößt man auf dieser Obstwiese nämlich auch auf den Apfel "Kaiser Wilhelm", die Birnen "Clapps Liebling" oder "Gräfin von Paris" sowie die Kirsche "Regina".

Die jungen Bäume, so Peter Kirchner, hätten in diesem Jahr durch die Witterung etwas gelitten, so dass der Ertrag der Streuobstwiese nur gering gewesen sei. Dennoch sollte man sich diesen Obstlehrpfad immer wieder anschauen, denn immerhin sei ein großer Querschnitt durch die Vielfalt der heimischen Obstsorten von Äpfeln, Birnen, Pflaumen, Zwetschgen, Mirabellen über Quitten bis hin zu Nüssen zu sehen.

Für ihre Arbeit belohnte Bürgermeister Jochen Steppert (CSU) die Kinder mit einem kleinen Geschenk und außerdem gab's Honig von Peter Kirchner, der zugleich Vorsitzender der Imker ist. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Streuobstwiese befindet sich nämlich der Lehrbienenstand. Und die Bienen sollen ja genauso von der Blütenpracht der 52 Bäume auf der Streuobstwiese profitieren, wie die Nutzer.
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