Haßfurt
Amtsgericht

Schrotthändler wird zum Dieb

Mit der Justiz stand er schon öfter auf Kriegsfuß, doch die Mitnahme sechs alter Schlepperbatterien im Wert von grade mal 80 Euro kommt einen 43-Jährigen jetzt teuer zu stehen. Er soll 3000 Euro Strafe zahlen und sogar Haft drohte ihm.
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Symbolbild
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Dass ein 43-jähriger Schrotthändler sechs Traktorbatterien, die bei einem Landmaschinengeschäft abgestellt waren, einfach mitnahm, hat sich nicht gelohnt. Wegen des Diebstahl der Altbatterien im Wert von rund 80 Euro landete er nun vor dem Haßfurter Amtsgericht. Der mehrfach vorbestrafte Mann wurde dafür zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen á 30 Euro, also zu insgesamt 3000 Euro verurteilt.

Die Tat ereignete sich in der Mittagszeit des 8. April dieses Jahres. Tatort war das Firmengelände in einer Gemeinde im Steigerwald. Der Alteisenhändler war zusammen mit seinem 18-jährigen Sohn mit einem Pritschenwagen unterwegs. Als sie zu dem Betriebsgelände kamen, sah der Vater die abgestellten Batterien. Einem anwesenden jungen Mitarbeiter des Unternehmens sagte er lapidar, dass er die Schlepperbatterien mitnehmen wolle.


Einfach abgewinkt

Wie dieser Mitarbeiter als Zeuge vor Gericht aussagte, habe er damals dem Schrotthändler gesagt, dass er erst mal seinen Chef anrufen müsse. Der Händler habe daraufhin abgewinkt und gemeint, das sei nicht nötig. Zu seinem Sohn rief er einfach: "Los, aufladen!"

Weil der Jugendliche nicht wusste, dass der "Befehl" des Vaters zu einem unrechtmäßigen Diebstahl führte, wurde das Verfahren gegen den Jungen eingestellt. Anders verhielt sich die Sachlage beim Vater, der strafrechtlich beileibe kein unbeschriebenes Blatt ist. Für ihn finden sich im Bundeszentralregister bereits sieben Einträge. Immer wieder mal stand er wegen wiederholter Betrügereien, Körperverletzung, Trunkenheit im Verkehr und Steuerhinterziehung vor dem Kadi.

Diese Vorstrafen kreidete ihm Staatsanwalt Ralf Hofmann an. Insbesondere verwies er auf die letzte Verurteilung im Februar 2014, als der Mann zu einer siebenmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verdonnert wurde. "Obwohl Sie unter laufender Bewährung standen, sind Sie wieder straffällig geworden" warf er dem Beschuldigten vor. Für Bewährungsversager, argumentierte er weiter, dürfe es keine erneute letzte Chance geben. Ergo forderte er eine achtmonatige Freiheitsstrafe "ohne".

Rechtsanwalt Frank Eckstein betonte im Gegenzug: "Wir reden über gerade mal 80 Euro!" Er hielt eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je 30 Euro für schuld- und tatangemessen.


Auf schmalem Grat

Auf dieser Linie lag auch der Spruch im Namen des Volkes, wobei Amtsrichter Martin Kober dem Verurteilten ans Herz legte, sich künftig nicht das Mindeste zu Schulden kommen zu lassen: "Sie bewegen sich auf einem ganz schmalen Grat" schärfte er ihm ein.
Der Verteidiger zeigte sich mit dem Urteil einverstanden, der Staatsanwalt ließ offen, ob er Berufung einlegen wird.
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