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Haßfurt
Kommunalpolitik

Sandra Grimm führt nun die Haßfurter CSU

Wolfgang Hömer stellte sich bei der Sitzung des CSU-Ortsverbands Haßfurt nicht mehr als Vorsitzender zur Verfügung. Er begründete dies mit einem ermüdenden und nicht gerade erfolgreichen Wahljahr. Sandra Grimm übernimmt das Steuer.
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Sandra Grimm ist die neue Vorsitzende
Sandra Grimm ist die neue Vorsitzende
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An der Spitze des CSU-Ortsverbands Haßfurt, der durch die Fusion mit dem Ortsverband Augsfeld und mit seinen nun 154 Mitgliedern zum größten CSU-Ortsverband im Landkreis Haßberge avanciert ist, hat sich ein Wechsel vollzogen. Denn der Vorsitzende Wolfgang Hömer, von der Parteiarbeit ein "wenig ermüdet" und von den unbefriedigenden Ergebnissen der Kommunalwahl 2014 "frustriert", stellte sich in der Jahresversammlung im Gasthaus "Zum Hirschen" nicht mehr zur Wiederwahl. An seiner Stelle führt nun Sandra Grimm aus Augsfeld den CSU-Ortsverband.

Zeitaufwand war hoch für Hömer

In seinem letzten Rechenschaftsbericht gab Wolfgang Hömer zu, dass ihn die wegen der vier Wahlen sehr zeitaufwändige Parteiarbeit ein wenig ermüdet habe; auch weil viele unerfreuliche Aspekte dieser Arbeit ans Tageslicht getreten seien.
"Seit dem Gezerre um den, meines Erachtens, unnötigen Parteiaustritt unseres damaligen Bürgermeisters Rudi Eck ist es mir trotz aller Bemühungen leider nicht gelungen, Ruhe und Kontinuität in den Ortsverband zu bringen", sagte er. "Jeder wollte mitreden und zum Schluss nicht verantwortlich sein. Persönliche Empfindsamkeiten und Animositäten gingen zu oft vor Sacharbeit und viel zu selten haben wir wirklich alle an einem Strang gezogen", so seine Worte. Dies habe sich auch bei der Kommunalwahl gezeigt, als der Ortsverband nur selten hinter seinem Bürgermeisterkandidaten gestanden habe (Georg Hiernickel verlor in der Stichwahl deutlich).

Er sei zwar überzeugt, dass die CSU die richtige Partei sei, um die Demokratie lebendig zu halten. Doch ihm fehlten gegenwärtig die Kraft und das Feuer, um andere zu motivieren und mitzureißen. Zudem halte er eine Arbeit gegen den amtierenden Bürgermeister und für die CSU aus der Verwaltung des Rathauses heraus weder für fair noch zielführend, meinte Wolfgang Hömer, seines Zeichens Kämmerer der Stadt Haßfurt.

Kommunalwahl unbefriedigend

Wie er weiter berichtete, sei das Ergebnis der Kommunalwahl enttäuschend und vor dem Hintergrund des Aufwands für ihn persönlich unbefriedigend gewesen. Die inhaltliche Arbeit des CSU-Ortsverbands werde aber kontinuierlich fortgesetzt. Die CSU-Fraktion sei im Stadtrat in der Rolle einer starken Opposition und werde die Finger in die Wunden legen oder, wie schon mehrfach in dieser Amtsperiode, konstruktive Anträge und Vorschläge einbringen. Weil nur 20 Prozent der Mitglieder des CSU-Ortsverbands Frauen seien und das Durchschnittsalter aller Mitglieder bei 61 Jahren liege, müsse der neue Vorstand hier ansetzen.

"Aus meiner Sicht war Wolfgang Hömer der ideale Vorsitzende", würdigte der Schatzmeister Karl-Heinz Eppelein dessen Verdienste. Immerhin hatte Wolfgang Hömer, jeweils mit Unterbrechungen, vier Jahre als stellvertretender Vorsitzender, zehn Jahre als Vorsitzender und zwei Jahre als Beisitzer gearbeitet. "Er war immer zur Stelle, wenn er gebraucht wurde, beredsam, um Ausgleich bemüht und tatkräftig zupackend", lobte Eppelein.

Neue Vorsitzende aus Augsfeld

Für das Amt der neuen Vorsitzenden stellte sich Sandra Grimm aus Augsfeld zur Wahl. Die 28-jährige Lehrerin unterrichtet an der Realschule in Gerolzhofen Englisch und katholische Religion. Sie ist verheiratet und engagiert sich schon seit langem in den verschiedensten Ehrenämtern, unter anderem im Musikverein Prappach, im Nordbayerischen Musikbund, in der Jungen Union und seit 2009 als Beisitzerin im CSU-Ortsverband.

"Mein vorrangiges Ziel ist die Gestaltung eines schlagkräftigen Ortsverbands und ich stelle mir eine konkretere Aufgabenverteilung in der Vorstandschaft vor", sagte sie. Sowohl die Fortführung der Zusammenarbeit mit der CSU-Stadtratsfraktion als auch mit der Frauenunion sowie die Neubelebung der Jungen Union sind ihre weiteren Anliegen, wie sie deutlich machte. Sie wurde von 37 der 41 anwesenden Mitglieder gewählt und wird künftig von den stellvertretenden Vorsitzenden Ute Ulbrich, Christian Schneider und Michael Schlegelmilch unterstützt. Bei der Wahl wurden der Schatzmeister Karl-Heinz Eppelein und der Schriftführer Stephan Schneider in ihren Ämtern im Führungsteam bestätigt.

In seiner Hauptversammlung ehrte der CSU-Ortsverband Haßfurt einige langjährige und verdiente Mitglieder. So wurden Eva-Maria Schwach, Rainer Gebhardt und Thomas Rahn für 25-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Für 40 Jahre Treue zur CSU wurden Helmut Mildner, Franz Jakob, Rudolf Handwerker, Dieter Bauernschmitt, Horst Voll, Herman Hohenhaus und Valentin Schleicher geehrt. Für 50-jährige Mitgliedschaft erhielt Hubertus Widera die goldene Ehrennadel, während Otmar Schweinfest eine besondere Ehrung für seine 70-jährige Mitgliedschaft erfuhr.

Der CSU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Steffen Vogel erklärte, dass die CSU im Landkreis Haßberge 1800 Mitglieder habe, von denen sich nur 14 hauptamtlich und alle übrigen ehrenamtlich einsetzten. "Dafür danke ich Ihnen allen, besonders den Geehrten", sagte er.

In seiner Rede betonte er, dass in diesem Jahr so viele Gelder wie nie zuvor in den ländlichen Raum flössen. Der Landkreis Haßberge erhalte rund 13,5 Millionen Euro und die Gemeinden nochmals 20,1 Millionen Euro. Auch der Breitbandausbau und die Sanierung der Schulen im Landkreis würden vom Staat gefördert. "Unser Ziel ist es, nicht nur die Metropolregionen, sondern auch den ländlichen Raum zu stärken, um die Menschen in der Region zu halten", versicherte Vogel. Er sei sich sicher, dass bei der angepeilten Behördenverlagerung auch der Landkreis Haßberge berücksichtigt werde. Vogel ging auf die niedrige Arbeitslosenquote in Bayern und in den Haßbergen ein und verwies darauf, dass die Lebensqualität hier viel höher als beispielsweise in München sei.
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