Ebern
Wettbewerb

Rückert inspiriert zu tollen Kreationen

Vom Schul-Modell über Porträts, Gedichte, Spiele bis zum Schreibtisch: Dem Namenspatron ihrer Schule widmeten Eberner Gymnasiasten originelle Arbeiten.
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"VerRÜCKERTe Ideen" gibt es an dem nach Friedrich Rückert benannten Eberner Gymnasium viele und originelle. Da fiel den Juroren des gleichnamigen Kreativwettbewerbs die Auswahl der Preisträger schwer. Hier betrachtet Tanja Roeß zwei der herausragenden Arbeiten, den Nachbau eines imaginären Rückert-Schreibtisches von Isabell Schuler sowie die "Rosigen Zeiten" von Marina Schmitt (beide 10a): Vor einem Rosen-Gedicht erinnert der sich um einen Tonkopf Rückerts rankende Efeu an die lange und locki...
"VerRÜCKERTe Ideen" gibt es an dem nach Friedrich Rückert benannten Eberner Gymnasium viele und originelle. Da fiel den Juroren des gleichnamigen Kreativwettbewerbs die Auswahl der Preisträger schwer. Hier betrachtet Tanja Roeß zwei der herausragenden Arbeiten, den Nachbau eines imaginären Rückert-Schreibtisches von Isabell Schuler sowie die "Rosigen Zeiten" von Marina Schmitt (beide 10a): Vor einem Rosen-Gedicht erinnert der sich um einen Tonkopf Rückerts rankende Efeu an die lange und lockige Haarpracht des Dichters.
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Mit so vielen originellen "verRÜCKERTen Ideen" hatten die Jurymitglieder nicht gerechnet: Verblüfft sichteten fünf Juroren am Mittwoch die große Bandbreite der 27 Wettbewerbsbeiträge über Friedrich Rückert am gleichnamigen Eberner Gymnasium. Aus Anlass des 150. Todestages ihres Namensgebers hatte die Schule diesen Kreativwettbewerb ausgelobt. "Wir können stolz auf unsere Schüler sein!": Daniel Heß, der den Wettbewerb betreut, zeigte sich "ganz geplättet" von den Ergebnissen.


Jede Menge Fantasie

"Bin ich froh, dass ich hier keine Entscheidung treffen muss", kommentiert Schulleiter Klauspeter Schmidt, als er die auf der Empore der Mensa ausgestellten Arbeiten betrachtet: Gemalte, geklebte und gezeichnete Rückert-Porträts liegen zwischen plastischen, schriftlichen und fotografischen Arbeiten. Des Dichters Rückert Familie im Wohnzimmer-Schuhkarton fehlt ebenso wenig wie Ton-Köpfe des Dichters und ganze Bände mit eigenen Gedichten und Fabeln. So hatten sich etwa Schülerinnen der Q 12 von Rückerts "Herbsthauch" zu Herbst- und Frühlingsgedichten animieren lassen; die Klasse 6d lieferte 50 "FürRückerte Fabeln".

Einige Beiträge ermöglichen es, das Leben des Sprachforschers und Orientalisten spielerisch nachzuvollziehen: "Das Leben des Rückert", ein Brettspiel von Natalie Albrecht und Valeria Sendelbeck (10a) gehört zu den größten Arbeiten. Ebenso ragen die Beiträge von Nele Gernhuber (6d) und Isabell Schuler (10a) schon durch ihre Dimension heraus: Die Sechstklässlerin baute aus Pappkartons ein detailgetreues Modell des Friedrich-Rückert-Gymnasiums (FRG), bei dem selbst Hausmeister Walter Heymann und das Licht in der Aula nicht fehlen. Schuler setzte um, wie sie sich den Schreibtisch Rückerts vorstellt: mit Schreibutensilien, einem in Sütterlin verfassten Werk neben einem verworfenen Entwurf und einem Deutschbuch, aus dem der Name des Dichters als Aufsteller herausgeschnitten wurde.


Locken aus Efeu

Ihre Klassenkameradin Marina Schmitt ließ sich wie viele andere von Haarpracht des Namenspatrons inspirieren: Schmitts "rosigen Zeiten" greifen das Rosen-Thema des Dichters auf und lassen seine Locken in Form von Efeu aus einem roten Rückert-Kopf ranken. Alina Kraus (10d) hatte sein Konterfei und eines seiner Gedichte auf eine Holzplatte gesprüht. Wie das FRG auf der Suche nach einem "Superstar" als Namensgeber auf Rückert kam, zeigt der Comic von Kristin Schley (10a). Melanie Fenzlein legte eine "Dichtografie" vor: "Rückert hat uns seine Gedichte gegeben, all das was ich gesuch', gesammelt in seinem ganzen Leben, zu finden in meinem Buch", erklärte die Schülerin der 10d ihr Werk in Reimform.

Heß, der die Idee zu dem Kreativwettbewerb hatte, ließ den Teilnehmern alle Freiheiten. Vorgeschrieben war lediglich, dass jedes Werk einen klaren Bezug zum Dichter und Sprachforscher haben und nachhaltig sein musste. Die Arbeiten sollen dauerhaft im Schulgebäude ausgestellt oder auf der Homepage des Gymnasiums veröffentlicht werden. Dort wird am leichtesten der gezeichnete und kommentierte Lebenslauf Rückerts zu sehen sein, den vier Schülerinnen der 10a als Film umsetzten. "Die Schüler haben Medien und Techniken verwendet, die sie in der Schule kennengelernt haben", freute sich Schmidt.


Nicht nur mir Herzblut

Während die meisten Teilnehmer wohl nur ihr Herzblut in den Wettbewerbsbeitrag steckten, hinterließ der Linolschnitt von Martina Menhorn (10b) tatsächlich Blutspuren: Mehrmals hatte sich die Zehntklässlerin bei ihrem Porträt des Dichters mit dem Linoleum-Werkzeug geschnitten. "Nie wieder Linoleum!" lautete ihr Kommentar.
Schmerzhafte Entscheidungen sollten nun angesichts der Qual der Wahl die Juroren Gisela Röder, Tanja Roeß, Karl-Heinz Krebs, Luis Jäger (SMV) und Bettina Knauth (Elternbeirat) treffen. Wer soll die drei Hauptpreise erhalten, die mit 100, 60 und 40 Euro dotiert sind?

Neben ihrer Kür der drei Favoriten in der Unter- bzw. Mittel- und Oberstufe können die Jurymitglieder unter den zahlreichen Beiträgen aus den Jahrgängen 10 bis 12 noch sieben weiteren Beiträgen die Plätze vier bis zehn zu verleihen. "Ich bin gespannt, wer das Rennen machen wird", zeigte sich Roeß neugierig auf das Ergebnis. Die Preisträger sollen am 28. Juli gekürt werden. bkn

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