Roßstadt
Bürgerversammlung

Roßstadt hat gewonnen

Der Eltmanner Stadtteil profitiert von der Dorferneuerung. Das Verkehrsproblem ist indes geblieben.
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Die Frankenstraße wurde mit der Dorferneuerung aufgewertet, allerdings kämpft Roßstadt mit Verkehrsproblemen, auch innerorts.  Foto: sw
Die Frankenstraße wurde mit der Dorferneuerung aufgewertet, allerdings kämpft Roßstadt mit Verkehrsproblemen, auch innerorts. Foto: sw
Der Verkehr - der ruhende und der rasende - war ein zentrales Thema der Bürgerversammlung in Roßstadt. Die Roßstadter fühlen sich nach wie vor von der Straßenverkehrsbehörde am Landratsamt Haßberge einer unzulässigen Gefahr ausgesetzt, weil die Forderung nach einem Tempolimit auf der Bundesstraße dort seit vielen Jahren auf taube Ohren stößt. "Kein anderer Ort in der gesamten Region hat eine solche Situation", musste sich der Eltmanner Erste Bürgermeister Michael Ziegler (CSU) anhören.
Der steht ganz auf der Seite der Roßstadter, der Stadtrat hat immer wieder die Anträge aus dem Stadtteil unterstützt, doch immer wieder kam der Hinweis, dass das Zeichen "Vorsicht Fußgänger", das vor Jahren das Tempo-30-Schild ersetzte, von den Verkehrsteilnehmern mehr Rücksichtnahme einfordert als eine Tempo-Beschränkung.


Schild wrd ncht beachtet

Allein die Fahrer auf der Bundesstraße scheint das Schild nicht zu interessieren, wie sowohl die motorisierten Roßstadter erfahren, die ihren Ort verlassen wollen, als auch die Fußgänger, die beispielsweise das Sportgelände jenseits der B 26 zum Ziel haben.

Das Nichtbeachten von Schildern und Regeln und die Frage, ob neue Schilder das verbessern, beschäftigte die Teilnehmer der Bürgerversammlung auch innerorts. Seit Abschluss der Dorferneuerung gilt im ganzen Ort die Rechts-vor-Links-Regelung, die allerdings von den wenigsten beachtet wird. Vor allem für nicht Ortskundige seien die Pflasterrinnen in den Einfahrten optisch wohl ein Signal dafür, dass es eine Vorfahrtsstraße gebe, hieß es. Außerdem werde in der Ortsdurchfahrt zu schnell gefahren, wurde kritisiert. Das könne mit dem "Smiley"-Schild der Stadt gerne mal eine Zeit lang überprüft werden, erklärte der Bürgermeister. Grundsätzlich wurde festgestellt, dass viele Probleme gelöst wären, wenn alle Verkehrsteilnehmer die grundlegenden Verkehrsregeln einhalten. Und dazu gehöre auch, dass man innerorts stets bremsbereit sein muss.


Zur allgemeinen Lage

Die Bürgerversammlung begann mit Bürgermeister Michael Zieglers Bericht über die allgemeine Lage der Stadt. Die entwickle sich finanziell gesehen derzeit besser als bei der Verabschiedung des Haushaltsplanes befürchtet. Die Chancen stünden gut, die Verschuldung nicht so stark erhöhen zu müssen wie vorsorglich geplant.
In Roßstadt werde ein neues Siedlungsgebiet geplant mit rund 50 Bauplätzen, erklärte Ziegler. Allerdings werde die Stadt nur noch dort erschließen, wo die Stadt auch im überwiegenden Eigentum der Flächen ist. 180 Bauplätze seien in Eltmann und Stadtteilen unbebaut, aber nicht verkäuflich, weil in Privatbesitz. Gleichzeitig stoße die Stadt überall an die topographischen Grenzen für die Neuausweisung von Siedlungen. Wie hoch die Nachfrage ist, habe sich in den vergangenen Jahren in Limbach gezeigt, wo mittlerweile fast alle Plätze verkauft und bebaut sind, "weil wir sie als Stadt den jungen Familien auch verkaufen können". Parallel kaufe die Stadt immer wieder auch alte, leer stehende Gebäude in den Ortskernen - mal um einen Bauträger zu finden für einen Neubau, mal um einen Platz oder einen Gehsteig zu schaffen wie in Dippach. "Aber Eigentümer müssen sich auch bewusst sein, dass lange leerstehende Häuser oft nur noch den Grundstückswert darstellen, weil der Abbruch ja auch viel Geld kostet", bat der Bürgermeister um realistische Einschätzung.


Neues Baugebiet

Zum neuen Baugebiet wurde aus der Versammlung darauf hingewiesen, dass vor einer Erweiterung zunächst die Einmündung an der Brauereistraße durch einen Spiegel entschärft werden müsse, bevor der Verkehr in der Steige nochmals erhöht wird. Teuer und belastend sei die Dorferneuerungsmaßnahme Frankenstraße/Brauereistraße gewesen, gestand Michael Ziegler ein, doch "Hand aufs Herz: Roßstadt hat dazugewonnen". Den Anwohnern der Frankenstraße erklärte er, dass die Abrechnung erfolgt sei, es komme keine Rechnung mehr.
Den größten "Batzen" der Investition, nämlich die zwei Millionen, die in den Kanal flossen, zahlten ohnehin alle Eltmanner über die Abwassergebühr. "Die Stadt ist bemüht, den Bürgern wirklich nur das abzuverlangen, was der Gesetzgeber auch fordert", sicherte er zu.

Neu angelegt wurde auch der Kinderspielplatz für 60 000 Euro, doch wurde von den Anwesenden kritisiert, dass der Bauzaun auf einer Seite jetzt entfernt wurde, aber noch keine endgültige Einfriedung vorhanden ist. Tiere aller Art hätten ungehinderten Zugang.

Die nächsten Maßnahmen in Roßstadt stehen an. Aufwendiger als zunächst geplant wird die Dachsanierung an der kleinen Kirche, wo die Stadt für den Turm und die Kirchengemeinde für das restliche Dach zuständig ist. Die Arbeiten, die insgesamt über 200 000 Euro kosten, würden am 22. Mai beginnen, kündigte Kirchenpfleger Richard Graser an, der die Anlieger schon im Vorgriff um Verständnis bat, dass es sicher hin und wieder zu Verkehrsbehinderungen kommen werde.


Pläne werden vorgestellt

Gleichzeitig wird im Laufe dieses Jahres die Planung für den Kirchenvorplatz und das Feuerwehr- und Gemeinschaftshaus als nächste Maßnahme der Dorferneuerung erstellt. Im Stadtrat sei man mittlerweile aufgrund der Feuchtigkeitsschäden der Meinung, das bestehende Haus abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen, informierte Bürgermeister Ziegler.
Einen dringenden Appell richtete er an die Roßstadter Haushalte, sich der aktiven Wehr anzuschließen und sich für Führungsämter zur Verfügung zu stellen. Die Wehr brauche Nachwuchs und die Kommandanten-Neuwahl endete schon zwei Mal ohne Ergebnis.
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