Oberaurach
Zukunftskonzept

Rat nimmt sich des Pfarrhofs an

Um das Gebäude für die öffentliche Nutzung zu sichern, wollen die Gemeinde Oberaurach, die Kirchengemeinde und die Ortsvereine Kooperationswege ausloten.
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Die Pfarrgemeinde Oberschleichach ringt um den Fortbestand des Pfarrhofes als öffentliches Gebäude. Seit die Wohnung im ersten Stock des Pfarrhauses (rechts) nicht mehr von einem Pfarrer bewohnt ist, sind die laufenden Kosten zu einer großen Belastung geworden. Gemeinsam wollen Kirchengemeinde, politische Gemeinde und örtliche Vereine ein Nutzungs- und Finanzierungskonzept entwickeln. Foto: Sabine Weinbeer
Die Pfarrgemeinde Oberschleichach ringt um den Fortbestand des Pfarrhofes als öffentliches Gebäude. Seit die Wohnung im ersten Stock des Pfarrhauses (rechts) nicht mehr von einem Pfarrer bewohnt ist, sind die laufenden Kosten zu einer großen Belastung geworden. Gemeinsam wollen Kirchengemeinde, politische Gemeinde und örtliche Vereine ein Nutzungs- und Finanzierungskonzept entwickeln. Foto: Sabine Weinbeer
Mit verschiedenen Erschließungs- und Baumaßnahmen befasste sich der Gemeinderat Oberaurach in seiner Sitzung am Donnerstag, die zwischenzeitlich von den Trossenfurt-Tretzendorfer Hexen unterbrochen wurde. Schon eingangs hatte Dritte Bürgermeisterin Sabine Weinbeer (FW) die Schere gezückt und gerügt, dass nun im zweiten Jahr in Folge am Weiberfasching Gemeinderatssitzung ist. Für den Wiederholungsfall kündigte sie auch im Namen von Gemeinderatskollegin Christine Stark "disziplinarische Maßnahmen mit empfindlichen Konsequenzen für die Verfügungsmittel des Bürgermeisters" an.

Eine halbe Stunde lang konnte das Gremium mehrere Bauanträge behandeln, dann stürmten die Hexen den Sitzungssaal, nahmen den Bürgermeister als Geisel, zwangen die männlichen Gemeinderatsmitglieder zu spontanen Tanzeinlagen und forderten Lösegeld in Form einer Kiste Sekt. Die wurde flugs aus dem Keller geholt und so konnte die Gemeinderatssitzung fortgesetzt werden.


Kooperation angestrebt

Sabine Weinbeer informierte das Gremium über die Probleme der Kirchengemeinde Oberschleichach, den dortigen Pfarrhof weiterhin zu unterhalten, seitdem die Wohnung im Pfarrhaus nicht mehr bewohnt ist. Weinbeer, die auch Pfarrgemeinderatsvorsitzende ist, erläuterte, dass die Diözese beziehungsweise die Pfarrpfründestiftung zu einem Verkauf tendieren, aber auch für andere Lösungen offen seien.
Da das Pfarrhaus, vor allem aber der Pfarrsaal für Oberschleichach eigentlich das zentrale öffentliche Gebäude ist, würde Weinbeer lieber eine Allianz zwischen Kirchengemeinde, Vereinen und politischer Gemeinde schmieden, um es als solches zu erhalten.

Anstelle eines Gemeinschaftshauses, wie es sie in fast allen anderen Gemeindeteilen gibt, biete in Oberschleichach der Pfarrhof bei allen größeren Veranstaltungen im Ortskern die notwendige Infrastruktur mit Toiletten, Küche, Strom- und Wasseranschluss.

Das sahen nach der Information auch die meisten Gemeinderatsmitglieder so. Außerdem ist man zuversichtlich, mittelfristig zumindest für eine Etage des Pfarrhauses wieder einen Mieter gewinnen zu können. Die frühere Wohnung in dem Baudenkmal wäre auch beispielsweise eine repräsentative Kanzlei oder Praxis.
Bürgermeister Thomas Sechser (CSU) und die Verantwortlichen von Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat werden nun mit Würzburg abklären, wie eine solche Kooperation aussehen könnte.


Verbrennen ist passé

Auch in Oberaurach musste die Verordnung über das Verbrennen holziger Gartenabfälle innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile der Gemeinde Oberaurach aufgehoben werden. Diese habe durch die Gesetzesänderung zwar eigentlich ohnehin keine Grundlage mehr, "aber wir haben die Verordnung erlassen und müssen sie auch wieder aufheben". Dem beugten sich die Gemeinderatsmitglieder, wenn auch die Sinnhaftigkeit hinterfragt wurde.
Einige Mitglieder des Gremiums befürchten, dass nun noch mehr Grünschnitt aus Privatgärten in der freien Landschaft landet. Auch wurde darauf hingewiesen, dass dann eventuell der Gründschnittcontainer am Wertstoffhof nicht mehr ausreichend ist.

Der neu gefassten Zweckvereinbarung der ARGE Landkreistourismus stimmte der Gemeinderat mit einer Ausnahme zu: Der Beitrag der 5-Sterne-Gemeinden wurde bisher innerhalb der ARGE direkt der Finanzierung des Ritz in Eltmann zugeführt. Die Vereinbarung sieht vor, diesen Beitrag jedes Jahr um zehn Prozent zu reduzieren, so dass in zehn Jahren die Stadt Eltmann das Ritz alleine finanzieren müsste. Thomas Sechser und die Gemeinderatsmitglieder halten es für sinnvoll, die ARGE Landkreistourismus in Hofheim zu verorten, weil man dort die Kräfte gut bündeln kann, doch andererseits seien die Steigerwaldgemeinden im Landkreis von dort doch sehr abgelegen, deshalb sei das ritz als gemeinsames Tourismus-Informationszentrum für den südlichen Landkreis wichtig. Der Vorschlag aus Oberauach lautet, die Abschmelzung nur fünf Jahre lang zu praktizieren und von da an die Hälfte der Beiträge aus Rauhenebrach, Oberaurach, Knetzgau, Sand und Eltmann für das ritz zu verwenden.
Etwas Diskussionbedarf gab es zu einem Anliegen aus Dankenfeld. Wenn das Staatliche Bauamt in diesem Jahr den nächsten Abschnitt der Staatsstraße zwischen Dankenfeld und Schindelsee ausbaut, wünschen sich einige Dankenfelder am Ortsausgang bis zur Einmündung "Seesbühl" einen Gehweg. Zuschüsse dafür sind eher unwahrscheinlich.

Als vor Jahren der Geh- und Radweg von Dankenfeld nach Schindelsee gebaut wurde, hätte es 85 Prozent Förderung gegeben, damals waren die betroffenen Grundstücksbesitzer nicht bereit, Flächen dafür abzutreten. Jetzt kosten die rund 400 Meter mindestens 45 000 Euro. Dennoch stimmte der Gemeinderat wegen der Verkehrssicherheit zu, den Gehweg zu bauen. Die Verwaltung erhielt den Auftrag, doch noch eventuelle Fördermöglichkeiten abzuklopfen und die Regelungen bezüglich Räum- und Streudienst zu klären.


Neues Baugebiet

Möglichst bald soll die Erschließung des Baugebietes "Hinter der Quelle" in Kirchaich beginnen. Der Gemeinderat gab am Donnerstag das Baugrundgutachten in Auftrag und befasste sich mit der Vergabe der Straßennamen. Die Haupterschließungsstraße soll auch in der Verlängerung "Quellengrund" heißen, wie schon vorne am Kindergarten. Links davon geht in einem Ring die Straße "Am Steinbruch" ab. Eine spätere Erweiterung um zehn Bauplätze auf der rechten Seite wäre eine Stichstraße mit Wendehammer, die dann nach dem entsprechenden Flurnamen "Leutsäcker" heißen würde. Im ersten Bauabschnitt entstehen hier 31 Bauplätze.


"Junger Gebrauchter" soll her

Der gemeindliche Bauhof braucht einen neuen Pritschenwagen, der alte hat keine TÜV-Plakette mehr erhalten. Eigentlich hatte der Gemeinderat die Anschaffung eines Neufahrzeuges favorisiert, die Lieferfristen würden aber bedeuten, dass der Bauhof gerade im Frühjahr Monate überbrücken müsste, ohne dieses für den Grüntrupp wichtige Fahrzeug. Der Gemeinderat gab daher ein Budget frei, um ein "junges Gebrauchtfahrzeug" zu erwerben.
Zur Vorbereitung verschiedener Baumaßnahmen zur Abwasserbeseitigung in Oberschleichach und Unterschleichach sowie des Geh- und Radweges von Unterschleichach nach Fatschenbrunn wurde ebenfalls ein Baugrundgutachten in Auftrag gegeben.

Der Kirchengemeinde Dankenfeld gewährte der Rat für die Reparatur der Turmuhr einen Zuschuss von 480 Euro. sw
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