Eyrichshof
Konzert-Interview

Interview mit Hartmut Engler: Pur gibt fünf Konzerte in Franken

140000 Fans haben Pur schon an einem Abend begeistert. Bei der diesjährigen Tournee geht's auch in die Provinz - unter anderem nach Ebern und Bad Brückenau.
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Greift nicht nach den Sternen, sondern nach der Stimmung im Schlosshof von Eyrichshof: Hartmut Engler.  Foto: RiegerPress
Greift nicht nach den Sternen, sondern nach der Stimmung im Schlosshof von Eyrichshof: Hartmut Engler. Foto: RiegerPress
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Fünf Monate lang sind die Deutsch-Rocker in kleineren Städten unterwegs. Darunter sind im Frankenland auch Bayreuth, Fürth, Aschaffenburg, Bad Brückenau und Eyrichshof.

Eyrichshof? Die Fahrt zum Schlosshof-Konzert in den Eberner Stadtteil dürfte für die Musiker um Hartmut Engler nicht zur Reise ins Abenteuerland, sondern in die Vergangenheit werden. Denn: "Pur haben schon beim Kaiser in Unterpreppach gespielt", erinnern sich längst ergraute Pop-Fans aus Ebern und Umgebung.

Und auch Hartmut Engler schwant düster von einem Tanzsaal Kaiser und einem Ort namens Unterpreppach. "Das muss so Anfang der 80er gewesen sein", verriet er im Interview mit unserem Portal.

Auch der Unterpreppacher Senior-Chef Georg Kaiser ist sich nicht mehr sicher. Nur eines weiß er ganz gewiss: "Eine Gruppe aus Bietigheim-Bissingen habe ich mehrmals gebucht", bemühte er sein "Gemerk", wie er öffentlich schon sein strapaziertes Erinnerungsvermögen betitelte.

Das kann eigentlich nur "Pur" gewesen, meint Hartmut Engler dazu. Die Umstände haben sich für ihn und seine Mitstreiter in den Jahren seither gravierend geändert - zum Besseren, wie der Aufstieg der Band in nunmehr über 35 Jahren überzeugend belegt.

"Es hat sich schon viel geändert", blickt Engler zurück, meint damit aber vor allem die technische Ausstattung. "Die Entwicklung ist ein Wahnsinn. Wir haben uns über viele Jahre ein Publikum erspielt, das es uns bis heute möglich macht sowohl in einer Arena auf Schalke , aber auch im Schlosshof Eyrichshof eine tolle Party zu feiern. Dazu spielt uns natürlich auch die technische Entwicklung in die Karten, für jede Größenordnung die passende Performance liefern zu können."

Froh ist der Pur-Frontmann, dass er in den nächsten Wochen wieder auf einer Bühne mit Front zum Publikum steht. "So eine Mittelbühne ist zwar ganz schön und intimer, aber auf die Dauer kriegst du ja den Drehwurm."

infranken: Wie kam eigentlich das Konzept für zwei Tourneen mit unterschiedlichen Saal-Dimensionen zu Stande?

Hartmut Engler: "Das war von Anfang an so geplant, hat sich durch den Erfolg unserer aktuellen Platte "Achtung" aber verstärkt. Die Großkonzerte liefen glänzend und dann haben wir beschlossen, dass die Leute nicht immer ein paar hundert Kilometer fahren müssen, wenn sie uns sehen wollen, sondern wir auch in die weißen Flecken stochern, wo wir sonst nicht so häufig auftreten. Und ein paar Open air-Auftritte sollten es auch noch sein. Aber dass es dann 19 geworden sind, war so nicht vorgesehen und ist dem Erfolg von "Achtung" geschuldet. Als die Anfragen immer mehr wurden, haben wir unser Management angehalten, dazu schöne Plätze auszusuchen. Und deswegen kommen wir nach Eyrichshof in den schönen Schlosshof. Und wenn es Ritchie Blackmore und Rea Garvey im letzten Jahr gefallen hat, werden wir es sicher auch mögen. Wir bevorzugen bei Open Air Konzerten einen überschaubaren Rahmen, nicht so riesige Flächen, wo Du die Leute nur noch als Masse siehst. So ein Schlosshof ist doch viel kuscheliger."

Was dürfen die Leute von ihrer Lieblingsband erwarten?
"Das Programm der Hallentour im letzten Jahr werden wir leicht umstellen. Wir proben zwei Tage lang intensiv, ehe es am 31. März mit der Generalprobe in Heilbronn losgeht. Dann wissen auch Licht- und Soundtechniker, was zu tun ist. Ich selbst arbeite schon seit ein paar Tagen daran, ein paar Pfunde abzutrainieren." Das Programm für die Open Air Konzerte stellen wir dann neu zusammen

Und wer sucht das Material für das Programm aus?
"Ich mache einen Vorschlag und diskutiere die Songs mit den anderen durch. Daraus ergibt sich eine Dramaturgie. Bei den Proben zeigt sich dann schnell, wie man den Spannungsbogen hochhält, wann ich zu einem Lied etwas sage, wie lange die Konzentration für ruhigere Balladen anhält und wann die Songs voller werden müssen. Darauf werden auch Licht und Videos abgestimmt."

Und was genau werdet Ihr spielen?
Wir werden auf jeden Fall viele Lieder von unserem Album "Achtung" mit in das Programm aufnehmen und mit Songs aus den letzten Jahren vervollständigen. Unsere großen Hits werden alle zu hören sein, manche in verkürzter Form, in Form eines Medleys oder auch unplugged. Ich verspreche, dass keiner mit dem Gefühl heimgehen wird, seinen Lieblingssong verpasst zu haben. "

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