Vorbach
Hollerfest

Platz für Tradition in Vorbach

Der Obst- und Gartenbauverein Vorbach pflanzte einen Holunderbaum und belebte eine alte Tradition. Der Holunder, einst eine wichtige Heilpflanze, verschwindet nämlich langsam aus der Landschaft.
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Walter Welsch und Silvia Jäger pflanzten den Hollerstrauch auf dem Vorbacher Spielplatz ein. Dabei beobachteten natürlich alle, ob sie es denn auch richtig machen. Foto: privat
Walter Welsch und Silvia Jäger pflanzten den Hollerstrauch auf dem Vorbacher Spielplatz ein. Dabei beobachteten natürlich alle, ob sie es denn auch richtig machen. Foto: privat
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Der Holunder ist die Pflanze des Jahres für den Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine im Landkreis Hassberge. Warum?

"Der Holunder war früher an jedem Anwesen zu finden. Er wurde nicht nur zum Schutz des Menschen und seiner Hofstellen, sondern vor allem wegen seiner gesundheitsfördernden Inhaltstoffe gepflanzt. Heute ist der Holunder in unseren Dörfern fast gänzlich verschwunden." So steht es auf der Internetseite des Kreisverbandes zu lesen. Und es stimmt.

Viele von uns werden sich gerne an Leckereien aus der Kindheit wie Holunderkräpfchen und Holunderblütensirup erinnern, die sie vielleicht schon länger nicht mehr genossen haben. Und es ist auch schwerer geworden Holunder für diese Leckereien zu finden.

Doch in den letzten Jahren gab es einen Trend zum Selbermachen und wieder hin zu natürlichen "Hausmittelchen", einem natürlichen Gesundheitsbewusstsein.
Im Zuge dessen sind viele der alten Rezepte und Ideen wieder modern geworden. So auch beim Holunder. Und genau deswegen hat der Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine seinen Mitgliedsvereinen in diesem Jahr je einen Holunderstrauch gegeben.

Fest für das ganze Dorf

Einen Holunderstrauch hat auch der Obst- und Gartenbauverein in Vorbach erhalten. Und statt den Strauch einfach so mal einzupflanzen hat der rührige Verein gleich ein kleines Fest für das ganze Dorf daraus gemacht. "Das hat außerdem den Vorteil, dass gleich alle wissen, wer wann warum den Strauch gepflanzt hat" schmunzelt Silvia Jäger, die Vorsitzende des Vereins.

Der Holler, wie der Holunder umgangssprachlich auch gerne genannt wird, hat in Vorbach seinen Ehrenplatz auf dem Spielplatz erhalten. "Hier haben alle Zugang, und wer will kann sich jetzt im Mai bei Blüten oder den gesunden Beeren im Herbst bedienen" so Silvia Jäger weiter.

Damit aber nicht nur die Erwachsenen was vom kleinen "Hollerfest" haben, durften auch die Kinder im kinderreichen Eberner Ortsteil nicht zu kurz kommen. Sie durften Tontöpfe bunt bemalen und gestalten. Anschließend durften sie Erde hineinfüllen und eigene Salatpflänzchen hineinsetzen. "Dann könnt ihr bald euren eigenen Salat ernten und euch schmecken lassen", ermunterte Silvia Jäger die Kinder den Salat gut zu pflegen.

Aber auch sonst hatte das ganze Dorf seine Freude an diesem Fest. So hatte der wiedergewählte Vorstand einiges vorbereitet. Vor einigen Wochen war bereits eine unspektakuläre Neuwahl im Ortsverein abgehalten worden. "Warum sollen wir an unserem Vorstand was ändern, das läuft doch alles super" - mit dieser Begründung waren alle Mitglieder des Vorstands in ihren Ämtern bestätigt worden.

Und nun, beim Hollerfest, mussten alle im Dorf bei einem Quiz zeigen, was sie über das Leben in ihrem Obst- und Gartenbauverein alles wissen. Um auch den Ministranten im Ort etwas Gutes zu tun, schätzten sie und alle anderen Dorfeinwohner dann fleißig Bohnen. So ging in guter Gemeinschaft ein lustiger Nachmittag ins Land.
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