Memmelsdorf
Festakt

Platz erinnert an Wohltäter

Der Untermerzbacher Gemeindeteil Memmelsdorf erinnert an die guten Taten der jüdischen Gebrüder Nordheimer. Die erfolgreichen Unternehmer förderten die Gemeinde mit Stiftungen. Zur Einweihung des Gebrüder-Nordheimer-Platzes kamen Familienangehörige aus aller Welt in den Alstergrund.
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Bürgermeister Helmut Dietz enthüllte den Gedenkstein am Gebrüder-Nordheimer-Platz."Jakob, Marcus, Moritz und Samuel Nordheimer", so ist auf der Tafel zu lesen, "verdankt Memmelsdorf zwischen 1870 und 1905 zahlreiche Stiftungen." Foto: Schmidbauer
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Die Nordheimers waren nur etwa 100 Jahre lang in Memmelsdorf präsent, aber einige Abkömmlinge der erfolgreichen Unternehmerfamilie haben den heutigen Gemeindeteil von Untermerzbach mit ihrem sozialen Engagement nachhaltig geprägt. Die letzten Mitglieder der jüdischen Familie hatten den Ort im Jahre 1939 verlassen, als der Druck des NS-Regimes immer stärker wurde. Fanny Nordheimer war die letzte jüdische Mitbürgerin in Memmelsdorf.

Platz gewidmet


Spätestens seit der Träger und Förderverein Synagoge Memmelsdorf sich der ehemaligen Gebetsstätte der jüdischen Bevölkerung angenommen hat, daraus eine Tagungs- und Begegnungs- und Informationsstätte gemacht hat, bekennt sich der Ort wieder zu seiner jüdischen Vergangenheit. Zu deren Erforschung hat Cordula Kappner, die frühere Leiterin des Haßfurter Bibliotheks- und Informationszentrums entscheidend beigetragen. Der Dorfverschönerungs-Wettbewerb im Jahr 2008 und die Bürgerinitiative Memmelsdorf "Wir machen mit, wir machen weiter" waren Auslöser für die Idee, den Gebrüdern Nordheimer ein Denkmal in Form eines Platzes zu setzen und der Untermerzbacher Gemeinderat zog mit. Der bisherige Goldsplatz, das ist die Stelle an der die Straßen am Geiersbach, Kempfen- und Martergasse zusammentreffen, wurde in "Gebrüder-Nordheimer-Platz" umgewandelt.

Bis aus den USA angereist


Jetzt waren 29 Abkömmlinge der Familie Nordheimer oder Nordheim, wie der Hamburger Zweig der Familie heißt, in den Untermerzbacher Gemeindeteil um an die Ruhmestaten ihrer Vorfahren zu erinnern. Weitere Familienmitglieder waren sogar aus Frankreich, Kanada und den USA gekommen.
Beeindruckt war der Familienclan von einem Rundgang durch Memmelsdorf mit der Wissenschaftlerin Heike Tagsold sowie dem Vorsitzenden des Träger- und Fördervereins Synagoge Memmelsdorf, Hansfried Nickel und dem Bürgermeister Helmut Dietz (SPD). Man suchte die ehemaligen Wohnhäuser der Nordheimers auf. Nicht fehlen durfte eine Führung durch die Synagoge, bei der die Gäste auch Vorträgen über die jüdische Geschichte im Dorf lauschten. Höhepunkt war die offizielle Namenstaufe des "Gebrüder-Nordheimer-Platzes". "Ihr Dabeisein gibt der Widmung einen würdigen Rahmen", dankte das Gemeindeoberhaupt.

Senior mit 91 Jahren


Jakob, Marcus, Moritz und Samuel Nordheimer verdanken die Memmelsdorfer zahlreiche Stiftungen und Wohltaten. Rupert Nordheimer, mit 91 Jahren der älteste unter den Nachfahren, war sichtlich ergriffen, als er für die Ehre dankte. Er war mit 13 Jahren ausgewandert und lebt jetzt in Frankreich. Sichtlich ergriffen dankte er namens der "Nordheimer-Delegation" für den Empfang und die symbolträchtige Initiative. Auf einem Sandstein-Findling prangt eine von Kreisheimatpfleger Günter Lipp entworfene Kupfertafel mit den wichtigsten Daten.


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