Haßfurt
Wettbewerb

Peter liest für die Haßberge beim Schulvergleich

Der elfjährige Hofheimer Peter Weisheit vertritt den Landkreis Haßberge beim Bezirksentscheid des Vorlesewettbewerbs des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.
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Der elfjährige Peter Weisheit aus Hofheim, der dort die Realschule besucht, ging als Sieger aus dem Kreisentscheid im 56. Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels hervor. Peter wird den Landkreis Haßberge beim Bezirksentscheid vertreten.  Fotos: Ulrike Langer
Der elfjährige Peter Weisheit aus Hofheim, der dort die Realschule besucht, ging als Sieger aus dem Kreisentscheid im 56. Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels hervor. Peter wird den Landkreis Haßberge beim Bezirksentscheid vertreten. Fotos: Ulrike Langer
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Nach drei spannenden Leserunden in einem dreieinhalbstündigen Wettbewerb im Bibliotheks- und Informationszentrums (BIZ) am Marktplatz in Haßfurt stand der Sieger fest: Der elfjährige Peter Weisheit, der die Staatliche Realschule Hofheim besucht, vertritt den Landkreis Haßberge beim Bezirksentscheid des Vorlesewettbewerbs des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

"Lesen macht mir großen Spaß. Ich kann mich in die Bücher richtig reinfühlen und mir mit dem Lesen die Zeit gut vertreiben", erzählte der Schüler aus Hofheim. Er liest jede Woche ein dickes Buch oder zwei dünnere Bücher, wobei ein "dünnes" Buch etwa 200 Seiten hat. "Ich habe irgendwann einmal angefangen, zu lesen und bis heute nicht aufgehört", sagte er. "Am liebsten lese ich Jugendbücher von Mark Twain wie Tom Sawyer und Huckleberry Finn oder ,Die Schatzinsel' von Robert Louis Stevenson", berichtete er weiter.
"Einige Bücher habe ich von meinen beiden älteren Geschwistern geerbt, die anderen habe ich geschenkt bekommen."

Am Vorlesewettbewerb, der im Herbst 2014 auf Schulebene begann, konnten Schüler der sechsten Klassen teilnehmen. Der Wettbewerb unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten wird seit 1959 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels durchgeführt. Mehr als 600 000 Schüler aus über 7000 Schulen beteiligen sich heuer. Der Wettbewerb soll das Lesen als Bildungsgrundlage fördern, die Leselust wecken sowie die Lesekompetenz von Kindern stärken und den Schülern die Gelegenheit bieten, die eigene Lieblingsgeschichte vorzustellen und neue Bücher zu entdecken.

Um Kinder überhaupt an das Lesen heranzuführen, ist es laut Tatjana Schäfer-Imle, Lehrerin an der Realschule Haßfurt, wichtig, dass auch die Eltern gern zum Buch greifen. "Sie sollten auch im Lesen ein Vorbild sein, ihre Kinder ans Lesen heranführen und mit ihnen Büchereien und Lesungen besuchen.". Sie selbst achte darauf, dass die jährliche Klassenlektüre aktuell sei und die Kinder anspreche. "Es hat keinen Sinn, klassische Literatur vorzulegen, die keinen interessiert." Außerdem dürften die Kinder ihre Lieblingsbücher in Referaten vorstellen. "Schüler, die in der fünften Klasse gern lesen, lesen auch in der zehnten Klasse gern", hat sie festgestellt.

Am Kreisentscheid, der von der Leiterin des BIZ, Annelie Ebert, und ihrer Mitarbeiterin Gloria Maier organisiert wurde, nahmen nicht alle 16 Schulsieger teil. So waren die Mittelschulen Haßfurt, Eltmann, Theres, Zeil-Sand und Ebelsbach nicht vertreten. "Ich glaube, sie haben sich keine großen Chancen ausgerechnet, da seit letztem Jahr alle Schulsieger in einer Gruppe antreten und keine Sieger mehr nach den früher üblichen Kategorien Hauptschule und "Realschule/Gymnasium/Waldorfschule ermittelt werden", sagte Annelie Ebert. "Dabei wissen die Mitglieder der Jury gar nicht, welche Schule die Jugendlichen besuchen." Schulamtsdirektorin Ulrike Brech zeigte sich erstaunt und will sich nach den Gründen erkundigen.

Die teilnehmenden Schulsieger bewerkstelligten die Aufgabe mit Bravour, vor dem Publikum aus Eltern, Freunden, Lehrern und der Jury einen von ihnen selbst gewählten Text und anschließend Passagen aus einem unbekannten Buch vorzulesen. So gut waren sie, dass Peter Weisheit, Lea Engelhardt aus Ebern, Niklas Georgi aus Maroldsweisach und Trang Tran aus Eltmann im Finale ein drittes Mal antreten mussten.

In der Jury bewerteten die Leiterin des Staatlichen Schulamts Haßberge, Ulrike Brech, Hildegund Fischer-Giebfried von der Stadtbücherei Hofheim, Hedwig Kaffer von der Stadtbücherei Ebern, Wilhelm Schönherr aus Haßfurt und Rita Simon von der Stadtbibliothek Zeil die Lesetechnik, Textgestaltung und das Textverständnis.

Schließlich stellte am Ende Annelie Ebert gegenüber den Schülern fest: "Es war eine sehr schwierige Entscheidung, denn ihr habt alle ganz toll gelesen. Auch wenn Peter Weisheit zum Bezirksentscheid fahren darf, seid ihr doch alle Sieger an euren Schulen."

Auch für Landrat Wilhelm Schneider stand fest: "Dass ihr lesen und vorlesen könnt, habt ihr alle bewiesen. Schließlich haben alle gespannt zugehört und vielleicht damit eine Anregung bekommen, das eine oder andere davon selbst zu lesen oder als Buchtipp weiterzugeben."

Er werde dem heutigen Sieger Peter die Daumen drücken, dass er es recht weit schaffe. Welche Chancen sich im Rahmen des Vorlesewettbewerbs noch eröffnen könnten, zeige die Geschichte von Can Acikgöz aus Schleswig-Holstein. Er sei nach seiner Teilnahme am Bezirksentscheid zum Casting eingeladen worden und spreche seither professionelle Hörbücher und Hörspiele ein.

Mit Annelie Ebert überreichte der Landrat Urkunden und Buchpreise, wobei die vier Besten ein zusätzliches Buch erhielten.









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