Obersteinbach
Glaube

Obersteinbacher feiern ihr 100. Kirchenjubiläum mit Festgottesdienst

Das 100-jährige Bestehen als Kirchengemeinde konnten die Obersteinbacher am vergangenen Samstag (19. Juli) im Rahmen eines Festgottesdienstes feiern.
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Recht zahlreich nahmen die Obersteinbacher am Festgottesdienst anlässlich ihres 100. Kirchenjubiläums teil. Fotos: Helmut Kistner
Recht zahlreich nahmen die Obersteinbacher am Festgottesdienst anlässlich ihres 100. Kirchenjubiläums teil. Fotos: Helmut Kistner
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Obersteinbach — Das 100-jährige Bestehen als Kirchengemeinde konnten die Obersteinbacher am vergangenen Samstag im Rahmen eines Festgottesdienstes feiern. Das Hochamt, das bei dem warmen Sommerwetter im Freien stattfand, wurde von Pfarrer Kurt Wolf und Jürgen Lenssen aus Würzburg in Konzelebration gefeiert.
In seiner Predigt ging Jürgen Lenssen auf den Spruch über dem Eingang der Obersteinbacher Kirche ein, der da lautet: "Hier ist das Haus Gottes und die Pforte des Himmels". Der Satz stammt aus dem Buch Genesis. Viele Menschen wünschten sich den "Himmel schon auf Erden", doch dieser Wunsch bleibe unerfüllbar, solange es noch so viel Böses auf der Welt gebe. Als Beispiele nannte er dabei den Krieg in Afghanistan und die kriegerischen Handlungen in der Ukraine, wo erst kürzlich ein Passagier-Flug-zeug mit 300 Menschen an Bord abgeschossen wurde.


Vor 100 Jahren brach der Erste Weltkrieg aus und schon bald danach der zweite, der vielen Millionen Menschen das Leben gekostet habe. Danach hieß es "Nie wieder Krieg!" - Doch die Menschheit habe nichts dazu gelernt und es gebe seitdem immer wieder neue Kriege auf der Erde.

Viele Christen - er sprach dabei auch von sich selbst - nei-gen daher zum Pessimismus und glauben, dass es nur noch das Böse auf der Welt gebe und die Menschen ihre Macht ausüben wollen. Die Versuchung, seine Macht ausspielen zu wollen, stecke in jedem von uns und könne die Menschen innerlich "vergiften". Diese große Versuchung der Macht, vergifte auch oft die Beziehungen der Völker untereinander und der verschiedenen Religionen, wie das Christentum und den Islam.

Dem gegenüber aber stehe die Wahrnehmung des Guten, wie es der Spruch an der Obersteinbacher Kirche zum Ausdruck bringe. Jeder Christ solle die Augen für das Gute öffnen, das es nach dem Gleichnis aus dem Evangelium vom keimenden Weizen gibt, in den auch das Unkraut wächst. Jeder überzeugte Christ sei ein Teil dieses aufgehenden Weizens und müsse die Gelassenheit zeigen und daran glauben, dass das Gute auf der Welt über das Böse obsiege.

Keine Schwarz-Weiß-Malerei

Man dürfe dabei aber keine Schwarz-Weiß-Malerei betreiben, denn jeder als böse betrachtete Mensch sei nicht nur "böse", sondern in ihm schlummere auch das Gute, das es zu "erwecken" gelte, führte Lenssen weiter aus. Man könne die Welt von heute auch positiv sehen, denn noch nie war der Lebensstandard der Menschen auf der Welt so hoch wie heute. Begriffe, wie "Urlaub" oder "Gesundheits-Vorsorge" waren bei der früheren Generation ein Fremdwort. Allein schon, wenn man den guten Dingen auf der Welt seine Aufmerksamkeit schenke, verliere das Böse an Macht. Gott ist in jedem von uns Menschen und zeige sich durch ihn als unseren Nächsten gegenwärtig. Ganz entscheidend sei dabei die Gelassenheit, die man als Christ "an den Tag legen müsse".

Mit Gelassenheit

Denn wir hätten einen Gott, der alles wachsen lasse, das Gute, wie das Böse. Als Christ müsse man es abwarten können, bis sich das Gute durchsetzt und "die Spreu vom Weizen" getrennt werde. Man müsse also als Christ mit Gelassenheit an die Dinge herangehen und das "Unkraut" nicht zu früh herausreißen. Die Blaskapelle "Rauhe Ebrach" umrahmte den Fest-Gottesdienst musikalisch. Im Anschluss an den Gottesdienst gab es noch einen regen Festbetrieb mit Bewirtung. heki
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