Breitbrunn
Sitzung

Oberflächenwasser im geplanten Neubaugebiet bereitet Probleme

Eine böse Überraschung erlebte der Gemeinderat Breitbrunn bei der Anhörung der Träger öffentlicher Belange. Diese meldeten im Zusammenhang mit dem neuen Baugebiet erhebliche Bedenken wegen des Oberflächenwassers an. Bei starkem Regen könnte das Altdorf überflutet werden. Der Rat musste handeln.
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Oberhalb des Altortes soll in Breitbrunn ein neues Baugebiet entstehen. Das Wasser von neun weiteren Grundstücken könnte die Abwassersituation unten im Altort verschärfen. Foto: Sabine Meissner
Oberhalb des Altortes soll in Breitbrunn ein neues Baugebiet entstehen. Das Wasser von neun weiteren Grundstücken könnte die Abwassersituation unten im Altort verschärfen. Foto: Sabine Meissner
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Bei stärkerem Regen dürfte es heikel werden. Das geplante Neubaugebiet nordöstlich der Kirche beschäftigte den Gemeinderat von Breitbrunn bei seiner Sitzung am Dienstagabend erneut. Einwände von Trägern öffentlicher Belange waren eingegangen. Sie wiesen auf Probleme bei der Entwässerung des Baugebietes hin.

Darüber berichtete Bürgermeisterin Gertrud Bühl (Freie Wähler). Sie erläuterte Einzelheiten und gab dazu eine Stellungnahme des Landratsamtes bekannt. Erika Stubenrauch vom beauftragten Ingenieurbüro unterbreitete dem Gremium technische Lösungsvorschläge.

Das Problem resultiert laut Landratsamt daraus, dass "die hinzukommenden Flächen des Bebauungsgebietes bei der Bemessung der bestehenden Abwasserleitungen nicht berücksichtigt wurden und daher wohl nicht geeignet sind, das zusätzlich anfallende Oberflächenwasser aufzunehmen". Das Fazit der Kreisbehörde: Der bestehende Mischwasserkanal, an den das geplante Baugebiet anzubinden ist, reiche nicht aus.

Technische Wege

Drei technische Möglichkeiten für die Abwasserbeseitigung, einschließlich Niederschlagswasser erläuterte Stubenrauch und nannte die finanziellen Auswirkungen, die sich je nach Variante um bis zu 70 000 Euro unterscheiden.

Den Ausführungen Stubenrauchs folgte ein reger Wortwechsel, in dem sich alle in einer Frage einig waren: "Im Neubaugebiet muss ein Rückhaltevolumen geschaffen werden, dass zu keinerlei Abflussverschärfung im Altort führen darf!"

Private Maßnahmen gefordert

Neben der Bodenversiegelung seien auch weitere ökologische Auswirkungen zu berücksichtigen. "Bodenschutz und die Anpassung an den Klimawandel", der vermehrt Starkregen zur Folge habe, müssten bei der Bauleitplanung beachtet werden. Nach Abwägung vieler Kriterien führte die Diskussion zur Bevorzugung der Variante, "private Regenrückhaltemaßnahmen" zu schaffen.

Eine andere Möglichkeit wäre die Errichtung eines Regenrückhalteraumes im öffentlichen Raum, die nicht nur teurer käme, sondern auch einen "riesigen Kanal in unmittelbarer Nähe zur Kirche" zur Folge hätte.
Ratsmitglied Manfred Wolf (CSU) meinte: "Wichtig sind für uns in erster Linie zwar die Kosten, aber in einem neuen Baugebiet sollten wir die effektive Wassernutzung berücksichtigen." Das würde sich auch für die Grundstückskäufer rechnen. Georg Kundmüller (CSU) verwies auf die Möglichkeiten, die eine "Kombination von Zisterne und Regenrückhaltung" bieten könnten.

Einer "Festsetzung von privaten Regenrückhaltemaßnahmen im Bebauungsplan" stimmte der Rat daraufhin einstimmig zu. Bis zur nächsten Ratssitzung im Februar würden alle Stellungnahmen vorliegen, kündigte die Bürgermeisterin an und ließ erkennen, dass das Thema nicht abgeschlossen ist.

"Für den neuen Winterdienst gibt es trotz Einweisung durch Christian Beierlieb noch Schulungsbedarf", stellten mehrere Ratsmitglieder und die Bürgermeisterin fest. Beim nächsten Einsatz solle der Bauhofmitarbeiter Klaus Reich unterstützend mitwirken.

Das Aus für die Telefonzelle

Die Bürgermeisterin informierte, dass die Telekom das öffentliche Telefon am Buswartehäuschen in der Hauptstraße abbauen werde. Die öffentliche Zelle werde zu wenig genutzt. Ratsmitglied Wolfgang Laubender entgegnete, er beobachte "immer wieder Fremde, die dort anhalten und telefonieren wollten" und Robert Melber (Freie Wähler) forderte, die Telekom solle "im Gegenzug das Mobilfunknetz für Breitbrunn ausbauen". Die Bürgermeisterin kündigte an, einen schriftlichen Widerspruch zu formulieren und das "schlechte Handynetz" als Begründung anzuführen.

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