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Eltmann
Traditionsglaubensfest

Nicole war die Königin in Eltmann

Katholische Philippinen aus der ganzen Region feierten in Eltmann ihr "Santa-Cruzan-Fest". Es rankt sich um die antike Königin Helena als hehres Vorbild für die gläubigen Frauen. Schöne Kleider sind aber auch wichtig.
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Hier wird Nicole Ankenbrand von ihren Eltern Rainer und Margie Ankenbrand (von rechts) mit der Hilfe von Eltmanns Bürgermeister Michael Ziegler zur "Reina Elenita 2015" gekrönt.  Fotos: Günther Geiling
Hier wird Nicole Ankenbrand von ihren Eltern Rainer und Margie Ankenbrand (von rechts) mit der Hilfe von Eltmanns Bürgermeister Michael Ziegler zur "Reina Elenita 2015" gekrönt. Fotos: Günther Geiling
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Eine farbenprächtige Prozession bewegte sich am Wochenende durch die Straßen der Altstadt von Eltmann, denn über 300 Philippinen feierten ihr traditionelles Santa-Cruzan-Fest mit einem besonderen Gottesdienst und zeigten dann auch in der Stadthalle, mit welcher Freude und mit welchen Tänzen man das im Heimatland feiert.

Für viele Philippinen, die im Umkreis von Eltmann und im Landkreis wohnen, aber auch für Gruppen aus dem nordbayerischen Raum ist dieses Fest, das nun schon zum achten Mal in Eltmann stattfand, ein fester Bestandteil in ihrem Terminkalender. Starke Abordnungen kamen aus Erlangen, Nürnberg, Kitzingen, Würzburg, Coburg und Schweinfurt. Mit dabei war auch der Chor aus Herzogenaurach, der den Gottesdienst mit seinen Liedern umrahmte.

Zu Ehren der Jungfrau Maria

Seit dem 18.
Jahrhundert feiert die katholische Kirche auf den Philippinen das Maifest "Flores de Mayo", und "Santa Cruzan" ist der Höhepunkt dieses Festes, das an die Jungfrau Maria erinnern und sie ehren soll. An diesem Festtag dreht sich speziell alles um die berühmte Legende, in der Helena, die Mutter Konstantins des Großen, im vierten Jahrhundert nach Jerusalem ging, um dort nach dem Kreuz Jesu zu suchen.

An der Stelle der Kreuzigung grub sie drei Kreuze aus und legten ihren kranken Diener auf jedes dieser Kreuze. Als der mit einem dieser Kreuz in Berührung kam, war er der Legende nach geheilt und damit wusste man, welches das Kreuz Christi war.

Die Eltmanner Gläubigen erlebten eine Messfeier, die der philippinische Pfarrer Rodel Leguid aus München mit Pfarrer Otmar Pottler aus Limbach zelebrierte. Die Geistlichen stellten das Fest der unbefleckten Empfängnis in den Mittelpunkt. Texte und Lieder sprachen die Akteure in dem heimatlichen Dialekt des "Tabalog", Englisch oder Deutsch.

Zu Besuch in Jerusalem

Pfarrer Otmar Pottler erinnerte an den zwölfjährigen Jesus, als er nach Jerusalem hinaufzog, aber auch an Papst Franziskus, der dem Land seine Aufwartung machte. In Manila habe er mit sechs Millionen Menschen einen Gottesdienst gefeiert - nicht nur für die Philippinen war es die größte Menschenansammlung aller Zeiten. Kein Wunder, denn die Philippinen sind das Land mit den meistern Katholiken. 85 Prozent der 100 Millionen Einwohner sind katholisch.

Pottler erinnerte auch an den schlimmen Taifun Haiyan. Bis heute leiden die Menschen unter den Folgen. Aus dem Glauben heraus und durch eine Flut von Hilfsmitteln aus aller Welt habe sich die Bevölkerung aber zu einem großen Teil auch wieder erholt.

Einige Fakten zählte Pfarrer Pottler auch auf: In der katholischen Kirche der Philippinen gibt es derzeit vier Kardinäle, 85 Bischöfe, 6118 Priester sowie 10 000 Ordensfrauen, die caritativ unterwegs sind. "Aus dem Missionsland ist ein missioniertes Land geworden. Viele Philippinen leben aber auch bei uns im Land." Es sind über 20 000 bei einem Frauenanteil von rund 80 Prozent.

Prächtige Prozession

Die Prozession durch die Altstadt zeigte ein prächtiges Bild der Mädchen und Frauen in ihren Festtagskleidern. Als Engel gekleidete Mädchen und eine Reihe von Reynas, "Königinnen", in festlichen Kleidern führten den Zug an. Am Ende kam die Hauptkönigin, die "Reyna Elena", begleitet von Prinz Constantin und der mit Kerzen und Blumen geschmückte Marienstatue.

In der Stadthalle ging die Feier weiter mit Liedern und Tänzen aus der Heimat. Höhepunkt war später die Krönung der "Reine Elenita 2015". Dazu wurde Nicole Ankenbrand gekrönt. Ihre Eltern Rainer und Margie Ankenbrand aus Kirchaich waren dabei und sehr stolz auf ihre Tochter. Sylvia Schwengler und Evelyn Dreikorn vollzogen mit Bürgermeister Michael Ziegler und Sebastian Blenk die Zeremonie.

Sylvia Schwengler betonte, dass die Sehnsucht auf dieses Fest alle mit vollem Herzen begleite. Man wolle die eigene Solidarität mit der Mutter Gottes zeigen. Bürgermeister Michael Ziegler bezeichnete es als eine Ehre, dass die Philippinen aus dem ganzen Umkreis alljährlich dieses große Fest in Eltmann abhielten. Als philippinische Spezialitäten gab es "Pancit" (Nudelgericht), "Adobo" (eine Art Sauerbraten mit mariniertem und gewürztem Fleisch, Sojasoße und Knoblauch) sowie marinierte oder gebratene Fische.
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